Studie:
Kooperative IT-Vorhaben meistern


[13.8.2018] Wie Behörden föderale und ressortübergreifende IT-Vorhaben erfolgreich umsetzen können, hat Cassini Consulting untersucht. Fünf Tipps hat das Unternehmen für die Bundes- und Landesverwaltungen aus dieser Studie herausgearbeitet.

Eine Studie zeigt auf, wie Behörden föderale und ressortübergreifende IT-Vorhaben erfolgreich umsetzen können. Kooperative IT-Vorhaben, an denen entweder Bund und Länder, mehrere Bundesländer oder mehrere Ressorts der Bundes- oder einer Landesverwaltung zusammenarbeiten, hat Cassini Consulting in einer Studie untersucht. Wie das Unternehmen mitteilt, fasst die Untersuchung Erkenntnisse von praxiserfahrenen Akteuren aus Bundes- und Landesbehörden, von Bundes- und Landes-IT-Dienstleistern sowie von externen IT-Serviceunternehmen zusammen. Ferner gebe die Studie Tipps, wie sich die Herausforderungen kooperativer IT-Vorhaben meistern lassen. Laut Cassini Consulting ist es zum Beispiel wichtig, dass sich die Beteiligten auf Augenhöhe begegnen: Die Beteiligten müssen mit ihren spezifischen Interessen als gleichberechtigt anerkannt sein und sich angemessen einbringen können. Um ein umfassendes und praxistaugliches Resultat zu erzielen, werden die Perspektiven aller Akteure benötigt. Werden alle betroffenen Einrichtungen einbezogen, werden sie auch für die Ergebnisse mit verantwortlich, was die Bereitschaft zur konstruktiven Zusammenarbeit fördere. Laut Cassini Consulting sollte bei den kooperativen IT-Vorhaben außerdem Kompetenzgerangel vermieden werden. Alle Teilnehmer sollten wissen, wer welche Entscheidung treffen kann und muss. Diese Entscheidungen müssen dann für alle weiteren Ebenen verbindlich sein.

Projektleiter erzeugt Erfolgsdruck

Wichtig ist es laut der Untersuchung außerdem, den idealen Projektleiter einzusetzen, der durchsetzungsfähig, vernetzt und vertrauenswürdig ist. Nicht zuletzt für die Zusammenarbeit mit den übergeordneten Gremien sollte er über ein tragfähiges Netzwerk und gutes Stehvermögen verfügen. Seine persönliche Vertrauensweise beeinflusse wesentlich das Vertrauen aller Beteiligten in das Gesamtvorhaben. Soziale und kommunikative Kompetenzen seien daher essenziell, um das Leitbild einer Kooperation auf Augenhöhe glaubhaft vorzuleben. Zusätzlich seien persönliche Autorität und Durchsetzungsfähigkeit erforderlich, um Konflikte konsequent zu lösen und das Projekt voranzutreiben.
Den größten Aufwand verursachen in kooperativen IT-Vorhaben meist die wenig praxisrelevanten Sonder- und Ausnahmefälle, hält Cassini Consulting weiter fest. Es seien daher jene Aufgaben zu priorisieren, die in der Praxis mengen- oder wirkungsmäßig die größte Relevanz haben. Damit eine belastbare Einigung darüber gelingen kann, welche Aufgaben zentral und welche nebensächlich sind, müssen sich die Beteiligten wiederum auf Augenhöhe begegnen: Keine Partei sollte versuchen, ihre Interessen kompromisslos durchzusetzen. Weiter empfiehlt die Studie das Erzeugen von Erfolgsdruck. Druck von außen sei für den Erfolg kooperativer IT-Vorhaben ausgesprochen hilfreich. Wenn er sich auf alle Beteiligten gleichermaßen verteile, fördere er die Kompromissfähigkeit und Ergebnisorientierung der Beteiligten und lasse sie ihre Einzelinteressen zurückstellen. Bei föderalen IT-Vorhaben habe sich hier vor allem die kontinuierliche Einbindung der zuständigen Fachministerkonferenz bewährt.

Praxisleitfaden zum Download

Einen Praxisleitfaden für kooperative IT-Vorhaben stellt Cassini Consulting kostenlos im Internet zur Verfügung. Darin finden sich noch mehr Anregungen für erfolgreiche und ressortübergreifende IT-Projekte. (ve)

Gemeinsam besser. Praxisleitfaden für kooperative IT-Vorhaben. (PDF, 13,7 MB) (Deep Link)

Stichwörter: Panorama, Cassini Consulting, Studie

Bildquelle: higyou – Fotolia.com

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