Rheinland-Pfalz:
Zeitgemäße Entgeltabrechnung


[8.12.2021] Seit vielen Jahren ist das IPEMA-Service-Center im Landesamt für Finanzen Rheinland-Pfalz von FIS/hrd überzeugt. Mit dieser SAP-Optimierung können im Personal-Management monatlich 180.000 Abrechnungsfälle bearbeitet und kontrolliert werden.

Rheinland-Pfalz: SAP-System erleichtert Personal-Management und Bezügeabrechnung. Die Landesverwaltung Rheinland-Pfalz nutzt für ihre Bezügeabrechnung und Personalverwaltung seit 2011 das SAP HCM-basierte Personal-Management-System IPEMA. Das IPEMA-Service-Center (ISC) im Landesamt für Finanzen in Koblenz kümmert sich um die Pflege und Weiterentwicklung. Weil das Anpassen von Tabelleninhalten, Abrechnungsschemen und -regeln sowie die revisionssichere Dokumentation der Versionen ein sehr komplexer Vorgang war, hat man sich nach einem Dienstleister für individuelle SAP-Lösungen umgesehen. Als Ergebnis führte das ISC Anfang 2013 den FIS/hrd Schemen- und Regeln-Analyzer (SRA) und ein Jahr später FIS/hrd Copy Compare Convert (CCC) ein. Die Komponenten erleichtern den Prozess der Pflege der Personalabrechnung deutlich und machen ihn revisionssicher.
SAP HCM – intern „Integriertes Personalmanagementsystem“, kurz IPEMA genannt – wurde 2011 eingeführt, nachdem der Ministerrat im Jahre 2007 beschlossen hatte, die bestehenden Prozesse des Personal-Managements in der rheinland-pfälzischen Landesverwaltung abzulösen. Das neue integrierte System für Personal-Management und Bezügeabrechnung sollte auf einer Standard-Software basieren; so kam SAP zum Einsatz. Heute werden 180.000 Abrechnungen monatlich damit erstellt. Das Landesamt für Finanzen Koblenz hat 600 Mitarbeiter. Allein 280 Sachbearbeiter sind dort für die Abrechnungen zuständig. Weitere 1.200 Mitarbeiter erledigen landesweit die Personalsachbearbeitung im SAP HCM-gestützten Abrechnungssystem IPEMA. Rund 40 Personen betreuen von Koblenz aus das SAP-System. Das IPEMA-Service-Center (ISC), als eigenständige Stabsstelle angesiedelt im Haus des Landesamts für Finanzen, hat inzwischen viele Kundenbereiche und Landesverfahren entwickelt; IPEMA umfasst damit einen großen fachlichen Rahmen.

Schemen und Regeln einfach ändern

Das Arbeiten mit SAP stellte die Verwaltung vor große Herausforderungen. Denn die Abrechnungsschemen und -regeln ändern sich durch tarifliche und gesetzliche Neuregelungen ständig, teilweise muss das ISC Regeln selbst entwickeln. Eine Aufgabe, die für nicht gelernte IT-Fachleute nur mithilfe externer Berater bewältigt werden kann. „Wir haben uns also auf die Suche nach einem Produkt gemacht, mit dem wir selbst Schemen, Regeln und Tabellen anpassen und gleichzeitig alle Änderungen revisionssicher ablegen können”, erinnert sich Hermann-Josef Haag, Leiter des IPEMA-Service-Centers. Der FIS/hrd Schemen- und Regeln-Analyzer war schließlich die optimale Lösung, die die Anforderungen hinsichtlich Analyse, Bearbeitung und Dokumentation von Schemen, Regeln sowie Tabellen erfüllte.

