Hessen:
Mobilfunkpakt mit Netzbetreibern


[2.10.2018] Um die Mobilfunkinfrastruktur vor allem in den ländlichen Regionen Hessens zu verbessern, haben das Land und die Netzanbieter Deutsche Telekom, Telefónica Germany und Vodafone einen Zehn-Punkte-Pakt geschlossen.

Gemeinsam mit Mobilfunknetzbetreibern will Hessen weiße Flecken der Mobilfunkversorgung schließen. Laut einem hessischen Kabinettsbeschluss sollen 50 Millionen Euro investiert werden, um die Mobilfunkversorgung im ländlichen Raum zu verbessern (wir berichteten). Jetzt haben der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und die Mobilfunknetzanbieter Deutsche Telekom, Telefónica Germany und Vodafone einen Zehn-Punkte-Plan unterzeichnet, um die letzten Lücken in der Mobilfunklandkarte Hessens zu schließen. Wie die Hessische Staatskanzlei berichtet, sollen bis zu 1.100 neue Mobilfunkstandorte – 300 gefördert vom Land und 800 von den Unternehmen finanziert – zügig und möglichst flächendeckend für ein leistungsfähiges Mobilfunknetz sorgen.
„Mit ihrem Förderprogramm stellt die Landesregierung in den nächsten Jahren 50 Millionen Euro zur Verfügung“, erklärt der stellvertretende Ministerpräsident Tarek Al-Wazir. „Damit können bis zu 300 neue Mobilfunkmasten aufgestellt werden, vor allem in Gebieten auf dem Land, wo es wirtschaftlich für die Netzbetreiber auf absehbare Zeit nicht rentabel sein wird. Dies ergänzt die Ausbauaktivitäten der Unternehmen und hilft, Lücken bei der Mobilfunkversorgung zu schließen. Gleichzeitig richten wir den Blick nach vorn und nehmen mit dem Mobilfunkpakt bereits den 5G-Standard in den Blick, der die mobile Datenübertragung in eine neue Dimension hebt und für Anwendungen wie automatisiertes Fahren unerlässlich ist. Unser Ziel ist es, Vorreiter bei der Versorgung mit diesem extrem schnellen Standard zu werden.“
Geplant ist außerdem, landeseigene Antennenstandorte zu ertüchtigen und ebenso wie Landesimmobilien zu verwenden, um in unterversorgten Gebieten die weißen Flecken zu schließen, heißt es in der Meldung der Staatskanzlei weiter. Für den Bau der Masten soll darüber hinaus das Genehmigungsverfahren vereinfacht werden.

Funklöcher schließen

Mit der Vereinbarung erhöhen die Mobilfunkunternehmen in Hessen ihre Ausbauanstrengungen auch in bislang nicht mit LTE versorgten Gebieten, heißt es in der Meldung weiter. Insgesamt würden dadurch in den kommenden zwei bis drei Jahren rund 800 Mobilfunkstandorte neu errichtet und 4.000 Standorte umfassend modernisiert. Die Versorgung entlang der Hauptverkehrswege soll spürbar vorangetrieben und mindestens auf den 4G-Standard gehoben werden. Ende 2019 erreichen die Netzbetreiber damit eine Versorgungsquote von bis zu 99 Prozent der hessischen Haushalte. Die Investitionen der Mobilfunkunternehmen sollen laut der Meldung eine weitestgehend störungsfreie und deutlich verbesserte Mobilfunkkommunikation ermöglichen, insbesondere im ländlichen Raum.
Die Netzbetreiber sagen außerdem zu, bestehende Breitband-Infrastrukturen, auch jene in kommunaler Hand, bei der Anbindung neuer Mobilfunkmasten zu berücksichtigen. Auch soll in den neuen 5G-Standard und weitere technologische Entwicklungen im Mobilfunkbereich investiert werden. Die Verdichtung und Weiterentwicklung des 4G-LTE-Mobilfunknetzes und die Rahmensetzung für den künftigen Ausbau des 5G-Standards sei ein Kernbestandteil der Gigabitstrategie für Hessen.
„Das Bundesland in der Mitte Deutschlands setzt die Digitalisierung in den Mittelpunkt“, sagt Christoph Clément, Mitglied der Vodafone-Geschäftsleitung. „Gemeinsam mit Hessens Politik wollen wir den Fortschritt jetzt auch im Mobilfunk vorantreiben. Wir wollen die Netze schneller machen und die Funklöcher schließen. Dafür werden wir knapp 2.000 Stationen in Hessen umrüsten und – wo nötig – neu errichten. Wir begrüßen sehr, dass Hessen sich für investitionsfreundliche Rahmenbedingungen stark machen will und das bundesweite nationale Roaming ablehnt.“ (ve)

www.hessen.de

Stichwörter: Breitband, Vodafone, Deutsche Telekom, Telefónica Germany, Hessen, Tarek Al-Wazir, Volker Bouffier, LTE

Bildquelle: Hessische Staatskanzlei

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