Sie befinden sich hier: Startseite > Themen > E-Justiz > E-Akte für die Justiz

Hamburg:
E-Akte für die Justiz


[5.10.2020] Am Hamburger Landgericht werden nun an fünf Kammern die Akten neu eingehender Verfahren elektronisch geführt. Weitere Gerichte und Verwaltungsstellen sollen folgen.

Die Hamburger Justiz stellt auf die elektronische Aktenführung um. Nach intensiven Vorarbeiten und Planungen werden nun in fünf Kammern des Landgerichts alle neu eingehenden erstinstanzlichen Verfahren rein elektronisch geführt. Damit wird „das Herzstück der Justiz digitalisiert“, heißt es in einer Pressemeldung der Hamburger Behörde für Justiz und Verbraucherschutz. Während derzeit noch große Aktenberge das Bild vor allem in den Geschäftsstellen prägen, soll sowohl die Verwaltung von Akten als auch deren inhaltliche Bearbeitung künftig mit zeitgemäßen digitalen Arbeitsmitteln erfolgen. Den Anfang mache jetzt das Landgericht Hamburg. Die dort Beschäftigten können mithilfe der elektronischen Akte orts- und zeitunabhängig gleichzeitig unterschiedliche Tätigkeiten in denselben Verfahren erledigen. Zudem können Akten schnell per Volltextsuche durchsucht und die Inhalte individuell strukturiert und ausgewertet werden. Der Umstieg auf die elektronische Aktenführung beschleunige außerdem den Akten- und Dokumententransfer.
Im ersten Halbjahr 2021 soll die elektronische Akte auch in einigen Senaten des Hanseatischen Oberlandesgerichts, mehreren Abteilungen des Amtsgerichts Hamburg und in Bereichen der Fachgerichtsbarkeit eingeführt werden.

Neuerungen im Sitzungssaal

Für die Anwaltschaft ist die Einführung der E-Akte ebenfalls mit Neuerungen verbunden, heißt es vonseiten der Hamburger Behörde weiter. So soll künftig auch die Akteneinsichtnahme elektronisch erfolgen. Im Laufe des Jahres 2021 soll dies außerdem unter Nutzung des bundesweiten Akteneinsichtsportals möglich sein. Während der Sitzungen können die elektronischen Akteninhalte gemeinsam mit den Parteien im Saal auf Großbildschirmen eingesehen werden. Über Dokumentenkameras können zudem Papierdokumente und mithilfe weiterer Technik die digitalen Inhalte der Verfahrensbeteiligten auf die Großbildschirme gebracht werden. Zur Digitalisierungsoffensive gehöre deshalb auch die Ausstattung von mehr als 130 Gerichtssälen in Hamburg mit moderner Videokonferenztechnik. In 20 Sälen soll diese noch im Herbst 2020 fertiggestellt werden.

Hamburg nutzt eIP

Das Projekt „ERV-Gesamtstrategie“ plant und koordiniert die Einführung und Umsetzung der elektronischen Verfahrensakte in Hamburg. Neben einer zentralen Projektgruppe in der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz gibt es mehrere Projekte, die die Umsetzung in den Dienststellen steuern, heißt es in der Pressemeldung weiter. Hamburg nutze für die elektronische Aktenführung das individuell für die Justiz entwickelte elektronische Integrationsportal (eIP). Dieses Anwendungsprogramm wird in einem länderübergreifenden Entwicklungsverbund Verbund eIP entwickelt. Hierzu gehören außer Hamburg die Länder Bayern, Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz. (sib)

https://www.hamburg.de

Stichwörter: E-Justiz, Hamburg, E-Akte



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich E-Justiz
Thüringen: E-Akte beim Oberverwaltungsgericht
[27.6.2022] Beim Oberverwaltungsgericht in Thüringen werden die Akten zu allen neu eingehenden Verfahren digital geführt; frühere Verfahrensakten sollen jedoch nicht digitalisiert werden. Bis Anfang 2023 soll die gesamte Verwaltungsgerichtsbarkeit des Landes ihre Akten elektronisch führen. mehr...
Sachsen-Anhalt: Justiz bündelt IT-Referate
[27.6.2022] Neu strukturiert wurde jetzt der IT-Bereich in Sachsen-Anhalts Justizministerium. Alle IT-Referate sind nun in der Zentralabteilung angesiedelt. Ein neu eingerichtetes Fachreferat zeichnet für das Management und die Fortentwicklung der Haushaltssoftware-Systeme zuständig. mehr...
Baden-Württemberg: Alle Fachgerichte arbeiten mit der E-Akte
[15.6.2022] In Baden-Württemberg haben nun alle Fachgerichte die vollständige Umstellung auf die elektronische Akte erreicht. Zudem arbeiten bereits 100 Gerichte und Staatsanwaltschaften im Land mit der papierlosen Akte. mehr...
Rheinland-Pfalz: Diktier-Software für die Justiz
[13.6.2022] In Rheinland-Pfalz wird die Justiz mit der Diktier-Workflow-Lösung DictNow des Herstellers Wolters Kluwer ausgestattet. Insgesamt 2.000 Lizenzen wurden angeschafft, die Einführung soll mit 150 Lizenzen und einer Schulung durch Experten von Wolters Kluwer starten. mehr...
Wolters Kluwer (hier der deutsche Hauptsitz in Hürth) liefert Diktier-Workflow-Lösung an rheinland-pfälzische Justiz.
Brandenburg: E-Akte in Zivil- und Familiensachen
[17.5.2022] In Brandenburg wird an allen Standorten der ordentlichen Gerichtsbarkeit die E-Akte in Zivil- und Familiensachen ausgerollt. Bereits in den Regelbetrieb gestartet ist das Landgericht Potsdam. mehr...
Brandenburg hat an allen Standorten der ordentlichen Gerichtsbarkeit die E-Akte in Zivil- und Familiensachen eingeführt.
Suchen...
Aktuelle Meldungen