Sie befinden sich hier: Startseite > Themen > Politik > Es geht aufwärts

Digital Government Barometer 2018:
Es geht aufwärts


[18.12.2018] Im internationalen Vergleich sind die Bundesbürger bei der Nutzung digitaler Verwaltungsservices zwar zurückhaltend, bewerten die Online-Services einzelner Bereiche jedoch positiver als noch vor einem Jahr. Das zeigt das „Digital Government Barometer 2018“ von Sopra Steria.

In Deutschland hat in den vergangenen zwölf Monaten jeder zweite Bürger elektronische Services der öffentlichen Verwaltung genutzt, 17 Prozent haben die Online-Portale häufiger angesteuert als ein Jahr zuvor. Allerdings haben 48 Prozent der Bürger noch nie einen der digitalen Verwaltungsdienste in Anspruch genommen. Zum Vergleich: In Frankreich, Großbritannien, Norwegen und Spanien nutzen rund 70 Prozent das Online-Angebot der Behörden, mehr als jeder Dritte häufiger als im Jahr davor. Das ergibt die Studie „Digital Government Barometer 2018“ von IPSOS im Auftrag von Sopra Steria (wir berichteten).
„Aus dem eher schleppenden Anstieg der Online-Nutzung lässt sich ein gewisses Akzeptanzproblem ableiten“, sagt Ronald de Jonge, Leiter Management Consulting für den Geschäftsbereich Public Sector von Sopra Steria Consulting. „Vielen Deutschen gehen die vorhandenen Online-Dienste der öffentlichen Verwaltung nicht weit genug. Sobald Angelegenheiten, wie bei der Steuererklärung und der Kfz-Zulassung, komplett oder weitgehend elektronisch erledigt werden können, ist die Akzeptanz größer“, so de Jonge.
Wie Sopra Steria weiter mitteilt, bestätigten die befragten Bürger denn auch mehrheitlich, dass es mit dem digitalen Angebot der deutschen Verwaltung schrittweise aufwärts geht. Die Kurve verlaufe hierzulande allerdings deutlich flacher als in Frankreich, Großbritannien, Norwegen und Spanien. So gaben 52 Prozent der Bundesbürger (vier Prozentpunkte weniger als im Vorjahr) an, heute mehr Behördenleistungen online in Anspruch nehmen zu können als vor einigen Jahren. In Frankreich und Norwegen sind es mehr als 80 Prozent, in Großbritannien und Spanien mehr als 70 Prozent.
Einzelbereiche der öffentlichen Verwaltung werden laut Sopra Steria jedoch positiver bewertet als noch 2017. Dabei stechen etwa die Finanzverwaltungen sowie das Online-Angebot von Justiz und Polizei hervor, denn Leistungen wie das Erstellen und die Abgabe der elektronischen Steuererklärung, die Nutzung schneller digitaler Kommunikationskanäle und Analysemethoden bei der Polizei sowie Fortschritte beim elektronischen Rechtsverkehr kommen bei der Bevölkerung gut an.
„Bund, Länder und Kommunen arbeiten intensiv an diversen Programmen, wenn auch für die Bürger nicht immer sichtbar“, meint Ronald de Jonge. „Investitionen in datengetriebene Organisationsmodelle, Prozess-Management, Strategieentwicklung und Aufgabenpriorisierung stehen bei den Verantwortlichen weit oben auf der Agenda. Sie bilden die Basis für den Portalverbund und das Nutzerkonto. Beide Vorhaben sind für mehr digitalen Service unverzichtbar. Angesichts der großen Erwartungen gilt es, der Bevölkerung diese nötigen Schritte zu einer digitalen öffentlichen Verwaltung besser zu erklären“. (bs)

Zum European Digital Government Barometer 2018 (Deep Link)
http://www.soprasteria.de

Stichwörter: Politik, Sopra Steria Consulting, Studie



Druckversion    PDF     Link mailen



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik
Fachkräfteeinwanderung: NKR plädiert für mehr Digitalisierung
[2.12.2022] Der Nationale Normenkontrollrat macht weitergehende Vorschläge zu den Eckpunkten der Bundesregierung hinsichtlich der Fachkräfteeinwanderung: Die Verfahren könnten durch Digitalisierungsmaßnahmen beschleunigt werden. mehr...
BREKO Jahrestagung 2022: Zwischenbilanz zur Gigabitstrategie
[29.11.2022] Die bisherige Umsetzung der Gigabitstrategie und Perspektiven für den weiteren Glasfaserausbau hierzulande diskutierten Politik und Telekommunikationsbranche bei der BREKO Jahrestagung in Berlin. Rund 700 Teilnehmende zählte der Bundesverband Breitbandkommunikation. mehr...
Digitalcheck: Kritik aus Bayern
[28.11.2022] Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung einen Digitalcheck für neue Gesetze angekündigt. Umgesetzt wurde er bislang nicht. Das kritisiert nun Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach. mehr...
Bundesverwaltungsamt: Katja Wilken ist neue Vizepräsidentin
[28.11.2022] Katja Wilken hat Mitte November das Amt der Vizepräsidentin beim Bundesverwaltungsamt übernommen. Die Juristin soll helfen, den eingeschlagenen Weg der Digitalisierung erfolgreich voranzutreiben. mehr...
Hessen: Mehr Bürgernähe für die Verwaltung
[24.11.2022] Hessens Verwaltung soll bürgernäher werden. Die rechtliche Grundlage dafür soll eine Novelle des E-Government-Gesetzes schaffen. Zu den vorgesehenen Neuerungen gehören Erleichterungen beim verschlüsselten Zugang zu Landesbehörden und ein Digitalcheck für neue Gesetzesvorhaben. mehr...
Anlässlich der ersten Lesung im Landtag erläuterte Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus die Zielrichtung der Novelle für das E-Government-Gesetz.
Suchen...
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Politik:
Aktuelle Meldungen