Baden-Württemberg:
Sicherheitszentrum IT vorgestellt


[10.8.2020] Seine Arbeit hat jetzt das Sicherheitszentrum IT in der Finanzverwaltung Baden-Württemberg aufgenommen. Zu den Aufgaben des Zentrums gehört ein permanentes Monitoring aller Systeme.

Das Sicherheitszentrum IT in der Finanzverwaltung Baden-Württemberg (SITiF BW) hat offiziell seine Arbeit aufgenommen, informiert das Bundesland in einer Pressemitteilung. Finanzministerin Edith Sitzmann stellte das Zentrum in Karlsruhe vor. „Mit SITiF BW haben wir eine schlagkräftige, besonders spezialisierte zentrale Einheit für die Finanzverwaltung eingerichtet“, sagte die Ministerin. Das Zentrum bündle die IT-Sicherheit der Finanzämter, der Oberfinanzdirektion, der Landesoberkasse, des Statistischen Landesamts, des Landesamts für Besoldung und Versorgung und des Landesbetriebs Vermögen und Bau. „Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, Beschäftigte und Versorgungsempfängerinnen und -empfänger vertrauen uns ihre Angaben an und gehen davon aus, dass wir sie bestmöglich schützen. Das tun wir“, stellte Sitzmann fest.
Zu den Aufgaben von SITiF BW gehört ein permanentes Monitoring aller Systeme, um Auffälligkeiten rasch erkennen und eingreifen zu können, heißt es in der Mitteilung. Mit Penetrationstests und Audits werde die IT-Infrastruktur regelmäßig auf Schwachstellen untersucht. Eine IT-Sicherheitsstrategie stelle einen einheitlichen, hohen Standard für die gesamte Finanzverwaltung sicher, sie werde stetig fortentwickelt.
Indem die SITiF-BW-Experten an sämtlichen IT-Projekten der Finanzverwaltung von Beginn an beteiligt seien, könnten Sicherheitsvorgaben bereits in der Planung berücksichtigt werden. Ein Schwerpunkt der Arbeit von SITiF BW liege auf der Unterstützung, Schulung und Sensibilisierung der Beschäftigten. Über E-Learningeinheiten und – nach der Pandemie – auch über Präsenzveranstaltungen sollen die Risiken verdeutlicht und Angriffsszenarien vorgestellt werden. „IT-Sicherheit geht alle an“, sagte Ministerin Sitzmann. „Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter kann am eigenen Arbeitsplatz dazu beitragen, dass Steuer- und Personaldaten sicher sind.“

Bundesweite Vorreiterrolle

Baden-Württemberg nimmt laut eigener Angabe mit seinem Sicherheitszentrum IT in der Finanzverwaltung bundesweit eine Vorreiterrolle unter den Ländern ein. Das Zentrum soll künftig mit insgesamt 24 Stellen ausgestattet sein. Organisatorisch sei es Teil des Landeszentrums für Datenverarbeitung (LZfD), der EDV-Abteilung der Oberfinanzdirektion Karlsruhe. „IT-Sicherheit muss in den Köpfen der Beschäftigten verankert sein“, erklärte Oberfinanzpräsident Hans-Joachim Stephan. Die Verantwortung für die IT-Sicherheit der Steuerverwaltung lag bereits vor dem Start von SITiF BW beim LZfD, so der Bericht aus Baden-Württemberg. Nach Artikel 108 des Grundgesetzes seien die Bundes- und Länderfinanzbehörden für die Steuerverwaltung zuständig – und damit auch für deren IT-Sicherheit. Das sei im E-Government-Gesetz Baden-Württemberg berücksichtigt, das Gesetz gelte nicht für die Steuerverwaltung. Allein sie könne die steuerlichen IT-Systeme betreiben, auf steuerliche Daten zugreifen und für deren IT-Sicherheit sorgen. (co)

https://fm.baden-wuerttemberg.de

Stichwörter: IT-Sicherheit, Baden-Württemberg, Sicherheitszentrum IT, SITiF BW



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich IT-Sicherheit
Österreich: Prüfkatalog für KI-Systeme
[15.9.2020] Das österreichische Bundesrechenzentrum hat jetzt einen Prüfkatalog für vertrauenswürdige KI-Systeme vorgestellt. Dabei geht es um die ethischen Aspekte des KI-Einsatzes in der Verwaltung. mehr...
In der BRZ Breakout Session diskutierten Experten und Branchenvertreter ethische Aspekte des Einsatzes von KI in der Verwaltung.
IT-Sicherheit: Risiken im Homeoffice Bericht
[14.9.2020] Viele Mitarbeiter wurden in den vergangenen Monaten ins Homeoffice geschickt und von dort an das Behördennetzwerk angeschlossen. Sicherheitsaspekte spielten zunächst keine große Rolle. Das BSI rät nun, verpflichtende Sicherheitsrichtlinien auszugeben. mehr...
Auf IT-Sicherheit ist auch im Homeoffice zu achten.
Virtual Solution: BSI-Freigabe für Sicherheitsapp SecurePIM
[11.9.2020] Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat der Kommunikationsanwendung SecurePIM für Android eine Freigabe bis zum Geheimhaltungsgrad VS-NfD erteilt. Die iOS-Zulassung wurde verlängert. mehr...
Greenbone: Sicher im Homeoffice
[9.9.2020] Allein ein VPN-Zugang bietet für das Homeoffice zu wenig Schutz – ein Umstand, der Behörden und Unternehmen während der Corona-Pandemie stark beschäftigt hat. Für die sichere Arbeit von zu Hause aus ist ein starkes Schwachstellen-Management unabdingbar. mehr...
Eine gute Vulnerability-Management-Lösung scannt das gesamte Homeoffice-Netzwerk auf Schwachstellen.
BSI: Zulassung für mobile Sicherheitslösung
[8.9.2020] Die mobile Sicherheitslösung von Rohde & Schwarz Cybersecurity hat eine Zulassung für die Geheimhaltungsstufen VS-NfD, NATO-Restricted und EU-Restricted vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erhalten. Die Anwendung ermöglicht somit die Einhaltung der hohen Sicherheitsanforderungen deutscher Bundesbehörden. mehr...