Katastrophenschutz:
Wir brauchen ein modernes Warnsystem


[28.7.2021] Der Deutsche Landkreistag hat ein Positionspapier veröffentlicht, in dem er eine schnelle Verbesserung des bestehenden Katastrophenwarnsystems hierzulande fordert. Insbesondere die Notwendigkeit eines Cell-Broadcast-Systems hebt der kommunale Spitzenverband hervor.

Vor dem Hintergrund der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz fordert der Deutsche Landkreistag eine schnelle Verbesserung des bestehenden Katastrophenwarnsystems. DLT-Präsident Landrat Reinhard Sager hebt dabei insbesondere die Notwendigkeit eines Cell-Broadcast-Systems hervor: „Durch Warn-SMS-Systeme können Bürgerinnen und Bürger standortbasiert und schnell über Gefahrenlagen informiert werden.“ Gerade in den ländlichen Räumen, in denen mobile Internet-Verbindungen nicht immer flächendeckend verfügbar sind, könne dies die Reichweite der Warnung neben den bestehenden mobilfunkbasierten Lösungen ergänzen. „Alle ansässigen Mobilfunkanbieter müssen dazu verpflichtet werden, sehr zeitnah die Cell-Broadcast-Systeme zu aktivieren“, fordert Sager. Frühzeitige Warnungen könnten Menschenleben retten und Schäden deutlich vermeiden. Deshalb sollten alle Warninstrumente genutzt werden. „Ein Mix aus allen analogen und digitalen Möglichkeiten kann alle Bürger erreichen. Dazu gehören Sirenen, Radio und Fernseher, Warn-Apps, Lautsprecheranlagen und -fahrzeuge sowie Warn-SMS“, erläutert der DLT-Präsident. Die Lebenswirklichkeit wie der Ausfall einzelner Netzteile zeige, dass allein digitale Systeme zur Warnung der Bevölkerung nicht ausreichen. Der Einsatz analoger Anlagen sei weiter dringlich und das Netz der Sirenen müsse ausgebaut und durch moderne Hochleistungssirenen gestärkt werden. Bundesinnenminister Horst Seehofer äußert sich ebenfalls in diese Richtung und verweist auf die im März 2021 beschlossene Reform des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. „Wir brauchen eine Mischung aus allen Informations- und Warnsystemen: die Nina-App, die SMS, die Sirenen, den Rundfunk und das Fernsehen, aber auch die Möglichkeit der Durchsagen durch Feuerwehr und Polizei. Die Warn-App allein nützt nichts, wenn Sie nachts schlafen und Sie sie nicht hören. Da brauchen Sie die Sirenen. Die Sirene nutzt alleine aber auch nichts, weil sie den Menschen nicht sagt, was sie tun sollen." Die Warnung der Bevölkerung per Cell-Broadcasting soll laut Seehofer so schnell wie möglich kommen. „Es gibt überhaupt kein vernünftiges Argument dagegen.“ (ve)

https://www.landkreistag.de
DLT-Positionspapier für ein modernes Katastrophenwarnsystem (PDF; 77 KB) (Deep Link)
https://www.bsi.bund.de

Stichwörter: Innere Sicherheit, Deutscher Landkreistag, Katastrophenschutz



Druckversion    PDF     Link mailen



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Innere Sicherheit
Nordrhein-Westfalen: Technologien für die Polizei der Zukunft
[24.1.2022] In Duisburg wurde ein Innovation Lab eröffnet, in dem neuartige Technologien für die Nutzung durch die Polizei angepasst oder auch neu entwickelt werden sollen. Damit soll die Digitalisierung der Polizei des Landes vorangetrieben werden. mehr...
Innovation Lab soll Digitalisierung der Polizeiarbeit vorantreiben.
Panasonic: Komplettlösung für mobile Einsatzkräfte
[21.1.2022] Basierend auf einem robusten mobilen Endgerät hat das Elektronikunternehmen Panasonic gemeinsam mit weiteren Technologiepartnern ein vernetztes digitales Komplettsystem entwickelt, das den Einsatz und die Einsatzdokumentation für Polizei und Rettungskräfte erleichtern soll. mehr...
Unterstützung für alle Aufgaben unterwegs: Das System aus mobilen Endgeräten von Panasonic, kombiniert mit Kommunikations-, Steuerungs- und Sicherheitsanwendungen.
NRW: Gewalt-Meldesystem für Rettungskräfte
[17.1.2022] In Nordrhein-Westfalen sollen Rettungskräfte gegen sie gerichtete körperliche Angriffe, verbale und non-verbale Übergriffe sowie Sachbeschädigungen unkompliziert online und plattformunabhängig melden können. Ein entsprechendes IT-System wird nun in zwölf Kreisen und kreisfreien Städten pilotiert. mehr...
IT-System unterstützt NRW-Rettungskräfte beim Melden von Gewaltübergriffen auf sie.
Bund: Schneller warnen im Katastrophenfall
[3.12.2021] Der Bundesrat hat jetzt die Mobilfunk-Warn-Verordnung beschlossen. Mittels der Cell-Broadcast-Technologie sollen Warnungen die Betroffenen künftig schneller erreichen. Die Bundesnetzagentur will dazu zeitnah noch eine Technische Richtlinie herausgeben. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Echtzeit-Lagebilder nach Katastrophen
[15.10.2021] Nordrhein-Westfalen fördert ein Forschungsprojekt zur Erstellung von Echtzeit-Lagebildern nach Katastrophenereignissen. Die per Drohne aufgenommenen Bilder könnten künftig Einsatzkräfte schnell mit wichtigen Informationen versorgen und die Auswertung von Schäden erleichtern. mehr...
Kameradrohne im Einsatz.
Suchen...

 Anzeige


Aktuelle Meldungen