Niedersächsische Steuerverwaltung:
Windows statt Linux?


[27.7.2018] Die Arbeitsplatz-Computer der niedersächsischen Steuerverwaltung sollen von Linux auf Windows umgestellt werden. 5,9 Millionen Euro will die Landesregierung im ersten Jahr für die Migration locker machen.

In der niedersächsischen Steuerverwaltung sollen die Arbeitsplatz-Computer von Linux auf Windows migriert werden. Das ist in einem Bericht von heise online zu lesen. Derzeit laufen in der Steuerverwaltung des Bundeslands etwa 13.000 Arbeitsplatzcomputer mit einem Linux-Betriebssystem (wir berichteten), für das entsprechende Fach- und Büroanwendungen meist ebenfalls als Open Source Software bereitgestellt werden. Wie eine Sprecherin des Finanzministeriums gegenüber heise online bestätigte, ist nun eine Migration der Rechner auf ein Betriebssystem von Microsoft „in einer dann aktuellen Version“ geplant. Dabei werde es sich vermutlich um Windows 10 handeln.
„Hierzu werden gerade im Landesamt für Steuern Niedersachsen die Rahmenbedingungen und möglichen Lösungsalternativen erarbeitet“, heißt es aus Hannover gegenüber heise online. Für Windows spreche insbesondere, dass das Betriebssystem bereits in der Finanzverwaltung in großem Umfang insbesondere im Außendienst und bei Telearbeitsplätzen eingesetzt werde. Die Landesregierung habe vorgegeben, die Arbeitsplatzsysteme zu vereinheitlichen und so Verfahren zu vereinfachen sowie die Software-Entwicklung im steuerlichen Konsens-Verbund zu erleichtern. Für das über mehrere Jahre laufende Gesamtprojekt wolle die Exekutive im kommenden Jahr 5,9 Millionen Euro und für die Folgejahre jeweils 7 Millionen Euro zur Verfügung stellen.
Für detailliertere Aussagen, welcher der derzeit untersuchten Lösungsansätze tatsächlich verfolgt wird, sei es noch zu früh, erklärte das Ministerium gegenüber heise online weiter. Zunächst müssten die Rahmenbedingungen festgelegt und eine Vorauswahl möglicher Lösungsansätze getroffen werden. Im Anschluss könne eine „Entscheidung über das weitere Vorgehen und eine Kosten-Nutzen-Abwägung in Auftrag gegeben werden“. Aufgrund der Komplexität des IT-Betriebs und der sehr heterogenen Rahmenbedingungen dürften fundierte Angaben dazu nicht vor Ende des Jahres möglich sein, heißt es in dem Bericht von heise online.
Ganz überraschend kommt das Vorhaben der Migration laut heise online nicht. So haben SPD und CDU in ihrem Koalitionsvertrag von 2017 für die Steuerverwaltung festgehalten: „Wir werden den in Niedersachsen bislang linuxbasierten Verfahrensbetrieb aufgeben.“ Mit diesem Ansatz solle die länderübergreifende Zusammenarbeit erleichtert und der „Aufwand in Programmierung und Verfahrensbetreuung“ reduziert werden. Begriffe wie Open Source oder freie Software tauchten in dem rot-schwarzen Fahrplan nicht auf.
Damit verfolgt Niedersachsen einen ganz anderen Weg als Schleswig-Holstein. Hier hat der Landtag kürzlich den Antrag der Regierung angenommen, auf quelloffene Software zu wechseln (wir berichteten) – unter anderem, um die Abhängigkeit von Monopolisten zu verringern und Sicherheitslücken gering zu halten. (ba)

Zur Meldung auf heise online (24.7.2018) (Deep Link)
www.lstn.niedersachsen.de

Stichwörter: IT-Infrastruktur, Niedersächsische Steuerverwaltung, Linux, Open Source, Microsoft



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich IT-Infrastruktur
Dataport: Broker vermittelt mehr Nachrichten
[10.1.2019] Im vergangenen Jahr haben Behörden mehr als 31 Millionen Nachrichten über den Nachrichtenbroker von Dataport ausgetauscht. Das sind rund 39 Prozent mehr als im Vorjahr. mehr...
Nachrichtenbroker von Dataport verzeichnet deutlichen Anstieg.
Sachsen-Anhalt: Glasfaser für alle Schulen
[11.12.2018] In Sachsen-Anhalt sollen alle Schulen einen Glasfaseranschluss erhalten. Das Projekt Glasfaser für die Schulen wird dafür in das Vorhaben rund um die Erneuerung des Landesdatennetzes aufgenommen. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Homeoffice bei der Polizei
[10.12.2018] Die nordrhein-westfälische Polizei wird es ihren Mitarbeitern künftig ermöglichen, Büroarbeit auch von zu Hause aus zu erledigen. In einem ersten Schritt werden für das Vorhaben 1.000 Telearbeits-PCs zur Verfügung gestellt. mehr...
Ihre Büroarbeit können die Mitarbeiter der nordrhein-westfälischen Polizei künftig auch im Homeoffice erledigen.
Schleswig-Holstein: 50 Jahre IT im Norden
[10.12.2018] Auf eine 50-jährige Geschichte blickt die IT in Schleswig-Holstein zurück. Mit Dataport, der Nachfolgeorganisation der 1968 gegründeten Datenzentrale Schleswig-Holstein, steht dem Land ein länderübergreifend arbeitender IT-Dienstleister zur Seite. mehr...
Netze des Bundes: BDBOS übernimmt
[6.12.2018] Die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) übernimmt zum neuen Jahr die Netze des Bundes. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik wird weiterhin den Schutz des Regierungsnetzes verantworten. mehr...
Verwaltungsvereinbarung über die dauerhafte Zusammenarbeit zur Gewährleistung der Sicherheit der „Netze des Bundes“ (NdB) geschlossen.
Suchen...
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich IT-Infrastruktur:
TSA - Teleport GmbH
06108 Halle (Saale)
TSA - Teleport GmbH
Citrix Systems GmbH
80636 München
Citrix Systems GmbH
Aktuelle Meldungen