Deutliche Arbeitserleichterung

FIS/hrd wurde innerhalb der ISC-Organisation an zwei Stellen implementiert: im Anwendungsbetrieb, wo das Customizing von Schemen, Regeln und Lohnarten stattfindet, sowie in der Abrechnungssteuerung. Im Anwendungsbetrieb ersetzt die Software die SAP-Standardtransaktionen PE01 und PE02 durch eigene Transaktionen beziehungsweise ergänzt sie um weitere Funktionen. Nach sehr kurzer Einarbeitungszeit haben die Anwender eine deutliche Arbeitserleichterung gespürt, weil die Aufgaben viel einfacher und schneller erledigt werden konnten. Ein Beispiel hierfür sind die einmal pro Monat stattfindenden Regressionstests, die vom ISC zur Qualitätssicherung durchgeführt werden. Dabei werden alle Entwicklungen noch einmal probehalber abgerechnet, bevor sie wirklich ins Produktivsystem eingespielt werden. „Das beispielhafte Abrechnen von Personalfällen und die Kontrolle sind für uns sehr wichtige Aufgaben. Mit FIS/hrd dauern diese Tests nun nur noch ein bis zwei Stunden anstatt wie früher bis zu zwei Tage”, erklärt Frank Dausner, Abteilung Abrechnungssteuerung beim ISC. Das Tool wird in allen Testphasen (Entwicklungs-, Integrations- und Regressionstests) für diverse Vergleiche und Analysen herangezogen. Durch den Einsatz sparen Anwender sehr viel Zeit und gewinnen Sicherheit. „Man hat einen Vergleich von 500 Abrechnungsfällen in zwei Minuten auf dem Bildschirm“, verdeutlicht Andreas Biringer, ISC Anwendungsbetrieb.

Abrechnungen mit Revisionssicherheit und höchster Datenqualität

Mit dem FIS/hrd Schemen- und Regeln-Analyzer werden auch alle im System vorgenommenen Bearbeitungen revisionssicher. Jede Änderung bei der Steuerung von Abrechnungsläufen speichert die Software revisionssicher ab. Bei Prüfungen kann das ISC die Daten jederzeit wieder aufrufen und Differenzen aufzeigen, womit es größtmögliche Kontrolle im Bereich der Abrechnungsläufe hat. Durch seine Notizfunktion ermöglicht das Tool eine lückenlose und nachvollziehbare Dokumentation; die Objekte werden bei Transportfreigabe automatisch versioniert. Die Versionen werden vor jeder Abrechnung zur Revision und späteren Analyse erzeugt. Vor dem Einspielen von SAP-Service-Packs dienen sie dem Abgleich. „Für uns ist sehr wichtig, dass wir zu jedem Zeitpunkt nachvollziehen können, was im System geändert wurde. So minimieren wir das Risiko von Fehlern und sind revisionssicher. Dafür sperren wir kurze Zeit vor und nach der Abrechnung das System für alle Anwender, sodass wir höchste Datenqualität erreichen und genau wissen, welcher Fall mit welcher Version abgerechnet wurde”, so Hermann-Josef Haag.

