Intergeo 2017:
Brücke in ein digitales Morgen


[28.7.2017] Im Vorfeld der Kongressmesse Intergeo haben Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft über die künftige Bedeutung der Geo-IT im Zuge der Digitalisierung diskutiert. Das Resultat: Intelligente Geo-Anwendungen werden die Antworten auf drängende Zukunftsfragen liefern.

Durch Drohnen hält die digitale Zukunft auch in der Katastervermessung Einzug. Eine Diskussionsrunde zur heutigen und künftigen Bedeutung von Geo-IT haben die Veranstalter der Intergeo (26. bis 28. September 2017, Berlin) im Vorfeld der Kongressmesse organisiert. Teilgenommen haben nach Angaben des Veranstalters, der Hinte Messe- und Ausstellungs-GmbH, Vertreter der Unternehmen Hexagon Geosystems und Trimble sowie Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. Wesentlicher Eckpfeiler der Diskussionsrunde war laut Hinte die digitale Stadt von morgen.

Initiative Morgenstadt

Die Fraunhofer Morgenstadt Initiative und die Intergeo mit ihrer Themenplattform Smart City SOLUTIONS sind in diesem Jahr erstmals in einer strategischen Partnerschaft verbunden. Im Rahmen der im Jahr 2011 entstandenen Morgenstadt Initiative arbeiten heute über 60 Mitarbeiter daran, Themenbereiche wie Mobilität als Dienstleistung, hybride Stromerzeugung, Data Grids, Smart Energy Buildings, Connected Public Space und Vertical Farming wissenschaftlich zu durchdringen und in Deutschland und der EU pilotiert voranzutreiben. Alanus von Radecki, Projektleiter der Morgenstadt Initiative, erklärt: „Wir erhoffen uns von der Partnerschaft, dass wir unsere Erfahrungen zu Innovationspotenzialen gezielt an kommunale Entscheider weitergeben können.“ Denn Deutschland liege im europäischen und internationalen Vergleich zurück. „Wir müssen zeigen, was möglich ist und wie die Stadt von morgen mithilfe digitaler Lösungen lebenswert, nachhaltig, widerstandsfähig und damit zukunftsfähig wird. Hier sehen wir zahlreiche Synergiepotenziale mit der Geo-IT und den Besucherzielgruppen der Intergeo.“
Mit dem Thema Smart Maps befasst sich Jochen Schiewe, Vizepräsident der DGFK (Deutsche Gesellschaft für Kartographie) und Professor für Geoinformatik und Geovisualisierung an der HafenCity University Hamburg. Im Umfeld der digitalen Stadt werde beispielsweise an intuitiveren Systemen gearbeitet, um Fußgänger in Innenräumen wie im Außengelände intelligent zu routen. „Wir werden dahin kommen, dass jeder jederzeit und auf seine Bedürfnisse zugeschnittene Informationen erhält. Beispielsweise, wenn die zig Sensoren im Auto zu lebenswichtigen Aussagen über die unmittelbare Umgebung verschnitten werden“, so Schiewe.

Bewegung im Markt

Nah dran an den Lösungen der digitalen Zukunft sind auch die beiden Hauptsponsoren der Intergeo, die Unternehmen Hexagon Geosystems und Trimble. Die Lösungen der beiden internationalen Anbieter bilden nach eigenen Angaben das Grundgerüst digitaler Städte, etwa als Basis einer autonomen Navigation oder als Grundlage im Building Information Modeling (BIM). „Mit unserer Technologie scannen Anwender Objekte und bauen auf diesen Fundamenten die digitale Realität“, so Raik Frankenberger von der Firma Hexagon. Die Zukunft liege darin, diese Daten intelligent zu managen und zusätzliche Informationen zu destillieren. „Damit öffnen sich auch neue Betätigungsbereiche für unsere Kunden aus der Geo-Informatik.“ Beim Thema digitales Planen und Bauen herrsche geradezu Goldgräberstimmung, so Trimble-Vertreter Dietmar Bernert. Obwohl Deutschland im internationalen und europäischen Vergleich Aufholbedarf habe, sei in allen wesentlichen Bereichen des Bauens Bewegung in den Markt gekommen. Eine gesamte Branche durchlebe gerade eine Zeitenwende vom traditionell analog gesteuerten Bauen hin zu durchweg digitalen Prozessen. Dabei entstünden auch gänzlich neue Berufsbilder und Aufgaben, für die Geodäten und Geo-Informatiker bestens geeignet seien.
Die digitale Zukunft hält auch in der Katastervermessung Einzug. Denn: Digitale Bilder sind allgegenwärtig und die hieraus ableitbaren 3D-Informationen werden über intelligente Verfahren in vielen Lebensbereichen verfügbar gemacht. Dabei haben insbesondere die Einsätze von Drohnen (Unmanned Aerial Systems, UAS) derart zugenommen, dass es neben der Nutzung in der Landwirtschaft, dem Katastrophenschutz oder in der Baubranche nun auch erste Anwendungen in der besonderen Qualitätskriterien unterliegenden Katastervermessung gibt. Dazu Heinz-Jürgen Przybilla, Professor für Photogrammetrie und Fernerkundung im Fachbereich Geodäsie der Hochschule Bochum: „Wir können davon ausgehen, dass die Katastervermessung zukünftig durch UAS einen Umbruch erleben wird.“

Better Data statt Open Data

Alle Teilnehmer der Intergeo-Diskussionsrunde betonten den Wert der Daten als Essenz der digitalen Zukunft. Daten seien Treiber von Innovationen, Basis von intelligenten Lösungen im Internet der Dinge und Grundlage für Lösungen auf Basis künstlicher Intelligenz. Die Städte beginnen schon heute, den Wert der Daten zu erkennen und treten – vor allem im europäischen Ausland – als Datenbroker auf. Die Open-Data-Philosophie sei durch diese Entwicklung schon wieder auf dem Rückzug, berichtet von Radecki vom Fraunhofer-Institut IAO. Der Trend gehe hin zu Better Data statt Open Data. Die Fachmesse Intergeo ist nach Angaben des Veranstalters Hinte gerade in Kombination mit der Plattform Smart City Solutions prädestiniert, die Brücke zur Digitalisierung von Städten und der Umwelt zu schlagen. (bs)

www.intergeo.de

Stichwörter: Kongresse, Messen, Hinte, Intergeo 2017, Geodaten-Management, Smart City

Bildquelle: HINTE Messe- und Ausstellungs-GmbH / INTERGEO

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