Open Data:
Europaweites Portal geplant


[9.2.2015] Die Entwicklung eines europaweiten Open-Data-Portals plant die EU-Kommission. Auf der Plattform sollen Daten von 39 europäischen Ländern zusammenfließen. Für die Kernkomponenten des Portals zeichnet unter anderem das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS verantwortlich.

Die Europäische Kommission will ein europaweites Open-Data-Portal entwickeln, testen und schließlich in Betrieb nehmen. Mitentwickeln wird die Plattform laut eigenen Angaben das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS. Die Plattform vereine Daten von 39 europäischen Ländern. Sie soll die Auffindbarkeit und Wiederverwendbarkeit offener Daten verbessern. Die Daten werden vollständig veröffentlicht, sodass jeder Bürger mit einem Internet-Zugang Zugriff darauf hat. Fraunhofer FOKUS werde als einer der hauptverantwortlichen technischen Partner die Kernkomponenten des Portals entwickeln. Dazu zählen unter anderem das Datenregister und so genannte Harvesting-Mechanismen. Das Datenregister biete anhand von Metadaten einen zentralen Zugang zu Datensätzen in zahlreichen europäischen Datenbanken. Das so genannte Harvesting durchforste die Datenbanken der Mitgliedstaaten regelmäßig nach offenen Datensätzen. Die EU-Kommission will mit dem Open-Data-Portal dazu beitragen, bislang ungenutztes wirtschaftliches Potenzial von offenen Daten freizusetzen. Der Gewinn, den die 28 Mitgliedsländer mit öffentlichen Daten generieren können, wird laut der Meldung auf mehr als 40 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Außerdem soll das Portal dazu beitragen, die Verwaltungsabläufe in den Ländern zu verbessern, den wissenschaftlichen Fortschritt zu beschleunigen, gesellschaftliche Herausforderungen besser zu lösen und EU-Bürgern mehr Einflussmöglichkeiten auf politische und administrative Prozesse zu geben. „Das pan-europäische Open-Data-Portal ist das wahrscheinlich weltweit ambitionierteste Open-Data-Projekt“, kommentiert Matthias Flügge, Leiter des eGovernment- Kompetenzzentrums ELAN am Fraunhofer-Institut FOKUS. „Es ist ein Meilenstein für die grenz- und sektorübergreifende Weiterverwendung von Daten der öffentlichen Hand in Europa. Wir freuen uns, dass wir unsere umfangreichen Erfahrungen im Bereich Open Data und unsere tiefgreifende Kenntnis des öffentlichen Sektors in dieses Projekt einbringen können.“ Capgemini Consulting leitet laut der Meldung das dreijährige Projekt und arbeitet dafür mit einer Reihe von Partnern und Subunternehmern zusammen. Neben dem Fraunhofer FOKUS sind Sogeti, Intrasoft International, das Open Data Institute, con terra, die University of Southampton und time.lex Mitglieder im Konsortium. (ve)

http://www.fokus.fraunhofer.de

Stichwörter: Panorama, Open Data, Europa, International



Druckversion    PDF     Link mailen



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Panorama
Sopra-Steria-Umfrage: Klare Erwartungen an Online-Angebot
[26.1.2022] Das Beratungsunternehmen Sopra Steria hat eine Umfrage zu den Erwartungen der Bürger an die digitale Verwaltung durchgeführt. Ein hoher Anteil der Befragten gab an, sich schnellere Reaktionszeiten der Behörden und eine bessere Vernetzung der Behörden zur Datenweitergabe zu wünschen. mehr...
Sachsen-Anhalt: Elektronisches Polizeirevier kommt an
[20.1.2022] Das runderneuerte Online-Polizeirevier in Sachsen-Anhalt verzeichnete im Pandemiejahr 2021 einen steilen Anstieg der Nutzerzahlen. Das E-Revier erspart nicht nur den Bürgern einen Besuch auf der Wache, auch die bearbeitenden Behörden profitieren durch eine vereinfachte Bearbeitung. mehr...
Telekom: Drohnen im Rettungseinsatz
[18.1.2022] Das vom BMVI finanzierte, zum Jahresende 2021 abgeschlossene Projekt VISION erprobte die Unterstützung von Rettungskräften durch vernetzte integrierte Drohnen. Diese erlauben die laufende Erfassung von Notsituationen im Innen- oder Außenbereich und somit schnelleres Agieren. mehr...
Kippflügler als Rettungsdrohne.
eGov-Campus: Erster Kurs des HPI
[17.1.2022] Am 15. Februar startet das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) seinen ersten Selbstlernkurs auf dem eGov-Campus. In 150 Stunden, bestehend aus Erklärvideos und Übungsaufgaben, sollen die Teilnehmer mit den wichtigsten Technologien für die Verwaltungsdigitalisierung vertraut gemacht werden. mehr...
Bundesverwaltungsamt: Standort Magdeburg schnell ausbauen
[14.1.2022] In Magdeburg soll einer der größten Standorte des Bundesverwaltungsamts entstehen. Geplant ist, unter anderem die wichtige Zukunftsaufgabe Registermodernisierung dort anzusiedeln. Nun verzögert sich der Bezug des Gebäudes aber auf unbestimmte Zeit. mehr...
Suchen...

 Anzeige


Aktuelle Meldungen