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Niedersachsen:
Masterplan Digitalisierung


[23.8.2018] Mit ihrem Masterplan Digitalisierung will die Landesregierung Niedersachsen nicht nur mit einer zukunftsfähigen Infrastruktur ausrüsten, sondern auch die Verwaltung modernisieren, das Lehren und Lernen in der digitalen Welt fördern oder Wirtschaft und Verkehr smart voranbringen.

Ein Masterplan soll die Digitalisierung in Niedersachsen voranbringen. Einen Masterplan Digitalisierung hat jetzt die niedersächsische Landesregierung beschlossen. „Damit legt die Landesregierung ihre Schwerpunkte für die nächsten Jahre fest“, erklärt Ministerpräsident Stephan Weil. „Wir betrachten die Digitalisierung als eine ressortübergreifende Querschnittsaufgabe, die für alle Ministerien eine herausgehobene Bedeutung hat.“ Wie die niedersächsische Staatskanzlei mitteilt, umfasst der Masterplan vom Breitband-Ausbau über die digitale Bildung bis hin zur Verwaltungsmodernisierung Themen der Digitalisierung im Land. Über eine Milliarde Euro werde Niedersachsen bis zum Jahr 2022 in den Ausbau der digitalen Infrastruktur und die Digitalisierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft investieren. Unter anderem ist vorgesehen, dass 2025 alle Haushalte Niedersachsens mit gigabitfähigen Internet-Anschlüssen versorgt sind. Gleichzeitig sei geplant, alle Schulen, Universitäten und Hochschulen sowie alle Gewerbegebiete und die niedersächsischen Seehäfen gigabitfähig zu versorgen. Um diese Ziele zu erreichen, setze die Landesregierung auf eine vereinfachte Förderung, eine Entbürokratisierung des Netzausbaus und auf schnelle Ausbaumethoden. 2018 stehen bereits 100 Millionen Euro für die Aufbauoffensive in Gigabitnetzen zur Verfügung, heißt es in der Pressemitteilung der Staatskanzlei weiter. Bis Ende 2020 wolle die Landesregierung mindestens 300 Millionen Euro in den Gigabitausbau investieren, bis Ende 2022 mindestens 500 Millionen Euro. Auch Funklöcher, vor allem in ländlichen und grenznahen Gebieten, auf Bahn- und Schiffverkehrswegen, will Niedersachsen schließen. Dafür werde das Land erstmals eigene Mittel investieren. Mit 20 Millionen Euro soll gemeinsam mit den Telekommunikationsunternehmen bis zum Jahr 2021 eine hundertprozentige 4G- beziehungsweise LTE-Versorgung im Land erreicht werden.

Medienbruchfreie Verwaltungsprozesse

Auch in der niedersächsischen Verwaltung soll die Digitalisierung vorangebracht werden. Geplant ist laut der Staatskanzlei die durchgängige Einführung weitestgehend medienbruchfreier Verwaltungsprozesse und damit letztlich die Digitalisierung aller Arbeitsschritte. Im Kern gehe es um die Transformation der papiergebundenen elektronischen Verwaltung. Vorgesehen ist, für alle im niedersächsischen Verwaltungsportal beschriebenen Verwaltungsleistungen digitale Angebote sowie Online-Antragsverfahren mit Assistenzsystemen und elektronischen Formularen zu entwickeln. Ein weiterer Schwerpunkt des Digitalisierungsprozesses liegt laut der Staatskanzlei in der Intensivierung des Lehrens und Lernens in der digitalen Welt. Die Schulen und Bildungseinrichtungen in Niedersachsen sollen deshalb nicht nur möglichst zeitnah eine leistungsstarke Netzanbindung und die für digitales Lernen notwendige Infrastruktur erhalten. Um Schüler beim digitalen Lernen fördern und begleiten zu können, sollen auch die Lehrkräfte sowie das Funktions- und Leitungspersonal in den Schulen die notwendige Qualifizierung und Beratung erhalten.

Hilfe für die Wirtschaft

Weitere Themenfelder des Masterplans entfallen auf die Wirtschaft, den Verkehr, die ambulante Pflege oder die Telemedizin. Um die heimische Wirtschaft bei der Digitalisierung zu unterstützen, will das Land im Herbst 2018 eine Digitalagentur Niedersachsen einrichten, welche die bereits bestehenden Beratungsangebote für kleine und mittelständische Unternehmen koordiniert. Geplant sei außerdem ein Digitalbonus für Mittelstand und Handwerk. Mit Fördergeldern in einem Gesamtumfang von bis zu 15 Millionen Euro sollen Unternehmen bei Investitionen in die Digitalisierung von Dienstleistungs- und Betriebsprozessen sowie bei der Einführung von IT-Sicherheitssystemen unterstützt werden. Anknüpfend an die jeweiligen regionalen Forschungskompetenzen werden zudem digitale Hubs zu Zukunftsthemen wie künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen, Robotik oder 3D-Druck aufgebaut, heißt es vonseiten der Staatskanzlei. Beispielsweise in Oldenburg biete die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft die Chance, die Smart-Home-Generation weiterzuentwickeln. Braunschweig biete gute Rahmenbedingungen, um in einem gemeinsamen Ansatz von Stadt, Land und Bund mit Volkswagen Financial Services die Zulassung einer Wagenflotte digital zu ermöglichen. Aber auch Smart Farming steht in Niedersachsen auf der Agenda: Auf Experimentierfeldern soll der gezielte und letztlich reduzierte Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln erprobt werden. Im digitalen Stall der Zukunft wiederum sollen unter realen Bedingungen digitale Lösungen für das Herden-Management, die tierindividuelle Aktivitätenmessung oder die Früherkennung von Krankheiten entwickelt werden.

Verkehr, Pflege, Telemedizin

Mit Blick auf die Automatisierung des Verkehrs sieht der Masterplan nicht nur die Erprobung des autonomen Fahrens vor, sondern auch intelligente Systeme der Verkehrslenkung. Einen weiteren Schwerpunkt stelle die Effizienzsteigerung der Logistik dar. Aber auch im Bereich der ambulanten Pflege soll die Digitalisierung zum Einsatz kommen und die Dokumentation der Pflegeplanung und der gemeinsamen Datennutzung innerhalb eines Versorgungssystems aufgreifen. In der Telemedizin werde erprobt, wie medizinische Fachangestellte bei Hausbesuchen Vitaldaten bei den Patienten erheben und an Hausärzte senden können, die sich bei Bedarf über Videotelefonie zuschalten können. (ve)

http://www.digital.niedersachsen.de

Stichwörter: Politik, Niedersachsen, Breitband, Stephan Weil

Bildquelle: PEAK Agentur für Kommunikation

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