Bayern / Bremen:
Einheitliches Unternehmenskonto


[10.2.2020] Ein einheitliches Unternehmenskonto auf Basis der ELSTER-Technologie rückt in greifbare Nähe. Zu verdanken ist dies der Zusammenarbeit von Bremen und Bayern. Sie werden im IT-Planungsrat beauftragt, das Konto für alle Bundesländer auszurollen. Erste Pilotverfahren sollen noch 2020 starten.

Bayern / Bremen: Länderübergreifende Zusammenarbeit für einheitliches Unternehmenskonto. Bayern und Bremen haben den Weg zu einem einheitlichen Unternehmenskonto beschleunigt. Laut einer Pressemitteilung der beiden Länder kann durch die in Bayern entwickelte ELSTER-Technologie bundesweit zügig ein zentrales Online-Portal mit einem einheitlichen Konto für alle Unternehmen angeboten werden, worüber beispielsweise die Kfz-Anmeldungen oder die Beantragung von Gesundheitszeugnissen erfolgen kann. An die seit Jahrzehnten in der Steuer bewährte, praxistaugliche Lösung seien bereits alle Unternehmen angebunden. Im IT-Planungsrat würden Bayern und Bremen jetzt beauftragt, das digitale Unternehmenskonto für alle Bundesländer auszurollen. Der Freistaat schaffe die technischen und praktischen Voraussetzungen für die Umsetzung auf ELSTER-Basis und die Freie Hansestadt prüfe die Module Funktionspostfach und Autorisierung im Unternehmen als weitere mögliche Komfortfunktionen für das Unternehmenskonto.
Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach sagt: „Der Gordische Knoten ist durchschlagen. Als Quasi-Digitalbeauftragte unserer Länder haben wir gemeinsam mit dem Bund einen breit getragenen Konsens erreicht und senden ein klares Signal an unsere Unternehmen. Wir wollen den schnellen Wechsel von der analogen Amtsstube zu einem digitalen Servicestaat.“ Bremens Finanzstaatsrat Hans-Henning Lühr ergänzt: „Erstmals in der Geschichte der Digitalisierung haben wir eine technologische Zusammenarbeit zwischen der Steuer- und der Allgemeinen Verwaltung erreicht. Grundlage hierfür ist das Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Bremen und Bayern. Der große Vorteil dieser Lösung ist das Prinzip ihrer verschiedenen Bausteine. Ein zentraler Baustein, auf dessen Nutzung sich bereits alle Mitglieder des IT-Planungsrats verständigt haben, ist die Nutzung der ELSTER-ID zur Authentisierung der Unternehmen. Die weiteren Bausteine können je nach Ausgangssituation in den Ländern und damit mit einer hohen Investitionssicherung zusammengestellt werden. Nach aktuellen Schätzungen werden wir die ersten Funktionen spätestens 2021 bereitstellen können, um dann in weiteren Schritten bis 2022 ein ausgerolltes bundesweit einheitliches Unternehmenskonto im Einsatz zu haben.“
Wie der Pressemeldung weiter zu entnehmen ist, wird das neue Unternehmenskonto modular aufgebaut. Für jedes Unternehmen könnten bis zu 200 Konten für Firmenmitarbeiter eingerichtet werden. Es ermögliche die Kommunikation zwischen Unternehmen und Behörden in beide Richtungen – sowohl in Form von Bescheiden als auch durch Anträge. Steuerformulare seien ebenso enthalten wie Maschinenschnittstellen für die Kommunikation zwischen Wirtschaft und Verwaltung. Mit dem digitalen Unternehmenskonto rücke auch der Single Point of Contact für Unternehmen näher. Diesen sollen sich die Unternehmen flexibel definieren können. Bei Bund und Ländern vorhandene Lösungen könnten daher in verschiedener Form an eine ELSTER-Lösung angeschlossen werden, etwa durch Schnittstellen zwischen ELSTER und Fachverfahren, Verlinkungen von ELSTER in ein Landesportal oder die Integration der ELSTER-Schnittstelle in ein vorhandenes Landeskonto.
Erste Pilotverfahren sollen laut der Pressemitteilung von Bayern und Bremen bereits 2020 starten, 2021 sollen dann wichtige Funktionen, wie die Authentifizierung und die Organisationszertifikate bereitstehen. (ba)

https://www.finanzen.bremen.de
https://www.stmd.bayern.de

Stichwörter: Politik, Bayern, Bremen, Unternehmenskonto, IT-Planungsrat, ELSTER

Bildquelle: Pressereferat, Der Bremer Senator für Finanzen

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik
D21-Digital-Index 2019/2020: Mehr Onliner dank mobiler Endgeräte
[26.2.2020] Der D21-Digital-Index 2019/2020 liegt vor. Zentrale Ergebnisse der Studie: 86 Prozent der Deutschen sind online, mobile Endgeräte tragen entscheidend dazu bei, der Digitalisierungsgrad steigt auf 58 von 100 Punkten und die Digitalen Vorreiter stellen erstmals die größte Gruppe. mehr...
Der D21-Digital-Index 2019/2020 wird im Bundeswirtschaftsministerium vorgestellt.
EU: Konsultation einer KI- und Datenstrategie
[26.2.2020] Europa soll Vorreiter werden sowohl für eine vertrauenswürdige künstliche Intelligenz als auch in der Datenwirtschaft. Entsprechende Strategien hat die EU-Kommission vorgelegt und bittet um Stellungnahme. Der Digitalverband Bitkom kommt dieser Bitte nach. mehr...
Bayern/Nordrhein-Westfalen: Gemeinsam zum digitalen Rathaus
[25.2.2020] Beim Thema Verwaltungsdigitalisierung wollen Bayern und Nordrhein-Westfalen künftig intensiver zusammenarbeiten. Um zeitnah gute Voraussetzungen für das digitale Rathaus zu schaffen, planen beide Länder einander ihre digitalen Services zur Verfügung zu stellen. mehr...
Nordrhein-Westfalen und Bayern vereinbaren auf dem Fachministertreffen zur Verwaltungsdigitalisierung eine engere Zusammenarbeit bei der Digitalisierung der Verwaltung.
Gaia-X: Gemeinsames Papier mit Frankreich
[21.2.2020] Ein gemeinsames Papier zu Gaia-X haben Deutschland und Frankreich vorgelegt. Es wurde mit Vertretern aus Wirtschaft und Verbänden erstellt und formuliert die Anforderungen, welche die beteiligten Unternehmen an die geplante europäische Dateninfrastruktur stellen. mehr...
DSGVO: Noch immer Fragen und Unsicherheiten
[20.2.2020] Der bayerische Innen- und Datenschutzminister Joachim Herrmann zieht eine Zwischenbilanz zur Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO): Noch immer gäbe es unter den Rechtsanwendern Fragen und Unsicherheiten im Umgang mit der vor zwei Jahren verabschiedeten Regelung. mehr...
Bayerns Innen- und Datenschutzminister Joachim Herrmann bei der Konferenz „Zwei Jahre DSGVO“.
Suchen...

 Anzeige


Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Politik:
Aktuelle Meldungen