Bayern:
Blacklist veröffentlicht


[13.3.2019] Um den Behörden im Freistaat Orientierung bei der Durchführung einer Datenschutz-Folgenabschätzung zu geben, hat der bayerische Landesbeauftragte für den Datenschutz jetzt die „Bayerische Blacklist“ veröffentlicht.

Mit Einführung der Datenschutz-Grundverordnung wurde auch die so genannte Datenschutz-Folgenabschätzung verpflichtend. Diese muss durchgeführt werden, wenn eine Datenverarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen zur Folge hat. Dabei muss der für die Datenverarbeitung Verantwortliche strukturiert eine Beschreibung der Risiken erarbeiten und ihnen geeignete technische und organisatorische Maßnahmen entgegensetzen.
Um bayerischen Behörden die Identifizierung solcher Hochrisiko-Verarbeitungen zu erleichtern, hat der Landesbeauftragte für den Datenschutz, Thomas Petri die „Bayerische Blacklist“ veröffentlicht, welche die wichtigsten Fälle aufzählt. „Meine Beratungspraxis hat gezeigt, dass bei vielen öffentlichen Stellen immer noch große Unsicherheiten bestehen, wann und wie eine Datenschutz-Folgenabschätzung genau durchzuführen ist“, so der Landesdatenschutzbeauftragte. „Mit der ‚Bayerischen Blacklist‘ und dem umfangreichen Begleitmaterial möchte ich hier Hilfe und Orientierung für die behördliche Praxis bieten.“
Darüber hinaus wurde nach Angaben von Petri die Mitte Mai 2018 veröffentlichte Orientierungshilfe „Datenschutz-Folgenabschätzung“ überarbeitet und um ein neues, ausführliches Arbeitspapier zur Methodik ergänzt. Eine Fallstudie zeige beispielhaft, wie eine Datenschutz-Folgenabschätzung IT-gestützt effektiv und effizient erarbeitet werden könne.
Die „Bayerische Blacklist“, die aktualisierte Orientierungshilfe mit dem zugehörigen neuen Arbeitspapier sowie die im Rahmen der Fallstudie eingesetzte Software – eine deutsche Version des von der französischen Datenschutz-Aufsichtsbehörde herausgegebenen PIA-Tools – stehen auf der Website des bayerischen Landesdatenschutzbeauftragten zum kostenlosen Download bereit. (bs)

http://www.datenschutz-bayern.de

Stichwörter: IT-Sicherheit, Datenschutz, DSGVO



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich IT-Sicherheit
SecuStack: Sichere Cloud für Behörden
[21.5.2019] Für Behörden und Unternehmen mit sicherheitskritischen Anwendungen bietet das neu gegründete Unternehmen SecuStack jetzt eine spezielle Cloud-Lösung an. mehr...
IT-Sicherheit: Vorteile von Threat Hunting
[10.5.2019] Der Threat-Hunting-Ansatz geht davon aus, dass Bedrohungen in IT-Systemen gefunden werden können, indem sie proaktiv aufgespürt werden. Entscheidend sind Tools, welche die gesamte Behörde im Blick haben. mehr...
BfDI: Tätigkeitsbericht vorgestellt
[9.5.2019] Der Bundesdatenschutzbeauftragte hat seinen 27. Tätigkeitsbericht vorgestellt. Er zieht darin unter anderem eine positive Bilanz der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). mehr...
Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), Ulrich Kelber (l.) übergibt den 27. Tätigkeitsbericht an den Präsidenten des Deutschen Bundestages, Dr. Wolfgang Schäuble.
BSI: VS-NfD-Zulassung für OpenPGP
[9.5.2019] Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat den OpenPGP-Standard zur Übertragung von Verschlusssachen der Einstufung „nur für den Dienstgebrauch“ (VS-NfD) zugelassen. mehr...
Umfrage: Datenschutz statt Behördengang
[6.5.2019] Die Bürger in Deutschland haben mehrheitlich Sorge, dass bei Online-Behördengängen persönliche Daten von Dritten abgegriffen werden. Jeder Zweite hat zudem Bedenken, dass die Verwaltung online weniger Service bietet. Das hat das „Digital Government Barometer 2018“ von Sopra Steria ergeben. mehr...
Aus Angst vor Datendiebstahl meidet die Mehrheit der Bürger den Online-Behördengang.