Schutz der Personaldaten steht an erster Stelle

Nachdem im Landesamt etwa ein Jahr mit der Komponente SRA gearbeitet wurde, hat man im Frühjahr 2014 dann die zweite FIS/hrd-Komponente – CCC – in Betrieb genommen, die vor allem für die Anonymisierung von Mitarbeiterdaten für Analysen, Schulungszwecke oder für System-Updates genutzt wird. „Gerade wenn wir neue Lösungen für Abrechnungsfälle entwickeln, müssen diese erst aufgebaut werden. Anstatt ganz von vorn zu beginnen, können wir mit FIS/hrd CCC Fälle klonen und sie dann für den Datenschutz komplett anonymisieren – und das nicht nur für Einzelfälle, sondern auch für eine sehr große Anzahl”, erläutert Andreas Biringer, ISC Anwendungsbetrieb, die Vorteile der Lösung.
Neben dem Kopieren spielt das Vergleichen von Abrechnungsergebnissen beim IPEMA-Service-Center eine sehr wichtige Rolle. „Wir rechnen Zahlfälle ab und vergleichen diese dann mit der Produktion, um höchstmögliche Qualität zu erreichen”, erklärt Hermann-Josef Haag. Da die Funktion für Vergleiche und Ergebnisprüfungen anfangs noch nicht in vollem Maße den Bedürfnissen des ISC genügte, wurde die Lösung von FIS punktgenau nach Kundenanforderungen weiterentwickelt. „90 Prozent unserer Kunden setzen unsere Werkzeuge in der Standardversion ein. Aber auch spezielle Kundenanforderungen können wir in der Regel zeitnah umsetzen, da die Lösung durch eigenes Customizing sehr flexibel ist”, so Martin Bugner, Senior Solution Architect Human Experience Management bei FIS.
Mit den umfassenden FIS/hrd CCC Analyse- und Vergleichsfunktionen können Daten aus Sicht einzelner Mitarbeiter, aber beispielsweise auch über Abteilungen hinweg analysiert werden. Das Wichtigste dabei: Die Templates orientieren sich an geltenden Datenschutzrichtlinien. FIS/hrd CCC zeigt auf, welche schutzwürdigen Daten im SAP-System vorhanden sind, und ermittelt personenbezogene Einträge in unterschiedlichen Analysetiefen. Die Daten können anschließend EU-DSGVO-konform behandelt werden.
Neben diesen Aufgaben kommen ständig neue Einsatzbereiche hinzu, in denen die Verwaltungsbeamten von den vielseitigen Funktionen des FIS-Tools profitieren.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Durch den Einsatz von FIS/hrd konnte die Verwaltung nicht nur Kosten für externe Berater reduzieren, sondern durch die lückenlose Versionierung und umfangreiche Analysefunktionen das Fehler- und Ausfallrisiko deutlich minimieren. So kann das ISC monatlich 180.000 Abrechnungsfälle sicher abrechnen und stets optimal kontrollieren. „Immerhin entspricht das landesweite Auszahlungsvolumen des Landesamts für Finanzen über 40 Prozent des Landeshaushalts. Wir haben eine sehr große Verantwortung”, so Hermann-Josef Haag, der zudem die sehr gute und unkomplizierte langjährige Zusammenarbeit mit stets kurzen Wegen betont.
Das ISC und FIS arbeiten seit beinahe zehn Jahren erfolgreich zusammen. Die Anwender beim Landesamt für Finanzen möchten das Tool FIS/hrd in der täglichen Arbeit nicht mehr missen.

Claudia Ballhause

https://www.fis-gmbh.de
https://www.lff-rlp.de

Stichwörter: Personalwesen, SAP, Rheinland-Pfalz

Bildquelle: ra2studio/123rf.com

Druckversion    PDF     Link mailen



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Personalwesen
Bayern: Mitarbeiter-Serviceportal mobil nutzbar
[21.11.2022] Für seine Landesbeschäftigten bietet Bayern ein Serviceportal, über das etwa Bezügedokumente abgerufen oder Krankheitskosten abgerechnet werden können. Nun funktioniert das Portal auch mobil – möglich macht das die authega-App „Sicherer Login für Webdienste“. mehr...
Wissensmanagement: Die Boomer-Generation geht Bericht
[27.10.2022] Der Pensions- oder Renteneintritt der so genannten Boomer-Generation wird den Personalmangel in der Verwaltung weiter verschärfen. Ein nie dagewesener Wissensexodus droht. Es gilt nun, dieses Wissen nachhaltig zu sichern, verfügbar zu machen und weiterzuentwickeln. mehr...
Bitkom: Fachkräftestrategie war überfällig
[19.10.2022] In seiner jüngst beschlossenen Fachkräftestrategie schreibt der Bund gesetzliche und untergesetzliche Maßnahmen fest, die Unternehmen bei der Fachkräftegewinnung unterstützen sollen. Der Bitkom kommentiert und ergänzt das Papier, besonders im Hinblick auf die IT-Branche. mehr...
Digitalakademie Bund/SGT: Kompetenzen gebündelt
[18.10.2022] Die Digitalakademie Bund und die Wissensplattform School of Government & Technology (SGT) werden künftig kooperieren. Gemeinsames Ziel ist die Schaffung eines neuen Qualifizierungsangebots für Beschäftigte im öffentlichen Sektor, das akute Themen interaktiv und praxisnah aufbereitet. mehr...
Thüringen: Digitale Personalverwaltung beim Land
[12.10.2022] Die Landesverwaltung Thüringen entwickelt ein einheitliches Personalverwaltungsverfahren mit einer neuen digitalen Schnittstelle zwischen dem zentralen Personalverwaltungsprogramm des Landes und der GKV. Darüber sind Krankenscheine jetzt digital abrufbar. mehr...