Stuttgart:
Landgericht führt E-Akte ein


[18.3.2021] Mit Einführung der elektronischen Gerichtsakte am Landgericht Stuttgart hat Baden-Württemberg einen Meilenstein im Digitalisierungsprogramm der Justiz erreicht. Alle 17 Landgerichte sind nun in Zivilverfahren mit der E-Akte ausgestattet – was nicht nur in Zeiten der Corona-Pandemie von Vorteil ist.

In der Justiz des Landes Baden-Württemberg ist in der Nacht vom 16. auf den 17. März 2021 eine historische Umstellung erfolgt. Wie das baden-württembergische Ministerium der Justiz und für Europa mitteilt, werden seitdem alle Zivilverfahren, die neu beim Landgericht Stuttgart eingehen, nicht mehr in Papierakten, sondern ausschließlich elektronisch geführt. Aktenberge, verstaubte Aktenschränke und rollende Aktenwägen gehören damit bald der Vergangenheit an – künftig kann die digitale Post innerhalb des Gerichts ohne Medienbruch papierlos bearbeitet werden.
„Die Einführung der elektronischen Akte am Landgericht Stuttgart stellt einen Meilenstein im Digitalisierungsprogramm der Justiz in Baden-Württemberg dar“, erläutert Justizminister Guido Wolf. „Dann sind alle 17 Landgerichte in Baden-Württemberg in Zivilverfahren mit der elektronischen Akte ausgestattet.“ Andreas Singer, Präsident des Landgerichts, ergänzt: „In allen neu eingehenden Zivilverfahren gibt es seit Mittwoch keine Papierakten mehr. Künftig werden die rund 18.000 Klagen pro Jahr vollständig digital bearbeitet.“
Alle 120 Zivilrichterinnen und -richter wurden dazu mit Laptops und zwei Bildschirmen pro Arbeitsplatz ausgestattet. Urteile und andere gerichtliche Entscheidung werden nicht mehr eigenhändig auf Papier unterschrieben, sondern elektronisch signiert. Dafür nutzen alle Beschäftigten künftig eine von der Bundesnotarkammer zertifizierte persönliche Signaturkarte, welche die Identität des Erstellers überprüft und sicherstellt. „Auch in den Gerichtsverhandlungen ist die elektronische Akte jederzeit verfügbar. Alle 31 Zivilsitzungssäle wurden dazu mit Großbildschirmen ausgestattet“, berichtet Singer. Bilder aus den Akten, Unfallskizzen oder Gutachten könnten so komfortabel für die Verfahrensbeteiligten visualisiert werden. Die elektronischen Dokumente ließen sich zudem leichter durchsuchen und strukturieren. Die E-Akte sei gerade in der Corona-Pandemie eine große Hilfe, so der Präsident des Landgerichts Stuttgart weiter. Außerhalb des Sitzungsbetriebs sei künftig jederzeit und von überall aus ein mobiles Arbeiten komfortabel ohne Aktentransporte möglich.
Die Justiz in Baden-Württemberg ist nach Angaben des Justizministeriums bei der Einführung der E-Akte bundesweit führend. Seit dem Jahr 2016 werde die Software für die elektronische Akte zunächst an Pilotgerichten eingeführt, nun werde sie zügig in allen Gerichten in Baden-Württemberg ausgerollt – mehr als 50 Gerichte in Baden-Württemberg arbeiteten bereits mit der E-Akte. (bs)

https://www.justiz-bw.de
https://landgericht-stuttgart.justiz-bw.de

Stichwörter: E-Justiz, E-Akte, Baden-Württemberg



Druckversion    PDF     Link mailen



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich E-Justiz
Hessen: Online-Termine für die Justiz pilotiert
[4.8.2022] In Hessen ist an den Amtsgerichten Darmstadt und Friedberg die Pilotierung der Online-Terminvereinbarung gestartet. Der Service soll nach und nach an weiteren Gerichten und für zusätzliche Leistungen angeboten werden. mehr...
Itzehoe: Online-Termin beim Amtsgericht buchen
[1.8.2022] Termine in Nachlassangelegenheiten können beim Amtsgericht Itzehoe jetzt online gebucht werden. Damit ist der Startschuss für die Einführung der Online-Terminbuchung an allen 22 Amtsgerichten des Landes Schleswig-Holstein gefallen. mehr...
Hessen: E-Akte fordert die Justizmitarbeiter
[25.7.2022] Der hessische Justizminister Roman Poseck hat das Landessozialgericht in Darmstadt besucht, wo die elektronische Aktenführung erprobt wird. Der Minister betonte, dass es nur gemeinsam mit den Mitarbeitern gelingen könne, die Justiz modern und zukunftsfest zu machen. mehr...
Thüringen: E-Akte beim Oberverwaltungsgericht
[27.6.2022] Beim Oberverwaltungsgericht in Thüringen werden die Akten zu allen neu eingehenden Verfahren digital geführt; frühere Verfahrensakten sollen jedoch nicht digitalisiert werden. Bis Anfang 2023 soll die gesamte Verwaltungsgerichtsbarkeit des Landes ihre Akten elektronisch führen. mehr...
Sachsen-Anhalt: Justiz bündelt IT-Referate
[27.6.2022] Neu strukturiert wurde jetzt der IT-Bereich in Sachsen-Anhalts Justizministerium. Alle IT-Referate sind nun in der Zentralabteilung angesiedelt. Ein neu eingerichtetes Fachreferat zeichnet für das Management und die Fortentwicklung der Haushaltssoftware-Systeme zuständig. mehr...
Suchen...
SEITENBAU GmbH
78467 Konstanz
SEITENBAU GmbH
xSuite Group GmbH
22926 Ahrensburg
xSuite Group GmbH
MACH AG
23558 Lübeck
MACH AG
Aktuelle Meldungen