BfDI:
Tätigkeitsbericht vorgestellt


[9.5.2019] Der Bundesdatenschutzbeauftragte hat seinen 27. Tätigkeitsbericht vorgestellt. Er zieht darin unter anderem eine positive Bilanz der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), Ulrich Kelber (l.) übergibt den 27. Tätigkeitsbericht an den Präsidenten des Deutschen Bundestages, Dr. Wolfgang Schäuble. Gestern (8. Mai 2019) hat der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), Ulrich Kelber, den 27. Tätigkeitsbericht an den Präsidenten des Deutschen Bundestags, Wolfgang Schäuble, übergeben. Der Berichtszeitraum erstreckt sich auf die Jahre 2017 und 2018 und war maßgeblich von den Vorbereitungen auf die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und deren Umsetzung ab dem 25. Mai 2018 geprägt, teilt der BfDI in einer Pressemeldung mit.
Ulrich Kelber: „Mit der DSGVO gilt erstmals ein in der gesamten EU unmittelbar anwendbares europäisches Datenschutzrecht. Die von ihr ausgehende europaweite Harmonisierung kann angesichts globaler und allgegenwärtiger Verarbeitung personenbezogener Daten gar nicht hoch genug bewertet werden. Und es zeigt sich bereits, dass diese sich weit über Europa hinaus zu einem Standard entwickelt, an dem sich Staaten und Regionen vor allem in Asien, Nord- und Südamerika orientieren.“
Die umfangreiche öffentliche Debatte über das neue Datenschutzrecht habe sich erwartungsgemäß auf die Arbeit des BfDI ausgewirkt. So erreichten den BfDI seit dem 25. Mai vergangenen Jahres 6.507 allgemeine Anfragen und 3.108 Beschwerden – das seien innerhalb von gut sieben Monaten mehr als doppelt so viele wie im gesamten Jahr 2017. Zudem wurden dem BfDI seit Anwendungsbeginn der DSGVO etwa 7.300 Datenschutzverstöße von öffentlichen Stellen des Bundes, Post- und Telekommunikationsunternehmen gemeldet. Diese Zahlen zeigen laut der Pressemeldung einerseits den enorm gestiegenen Beratungsbedarf und machen andererseits sehr deutlich, dass die Bürger ihre Datenschutzrechte selbstbewusst wahrnehmen.
Ebenso konnte positiv festgestellt werden, dass die große Mehrzahl der der Aufsicht des BfDI unterliegenden Stellen die Umstellung gut gemeistert hat, heißt es in der Pressemitteilung weiter.
Gleichwohl sieht Ulrich Kelber sowohl in der Datenschutz-Grundverordnung als auch im nationalen Recht Verbesserungsbedarf: „Die anstehende erste Evaluierung der DSGVO sollte genutzt werden, um vor allem beim Scoring und der Profilbildung die Rechte der Bürgerinnen und Bürger zu stärken. Zugleich sollten aber auch solche Informations- und Dokumentationspflichten auf den Prüfstand gestellt werden, die Bürger, Vereine und kleine Unternehmen übermäßig belasten, ohne dass mit ihnen ein wesentlicher datenschutzrechtlicher Mehrwert verbunden ist. Zudem ist in Deutschland selbst die von der DSGVO vorgesehene Schaffung eines umfassenden Datenschutzrechts für Beschäftigte sowie Bewerber überfällig.“
Der Tätigkeitsbericht adressiert darüber hinaus unter anderem folgende Themen: künstliche Intelligenz, Blockchain, Datensouveränität, das Portal ElterngeldDigital, elektronische Gesundheits- und Patientenakten sowie Gesundheits-Apps, Bürgerportale und digitale Verwaltung, Netze des Bundes sowie die Nutzung von Messenger-Diensten. (ba)

Der 27. Tätigkeitsbericht des Bundesdatenschutzbeauftragten zum Download (PDF; 1,7 MB) (Deep Link)
https://www.bfdi.bund.de

Stichwörter: IT-Sicherheit, BfDI, Datenschutz, Ulrich Kelber, Tätigkeitsbericht, DSGVO

Bildquelle: BfDI

Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich IT-Sicherheit
OZG: Verpasste Chance für mehr IT-Sicherheit?  Bericht
[19.5.2022] Den Security-by-Design-Ansatz hat das OZG nicht beschrieben, eine Verordnung zur Sicherung der eingesetzten IT trat erst 2022 in Kraft. Dabei verarbeitet gerade die Verwaltung besonders sensible Daten. Behörden sollten die Bürgerkommunikation deshalb von sich aus durchgängig verschlüsseln. Ein Kommentar von FTAPI-COO Ari Albertini. mehr...
Mecklenburg-Vorpommern: Pro-russischer Hackerangriff verhindert
[12.5.2022] Bundesweit wurden DDoS-Attacken auf Web-Seiten deutscher Behörden und Politiker festgestellt, die auf die pro-russische Hackergruppe Killnet zurückgehen. Nun berichtet das Digitalministerium Mecklenburg-Vorpommern über Abwehrmaßnahmen gegen den technisch wenig avancierten Angriff. mehr...
Mecklenburg-Vorpommern: Cyber-Sicherheitssysteme im Land haben gegen den pro-russischen Hacker-Angriff gut funktioniert.
Digitaler Impfnachweis: Reichlich Lücken im System Bericht
[12.5.2022] Der digitale Impfnachweis wurde in Deutschland mit allzu heißer Nadel gestrickt – und zeigt daher in puncto Sicherheit und Zuverlässigkeit erschreckend viele Mängel. Die Sicherheitslücken nachträglich zu stopfen, ist schwierig bis unmöglich. mehr...
Mit heißer Nadel gestrickt: der digitale Impfnachweis.
Exterro: Vorteile einer cloudbasierten IT-Forensik
[3.5.2022] Nach einem Cyber-Angriff oder einer Datenschutzverletzung kommt die Analyse. Das Unternehmen Exterro, Anbieter einer Legal-GRC-Software für E-Discovery, digitale Forensik und Cybersecurity-Compliance, stellt die Vorteile zentraler Forensik-Lösungen für Firmen und Behörden vor. mehr...
Nach Cyber-Attacken müssen IT-Forensiker häufig enorme Datenmengen untersuchen. Cloudbasierte Forensik-Tools können dabei unterstützen.
IT-Sicherheit: Immer Bescheid wissen Bericht
[2.5.2022] Durch das neue IT-Sicherheitsgesetz und die KRITIS-Verordnung zählen mehr Unternehmen zu Betreibern Kritischer Infrastruktur. Sie müssen nun ihre IT-Sicherheitssysteme überprüfen und oft auch modernisieren. mehr...
Kritische Infrastrukturen (KRITIS) und staatliche Einrichtungen werden für Hacker immer interessanter.
Suchen...

 Anzeige


Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich IT-Sicherheit:
procilon GROUP
04425 Taucha bei Leipzig
procilon GROUP
Aktuelle Meldungen