Niedersachsen:
Schutzschild gegen Cyber-Angriffe


[26.11.2021] Die Niedersächsische Landesregierung hat jetzt den Aufbau eines strukturierten Notfall-Managements zur Absicherung der IT-Infrastrukturen beschlossen. Damit soll das bereits bestehende Sicherheitssystem ergänzt werden.

Um elementare Infrastrukturen wie die Informations- und Kommunikationstechnik, aber auch die Stromversorgung gegen mögliche Ausfälle infolge von Cyber-Angriffen abzusichern, hat das Kabinett der Niedersächsischen Landesregierung jetzt eine strategisch ausgerichtete, strukturierte Notfallvorsorge beschlossen. Das teilt die Staatskanzlei in einer Pressemeldung mit. Die damit ins Auge gefassten Maßnahmen sollen das ressortübergreifende Informationssicherheitsmanagement-System, mit dem im Bereich der IT die Informationen der Landesverwaltung bereits vor solchen Störungen geschützt würden, um eine weitere wichtige Absicherungsebene in allen Behörden ergänzen.
Im Sekundentakt werden nicht nur Bürgerinnen und Bürger, sondern auch Behörden, Unternehmen und kritische Infrastrukturen von Cyber-Angriffen heimgesucht, erläutert die Staatskanzlei den Hintergrund des Beschlusses. Besonders perfide seien dabei Verschlüsselungen von Computer-Netzwerken, die erst gegen die Zahlung eines Lösegeldes wieder entschlüsselt werden können. Wie die Beispiele Neustadt am Rübenberge oder Anhalt-Bitterfeld zuletzt gezeigt hätten, seien solche Angriffe dazu geeignet, die Handlungsfähigkeit von Behörden und Organisationen teilweise massiv zu beeinträchtigen. Daher müssten einerseits die IT-Infrastrukturen zukünftig noch besser geschützt werden, andererseits aber auch Pläne vorbereitet werden, um im Ernstfall – also insbesondere etwa bei Störungen in der Infrastruktur – handlungsfähig zu bleiben.
Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, sagt: „Die Corona-Pandemie hat uns noch einmal gezeigt, wie schnell und flexibel sich die Verwaltungen in Niedersachsen auf Krisenlagen einstellen können. Insbesondere bei IT-Notfallsituationen – und darüber hinaus – wird es zukünftig elementar wichtig sein, ein gut abgestimmtes, einheitliches Vorgehen in der Landesverwaltung festzulegen. Dazu haben wir heute im Kabinett mit dem Aufbau eines strategischen Notfall-Managements einen wichtigen Grundstein gelegt.“
Laut Pressemeldung wird ein interministerieller Arbeitskreis innerhalb des nächsten Jahres zentrale Festlegungen für ein übergreifendes Notfall-Management ausarbeiten. Damit sei ein entscheidender Schritt für eine noch widerstandsfähigere, auch in Krisensituationen handlungsfähige Landesverwaltung gemacht. (aö)

https://www.niedersachsen.de

Stichwörter: IT-Sicherheit, Niedersachsen, Cyber-Angriffe, Notfall-Management



Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich IT-Sicherheit
Virtual Solution: Mobile Software sicher ausrollen
[23.5.2022] Immer mehr Behörden, auch jene mit strengen IT-Sicherheitsregeln, setzen auf mobile Arbeitsgeräte. Beim Roll-out und Update dort installierter Software kann einiges schief gehen. Virtual Solution, Spezialist für sichere Mobil-Apps, klärt über die gefährlichsten Stolpersteine auf. mehr...
OZG: Verpasste Chance für mehr IT-Sicherheit?  Bericht
[19.5.2022] Den Security-by-Design-Ansatz hat das OZG nicht beschrieben, eine Verordnung zur Sicherung der eingesetzten IT trat erst 2022 in Kraft. Dabei verarbeitet gerade die Verwaltung besonders sensible Daten. Behörden sollten die Bürgerkommunikation deshalb von sich aus durchgängig verschlüsseln. Ein Kommentar von FTAPI-COO Ari Albertini. mehr...
Mecklenburg-Vorpommern: Pro-russischer Hackerangriff verhindert
[12.5.2022] Bundesweit wurden DDoS-Attacken auf Web-Seiten deutscher Behörden und Politiker festgestellt, die auf die pro-russische Hackergruppe Killnet zurückgehen. Nun berichtet das Digitalministerium Mecklenburg-Vorpommern über Abwehrmaßnahmen gegen den technisch wenig avancierten Angriff. mehr...
Mecklenburg-Vorpommern: Cyber-Sicherheitssysteme im Land haben gegen den pro-russischen Hacker-Angriff gut funktioniert.
Digitaler Impfnachweis: Reichlich Lücken im System Bericht
[12.5.2022] Der digitale Impfnachweis wurde in Deutschland mit allzu heißer Nadel gestrickt – und zeigt daher in puncto Sicherheit und Zuverlässigkeit erschreckend viele Mängel. Die Sicherheitslücken nachträglich zu stopfen, ist schwierig bis unmöglich. mehr...
Mit heißer Nadel gestrickt: der digitale Impfnachweis.
Exterro: Vorteile einer cloudbasierten IT-Forensik
[3.5.2022] Nach einem Cyber-Angriff oder einer Datenschutzverletzung kommt die Analyse. Das Unternehmen Exterro, Anbieter einer Legal-GRC-Software für E-Discovery, digitale Forensik und Cybersecurity-Compliance, stellt die Vorteile zentraler Forensik-Lösungen für Firmen und Behörden vor. mehr...
Nach Cyber-Attacken müssen IT-Forensiker häufig enorme Datenmengen untersuchen. Cloudbasierte Forensik-Tools können dabei unterstützen.
Suchen...

 Anzeige


Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich IT-Sicherheit:
procilon GROUP
04425 Taucha bei Leipzig
procilon GROUP
Aktuelle Meldungen