EU-Benchmark 2017:
E-Government wird erwachsen


[1.12.2017] Die paneuropäische Studie E-Government-Benchmark zeigt, dass drei von fünf europäischen Behördendiensten bereits online und davon mehr als die Hälfte mobil nutzbar sind. Deutschland zeigt im Bereich Transparenz Ergebnisse weit über den europäischen Durchschnittswerten.

Immer mehr E-Government-Dienste sind für die mobile Nutzung geeignet. Europas E-Government wird erwachsen: Services, die Bürger auch mobil nutzen können nehmen zu, und die Online-Verfügbarkeit von Behördendiensten schreitet voran. Das ist das Ergebnis der 14. Benchmark-Messung europäischer E-Government-Dienste, welche die EU-Kommission veröffentlicht hat. Erstellt wurde der Studienbericht von Capgemini und Partnern.
Laut Capgemini sind 2017 54 Prozent der angebotenen Dienste für die mobile Nutzung geeignet, im Vergleich zu 27 Prozent im Jahr 2015. Die Nutzerorientierung der europäischen öffentlichen Dienste erreichte einen Durchschnitt von 85 Prozent, was auf ein ausgereiftes Niveau der Online-Verfügbarkeit von Diensten und von Interaktions- und Feedback-Möglichkeiten zwischen Bürgern und Verwaltungen hinweise.
Im Bereich Transparenz liegt Deutschland laut der Pressemitteilung von Capgemini weit über dem europäischen Durchschnitt. Marc Reinhardt, Leiter Public Sector bei Capgemini Deutschland, sagt: „Die Ergebnisse untermauern, wie wertvoll tiefergreifende Transparenzgesetze wie die der Bundesländer Bremen, Hamburg und Rheinland-Pfalz für den Ausbau der Transparenz in Behörden und im weiteren Sinne für die Verwirklichung des Open-Government-Gedankens sind. In Deutschland zeigen sich Fortschritte in den Lebenslagen Arbeit und Unternehmensgründung, mit einer stetigen Steigerung sowohl der Quantität von Online-Serviceangeboten als auch der Qualität – gekennzeichnet insbesondere durch nutzerfreundlichen mobilen Zugang und Transparenz in der Erbringung der Dienstleistung.“
Verbesserungspotenzial besteht nach Angaben von Capgemini beim Nutzererlebnis in den Serviceinteraktionen zwischen Bürger und Verwaltung. Reinhardt hierzu: „Deutschland setzt an richtiger Stelle an. Das Digitalisierungsprogramm zielt auf deutschlandweit besser verfügbare Online-Services, der Portalverbund will Benutzerfreundlichkeit und Qualität der Services erhöhen, und mit der Modernisierung und Harmonisierung der Register kommen wir der Vision des „Once Only“ Prinzips einen großen Schritt näher.“
Nach Angaben von Capgemini wurden für den diesjährigen Benchmark 10.000 Websites in den EU28+ Ländern überprüft. Bewertet wurden Quantität und Qualität digitaler Behördenservices für vier Lebenslagen: Unternehmensgründung, Verlust und Suche nach einem Arbeitsplatz, Studium und Familienleben. (ba)

Download des E-Government Benchmark 2017 (PDF; 5,7 MB) (Deep Link)
Weitere Informationen zum E-Government Benchmark (Deep Link)
www.capgemini.de

Stichwörter: Politik, Capgemini, E-Government-Studie, EU-Kommission

Bildquelle: Capgemini

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik
Digital Government Barometer 2017: Deutsche sehen wenig Fortschritte
[11.12.2017] Weniger als jeder zweite Deutsche sieht Fortschritte bei der Verwaltungsdigitalisierung. Zu diesem Ergebnis kommt der Digital Government Barometer 2017, erstellt vom Unternehmen IPSOS im Auftrag von Sopra Steria. mehr...
EU: Digitales Zugangstor schaffen
[5.12.2017] Ein zentrales digitales Zugangstor soll künftig unter anderem die Beantragung von Geburtsurkunden, Kraftfahrzeuganmeldungen oder Unternehmensgründungen innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten erleichtern. mehr...
Baden-Württemberg: Über Digitalisierung nicht nur reden
[5.12.2017] Bei der „Morgenstadt-Werkstatt trifft Digitale Zukunftskommune@BW“ sprach Innenminister Thomas Strobl über die geplante Milliardeninvestition in die Digitalisierung Baden-Württembergs. Städte, Gemeinden und Kreise sollen deutschlandweit Vorreiter werden. mehr...
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (r.) beim Makeathon im Rahmen der Morgenstadt-Werkstatt.
Bremen: Entwurf für EGovG beschlossen
[30.11.2017] Einen Entwurf für das E-Government-Gesetz (EGovG) Bremens hat der Senat beschlossen. Zu den zentralen Inhalten zählen die vollständige Umstellung auf die E-Rechnung, die flächendeckende Einführung der E-Akte und die Barrierefreiheit der digitalen Verwaltungsangebote. Außerdem müssen Behörden eine verschlüsselte Kommunikationsmöglichkeit anbieten. mehr...
Den Entwurf für ein E-Government-Gesetz hat der Bremer Senat beschlossen.
Nordrhein-Westfalen: Bürgervorschläge zum Bürokratieabbau
[27.11.2017] Die nordrhein-westfälische Landesregierung hatte die Bürger um Ideen gebeten, wie die Verwaltung digitalisiert und vereinfacht werden kann. Diese sollen in eine Auswertung mit Vorschlägen zum Bürokratieabbau einfließen, die dem Landtag im Laufe des kommenden Jahres vorgelegt werden soll. mehr...
Suchen...
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Politik:
Aktuelle Meldungen