Cadenza:
Interaktive Hochwasserkarten


[22.7.2020] Schleswig-Holstein, Thüringen, Baden-Württemberg und Sachsen veröffentlichen interaktive Hochwasserkarten in Web-Portalen auf Basis der Software Cadenza. Damit erfüllen sie die Vorgaben der Europäischen Hochwasserrichtlinie.

Die Hochwasser-Risikogebiete in Mannheim sind rot dargestellt. Um die Gefahren durch Flusshochwasser, Sturm- oder Sturzfluten länderübergreifend zu verringern, gibt es seit 2007 europaweite Vorgaben durch die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (EU-HWRM-RL). Für die zu erstellenden Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten sind in Deutschland die jeweiligen Landesbehörden zuständig. Damit aber auch über die Ländergrenzen hinweg inhaltlich und gestalterisch möglichst einheitliche Kartenwerke entstehen, hat die Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) Empfehlungen definiert. Die Kartenwerke müssen den regionalen Informationsbedürfnissen und -pflichten entsprechen und können zusätzliche Informationen enthalten. Neben den zuständigen Behörden und Institutionen sollen auch betroffene Bürger auf diese Informationsquelle zugreifen können.
Schleswig-Holstein stellt seine Risikokarten für Küstenhochwasser und Flusshochwasser als interaktive Anwendung im ZeBIS-Portal bereit. Dieses Portal basiert auf Cadenza, einer Software des Karlsruher Herstellers Disy, und wird verantwortet vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND). ZeBIS bietet außerdem Informationen zu den Themen Biotopkartierung, Anlagenkataster und Bodendauerbeobachtung.
Auch das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN), die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) und das sächsische Datenportal iDA des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfLUG) betreiben ihre Kartendienste mit der Disy-Software.

Portal Wasserblick

Wie der Hersteller mitteilt, werden die Daten in Form eines dauerhaften Verweises mit dem bundesweiten Berichtsportal Wasserblick verbunden. Um bei der Umsetzung der Berichterstattung gegenüber der EU-Kommission ein Maximum an Einheitlichkeit zu erzielen, will die LAWA diesen zentralen Web-Kartendienst, der von der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) betrieben wird, der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.
Aufgrund des Datenvolumens wurden für das Wasserblick-Portal die Originaldaten generalisiert und klassifiziert. Dadurch stehen im zentralen Kartendienst länderübergreifende, weitgehend einheitliche Hochwassergefahrenkarten und -risikokarten bereit. Werden detaillierte Daten benötigt, kann über eine Schnittstelle direkt auf die Karten der Bundesländer zugriffen werden. Auch die Berichterstattung an die EU erfolgt über das Portal Wasserblick. Die Informationen werden an das EU-Portal WISE (Water Information System of Europe) gemeldet und dort ausgewertet. (hm)

Weitere Informationen zu Cadenza (Deep Link)
https://www.disy.net
https://www.wasserblick.net

Stichwörter: Open Government, Disy Informationssysteme, Hochwasserrichtlinie, Wasserblick, Cadenza, ZeBIS

Bildquelle: Disy

Druckversion    PDF     Link mailen



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Open Government
Baden-Württemberg: MobiData BW erneut ausgezeichnet
[19.11.2021] Die Datenplattform MobiData BW wurde bei der Verleihung des Innovationspreises der deutschen Mobilitätswirtschaft ausgezeichnet. MobiData BW stellt verkehrsträgerübergreifende Daten unter einer offenen Lizenz zur Verfügung und will so vernetzte Mobilitätslösungen ermöglichen. mehr...
Open Source Day 2021: Blick nach vorn und zurück
[12.11.2021] Am 18. November 2021 findet der diesjährige Open Source Day statt. Die sowohl vor Ort als auch online ablaufende Veranstaltung widmet sich in mehreren Vorträgen politischen und wirtschaftspolitischen Handlungsfeldern, die in den Blick genommen werden müssen. mehr...
Hessen: Geobasisdaten frei zugänglich
[5.10.2021] Hessen macht Luftbilder, Geländekarten und alle anderen bei der Landesverwaltung vorrätigen Geobasisinformationen künftig frei zugänglich und verwertbar. Das sieht ein entsprechendes Gesetz vor, dass der Landtag jetzt verabschiedet hat. mehr...
Dataport: Datenplattform zur KI
[3.9.2021] IT-Dienstleister Dataport hat mit den norddeutschen Bundesländern die Datenplattform data[port]ai umgesetzt. Daten der Verwaltung sollen damit besser genutzt, eine leistungsfähige KI-Infrastruktur aufgebaut und ein offenes Ökosystem geschaffen werden. mehr...
Hamburg: Interaktiver Haushalt 2021/2022
[26.8.2021] Der neue Haushaltsplan der Freien und Hansestadt Hamburg sowie die Wirtschaftspläne von Landesbetrieben, Hochschulen und Sondervermögen können nun online eingesehen werden. Die interaktive Veröffentlichung soll vor allem für Transparenz sorgen. mehr...
Suchen...

 Anzeige

**
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Open Government:
Aktuelle Meldungen