Niedersachsen:
Das ganze Land in 3D


[20.10.2017] Die gesamte Fläche des Landes Niedersachsen liegt jetzt als digitale 3D-Karte vor. Der Datensatz wird für Hochwassersimulationen, die Berechnung von Lärm- oder Schadstoffausbreitungen oder vom Kampfmittelbeseitigungsdienst genutzt.

Ganz Niedersachsen – hier die Stadt Braunschweig – steht jetzt als dreidimensionaler Datensatz zur Verfügung. Einen dreidimensionalen Datensatz für das Land Niedersachsen hat das Landesamt für Geoinformation und Landvermessung Niedersachsen (LGLN) aufgebaut. Wie die Behörde berichtet, liegt die gesamte niedersächsische Landesfläche jetzt als digitale 3D-Karte vor. Diese zeichne sich vor allem durch eine bisher unerreichte Genauigkeit und Dichte von Höheninformationen aus. Für die 3D-Karte haben in den vergangenen zwei Jahren spezialisierte Fachfirmen in insgesamt drei Messkampagnen aus der Luft mehr als 300 Milliarden Messwerte gesammelt und an die Landesvermessung abgegeben.
Der mittels Laserscanning aufgebaute 3D-Datensatz soll laut LGLN helfen, Niedersachsen und seine Menschen bei Naturkatastrophen oder bei Großschadenslagen besser zu schützen. Neben Hochwassersimulationen werde er etwa beim Berechnen von Lärm- oder Schadstoffausbreitungen eingesetzt, zudem könnten damit 3D-Stadtmodelle unterschiedlicher Detaillierungsstufen generiert werden. Um mögliche Bombenblindgänger in Bereichen aufzuspüren, die sich seit Ende des Zweiten Weltkriegs gar nicht oder wenig verändert haben, etwa in Waldgebieten, nutze auch der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) regelmäßig die neuen 3D-Laserscandaten.
„Mit den jetzt vorliegenden 3D-Daten können wir Geländemodelle mit einer Genauigkeit von 20 Zentimetern erstellen, bislang lagen die besten Werte bei rund einem halben Meter. Für Katastrophenszenarien sind das Welten, die zwischen diesen Zahlen liegen“, erklärte dazu Niedersachsens Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius. „Mit genaueren Geländemodellen können wir beispielsweise Überschwemmungen präziser vorhersagen und entsprechende Gegenmaßnahmen zielgenauer planen.“ Für die landesweite Beschaffung der 3D-Laserscandaten hat das LGLN rund drei Millionen Euro ausgegeben. (bs)

www.lgln.niedersachsen.de
www.mi.niedersachsen.de

Stichwörter: Geodaten-Management, Niedersachsen, 3D

Bildquelle: LGLN

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