Studie:
Kaum Fortschritte durch Modernisierung


[22.10.2010] Die Verwaltungsmodernisierung in Bund und Ländern hat kaum Fortschritte gebracht, so das Ergebnis einer Befragung der Hertie School of Governance sowie der Universitäten Potsdam und Leipzig unter mehr als 300 Spitzenbeamten.

Eine gemeinsame Befragung der Hertie School of Governance sowie der Universitäten Potsdam und Leipzig hat ergeben, dass die Verwaltungsreformen der vergangenen Jahrzehnte nach Meinung von Beamten in Bund und Ländern kaum Fortschritte gebracht haben. Für die Studie waren 351 oberste Führungskräfte der Bundes- und der Länderverwaltungen befragt worden. „Offensichtlich sind die Reformen bisher an ihren Protagonisten, den Beamten, vielfach vorbeigegangen. Reformansätze wie E-Government, neue Wege im Budget-Management und die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft und dem Non-Profit-Sektor werden weiterhin mit Skepsis betrachtet“, erläutert Studienleiter Gerhard Hammerschmid von der Hertie School of Governance. Den zunehmenden Budgetdruck in der Verwaltung macht die überwältigende Mehrheit der Beamten (80,9 Prozent) zwar als größte Herausforderung aus, beurteilt mögliche Gegenmaßnahmen jedoch sehr kritisch. Als konstruktiven Weg der Modernisierung sehen die Befragten vor allem Personalentwicklungsmaßnahmen sowie eine Reform des Dienstrechts an. 60 Prozent halten die Einführung von Leistungsanreizen und Sanktionsmöglichkeiten für erforderlich. Die Auswahl und Qualifizierung von Führungskräften empfindet die Mehrheit als mangelhaft. Nach Angaben der Hertie School of Governance hat die Studie, die vom Institut für den öffentlichen Sektor unterstützt wurde, auch ergeben, dass die Spitzenbeamten weitaus stärker aktiviert und einbezogen werden müssen, sollen die Reformen künftig erfolgreich sein. (cs)

Die Umfrage-Ergebnisse als Download (PDF, 890 KB) (Deep Link)
http://www.hertie-school.org
http://www.publicgovernance.de

Stichwörter: Studie, Verwaltungsreform, Verwaltungsführung, Hertie School of Governance, Universität Potsdam, Universität Leipzig



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