Bund:
Gründe für Linux-Abkehr im Auswärtigen Amt


[13.5.2011] Eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion zur Förderung von freier und quelloffener Software in Bundesbehörden und insbesondere im Auswärtigen Amt hat die Bundesregierung beantwortet.

Die Bundesregierung hat weitere Details zur Rückmigration des Auswärtigen Amtes (AA) auf Windows und Microsoft-Software (wir berichteten) erläutert. Vorausgegangen war eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. In der Antwort heißt es hierzu, im Auswärtigen Amt werde Open-Source-Software weiterhin dort eingesetzt, wo dies technologisch und wirtschaftlich sinnvoll sei – derzeit überwiegend im Back End und zur Absicherung der Netzinfrastruktur. Auf den Desktops der Behörde werde ab 2012 Windows 7 und MS-Office 2010 eingeführt; bis Anfang 2014 soll die Umstellung auf den neuen PC-Standardarbeitsplatz abgeschlossen sein. Laut dem Papier hatten unter anderem erhebliche Beschwerden der Nutzer hinsichtlich Bedienbarkeit, Anwenderfreundlichkeit, fehlender Integration und mangelhafter Interoperabilität der quelloffenen Lösungen dazu geführt, dass das Auswärtige Amt von einer ausschließlichen Ausrichtung auf Open Source abgekehrt sei. Als grundlegendes Problem der Linux-Strategie im AA wird zudem der hohe Personalaufwand genannt, welchen die Pflege der selbst entwickelten Linux-Distribution mit sich gebracht habe – der Einsatz freier Software sei dadurch letztlich unwirtschaftlich gewesen. Der bei der Anfrage federführende grüne Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz bezeichnete die Antworten der Bundesregierung im Blog GrünDigital als teilweise bizarr und nicht nachvollziehbar. Insgesamt erhärte sich der Eindruck, dass es nach wie vor keine kohärente Strategie der Bundesregierung zu freier Software und offenen Standards gebe. Vielmehr scheine sich zu bestätigen, dass es bei der Leitung des Auswärtigen Amtes offensichtlich keinen politischen Willen mehr gebe, an der bisherigen Open-Source-Strategie festzuhalten und dieser durch eine konsequente Weiterentwicklung zum Erfolg zu verhelfen. Dies sei bedauerlich. (bs)

Zur Antwort der Bundesregierung (Deep Link)
gruen-digital.de (Deep Link)
http://www.auswaertiges-amt.de

Stichwörter: Auswärtiges Amt, Open Source, IT-Strategie, Cornelia Rogall-Grothe, Konstantin von Notz



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