Studie:
Online-Fahndung in sozialen Netzen


[29.10.2014] Vor- und Nachteile der Öffentlichkeitsfahndung in sozialen Netzen wurden an der Technischen Universität Berlin untersucht. Der zugehörige Forschungsbericht wurde jetzt veröffentlicht.

Forscher schlagen Regeln für die Online-Fahndung in sozialen Netzwerken vor. Medienwissenschaftler des Instituts für Sprache und Kommunikation an der Technischen Universität Berlin haben Vor- und Nachteile der Öffentlichkeitsfahndung in sozialen Netzen untersucht. In dem jetzt veröffentlichten Forschungsbericht werden konkrete Empfehlungen formuliert, damit Nutzen und Risiken solcher Fahndungsmethoden in einem angemessenen Verhältnis stehen. Unter anderem regen die Forscher eine Revision der Rechtfertigungsgrundlagen für die Fahndung in sozialen Netzwerken an. Darüber hinaus sollten laut dem Forschungsbericht Fahndungsdaten nur auf Polizei-eigenen Servern gespeichert und in sozialen Netzen lediglich ein Link veröffentlicht werden, der auf die offizielle Fahndungswebsite verweist. Für News-Seiten, Online-Zeitungen oder Weblogs sollten gesetzliche Vorgaben formuliert werden, die eine Löschung personenbezogener Daten nach Abschluss einer Öffentlichkeitsfahndung vorsehen. Zudem sollten bei Online-Fahndungen Kommentarfunktionen sozialer Netzwerke abgeschaltet werden. Der Forschungsbericht wurde im Rahmen der 88. Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder beraten und im Anschluss an den Strafrechtsausschuss der Justizministerkonferenz weitergeleitet. Dieser will die Studie in die Beratungen zur Neuformulierung der Rechtsgrundlagen für die Öffentlichkeitsfahndung in sozialen Netzen einbeziehen. (bs)

Zum Forschungsbericht der TU Berlin (Deep Link)

Stichwörter: Social Media

Bildquelle: PEAK Agentur für Kommunikation

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