Jubiläum:
50 Jahre IT für Berlin


[30.9.2019] Das ITDZ Berlin ist der zentrale IT-Dienstleister für die Verwaltung der Hauptstadt und verantwortlich für die Umsetzung des Berliner E-Government-Gesetzes. 2019 feiert das kommunale Unternehmen ein besonderes Jubiläum: 50 Jahre IT in Berlin.

Berliner IT-Dienstleister feiert sein 50-jähriges Jubiläum.
In Berlin wurde im Jahr 1941 der erste programmierbare Rechner der Welt konstruiert. Konrad Zuse hieß der visionäre Ingenieur und Erfinder. Natürlich arbeiteten auch in anderen Teilen der Welt findige Ingenieure am Bau von Großrechnern. Dennoch: In Berlin lebte und wirkte ein Pionier der Digitalisierung – ein idealer Standort also für einen IT-Dienstleister.
Im Juli 1969 nahm das Berliner Landesamt für Elektronische Datenverarbeitung (LED) als Vorgänger des heutigen IT-Dienstleistungszentrums Berlin (ITDZ Berlin) seine Arbeit auf und setzte umgehend die bestmögliche Technik ein. Die damalige Anlage zur Datenverarbeitung beim LED hörte auf den Namen ICL 1905 und besaß eine Speicherkapazität von legendären 64.000 Wörtern – das entspricht einem Buch mit 400 Seiten. Gespeichert wurde nicht auf USB-Stick, CD, Diskette oder Floppy-Disk, sondern auf einem Magnetband.
In den folgenden Jahren verantworteten die rund 230 Mitarbeiter des LED den Aufbau und die Betreuung von Geräten und Übertragungstechnologien in immer mehr öffentlichen Ämtern und Institutionen. Schon damals war diese Arbeit eine kostspielige Angelegenheit: 1972 musste die Stadt Berlin für einen Zentralrechner von IBM mit einer Speicherkapazität von 256 kB 5,3 Millionen DM bezahlen. Heute passen auf einen USB Stick 128 GB.
Zwischen den 1970er- und 1980er-Jahren entwickelte sich die Technik rapide weiter, und die Prozesse wurden immer komplexer. Zugleich machten Firmen wie Microsoft mit ihren Office-Lösungen den PC alltags- und arbeitsplatztauglich. Auch das LED passte seine Tätigkeit an den technischen Fortschritt an. Ende der 1980er-Jahre gab es dort das Kommunikations- und Informationszentrum (KIZ), die Netzadministration, die Bürokommunikation, das Rechenzentrum, die Personal- und Allgemeine Verwaltung sowie das Haushalts- und Vertragswesen.
In den 1990ern führte die Wende viele Menschen und Geschichten zusammen. Auch in der IT. Denn nach 1991 wurden das LED und sein Ostberliner Pendant Magistratsrechenzentrum Ost (MRZ) zusammengelegt. Der neue Behördenname war schnell gefunden: Landesamt für Informationstechnik (LIT). Eine spannende Zeit – kamen hier doch Kompetenzen zusammen, die sich neu aufeinander einstellen mussten. Denn während in West-Berlin viele Quereinsteiger den Weg in die IT gefunden hatten, besaßen die Kollegen aus dem Osten dank einer EDV-Ausbildung das theoretische und praktische Rüstzeug von der Pike auf. Gemeinsam bildeten sie ein immer stärker wachsendes Team in einer dynamischen Branche, in der sich auch die Jobinhalte schnell veränderten. Stellenbeschreibungen wie Bandarchivar oder Zusatzmaschinenbediener bekamen schon bald antiquarischen Charakter, während zunehmend IT-Systementwickler und -Administratoren gefragt waren.

Volle Verantwortung bei E-Government-Umsetzung

Heute ist das ITDZ Berlin der bewährte Partner für Ämter und Behörden bei der Ausstattung und Betreuung von Hard- und Software. Während in den 1990er-Jahren noch auf Dezentralisierung gesetzt wurde, also jedes Amt selbst für seine IT verantwortlich war und den Betrieb in den eigenen Händen hatte, war aufgrund der sich rasant wandelnden Anforderungen und Technologien bald klar, dass die Berliner Verwaltung einen starken Partner braucht, der Lösungen, Hardware, Infrastruktur und Prozesse zentral betreut.
Vorangetrieben wird diese Planung vom 2016 verabschiedeten Berliner E-Government-Gesetz (wir berichteten), dessen Umsetzung für das ITDZ Berlin im Fokus seiner Aufgaben als kommunales IT-Unternehmen steht. Ziel des Gesetzes ist ein nutzerfreundliches und sicheres E-Government für die Bürger und eine leistungsfähige, sichere und standardisierte IT-Ausstattung der Behörden.
So reichen die heutigen Aufgaben des IT-Dienstleisters von der Entwicklung neuer, serviceorientierter Lösungen rund um Leistungen der Verwaltung über die Vereinheitlichung von über 67.500 IT-Arbeitsplätzen in der Berliner Verwaltung bis hin zur Umsetzung von wichtigen Neuerungen wie der Einführung der elektronischen Akte an mehr als 87.500 behördlichen Arbeitsplätzen. Dazu sichert das ITDZ Berlin den technischen Betrieb über sein eigenes Berliner Landesnetz, betreibt zwei hochgradig gesicherte Rechenzentren und lässt seine Prozesse nach den Standards des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gemäß ISO 27001 zertifizieren. So gelingt dem IT-Dienstleister die Digitalisierung Berlins – ein Auftrag, der ihn auch in 50 Jahren noch bewegen wird.
Kaum ein Bereich unserer Gesellschaft ist dynamischer als die IT. Entsprechend schwierig ist es, einen Blick in die Zukunft zu wagen. Ein paar Dinge sind jedoch absehbar: Wir werden immer vernetzter leben und dabei immer mehr Daten produzieren. Der Umgang sowie die sichere Speicherung dieser Daten wird eine Kernaufgabe bleiben. Auch das ITDZ Berlin wird künftig Lösungen entwickeln, um die Verwaltungsleistungen auf dieser Datenbasis für die Berliner noch bürgerfreundlicher zu gestalter. Auf der Hardware-Seite steht zudem ein buchstäblicher Quantensprung an: Rechner mit Quantenprozessoren werden die Geschwindigkeit bei der Datenverarbeitung vervielfachen und damit neue Angebote und Produkte ermöglichen. Zunächst einmal konzentriert sich der IT-Dienstleister aber auf die nahe Zukunft und die Umsetzung des E-Government-Gesetzes im Land Berlin.

Diana Dasch ist stellvertretende Pressesprecherin der ITDZ Berlin AöR.

https://www.itdz-berlin.de

Stichwörter: Unternehmen, ITDZ Berlin, Berlin, E-Government-Gesetz

Bildquelle: ITDZ Berlin

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