Studie:
Cyber-Angriffe auf die Verwaltung


[27.4.2022] Das Software-Beratungsunternehmen KonBriefing Research hat die zugänglichen Informationen zu weltweiten Cyber-Attacken auf die öffentliche Verwaltung im ersten Quartal 2022 ausgewertet. Deutsche Verwaltungen seien demnach wenig betroffen, dennoch gelte es, wachsam zu bleiben.

Die IT der öffentlichen Verwaltung ist nach wie vor Ziel von Cyber-Attacken. Wie ist es um die Cyber-Sicherheit in öffentlichen Institutionen bestellt? Wie stehen die Länder im internationalen Vergleich? Das Software-Beratungsunternehmen KonBriefing Research, das sich vor allem mit IT-Sicherheit befasst, hat von Januar bis März 2022 durchgeführte Cyber-Angriffe weltweit analysiert und stellt nun die Ergebnisse vor. Für den Zeitraum haben die Analysten von KonBriefing Research 61 erfolgreiche Cyber-Angriffe auf Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung gezählt. Ziele waren vor allem Gemeinden, aber auch Regierungsinstitutionen und Justizbehörden. In vielen Fällen kam es zu erheblichen Störungen des Betriebs und zur Offenlegung von Daten.

Ransom-Attacken als häufigste Angriffsart

Die Angriffsarten waren vielfältig, besonders häufig waren jedoch Ransomware-Angriffe, mit denen Daten verschlüsselt und vorgeblich nur gegen Zahlung eines Lösegelds (ransom) freigegeben werden. Wird nicht gezahlt, werden die gestohlenen Daten im Darknet veröffentlicht. Durch die Verschlüsselung und den notwendigen Neuaufbau der IT ist der Betrieb in betroffenen Institutionen oft für längere Zeit stark beeinträchtigt. Andere Einrichtungen waren von Denial-of-Service(DDoS)-Attacken betroffen, welche die Verfügbarkeit von Internet-Diensten reduzieren.
Angriffe auf Einrichtungen in der Ukraine konnten in der Regel nicht einzelnen Organisationen zugeordnet werden, hier wurde nur übergreifend gezählt. Dabei wurde vor allem so genannte Wiper-Schad-Software in Stellung gebracht, die Daten auf den betroffenen Systemen löscht. In umgekehrter Richtung seien im Februar und März 2022 auch erste öffentliche Einrichtungen in Russland von Cyber-Angriffen betroffen gewesen, berichtet KonBriefing. Hier seien Angehörige des Anonymous-Kollektivs verantwortlich, die damit gegen den Krieg in der Ukraine protestieren wollten.

Behörden sollten wachsam bleiben

In Deutschland haben vor allem die erfolgreichen Cyber-Attacken auf die Städte Suhl in Thüringen und Dingolfing in Bayern Schlagzeilen gemacht. In deren Folge kam es zu wesentlichen Beeinträchtigungen der Dienste. Viele Angriffe hätten mit Phishing begonnen, so KonBriefing. Deshalb sei es wichtig, dass Behörden neben technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen auch das Bewusstsein ihrer Mitarbeitenden schärfen. Das sollte regelmäßig und „am besten verbunden mit praktischen Übungsangriffen erfolgen“, so der Rat der IT-Sicherheitsexperten.
Bisher sind die Verwaltungen in Deutschland im ersten Quartal 2022 offenbar glimpflich davongekommen. Dennoch belegten die Zahlen aus anderen Ländern wie etwa Frankreich, dass eine anhaltend hohen Bedrohung bestehe, mahnt der Geschäftsführer von KonBriefing Research, Bert Kondruß. Behörden müssten weiterhin sehr wachsam sein und kontinuierlich in die IT-Sicherheit investieren. (sib)

Zur statistischen Auswertung der Cyber-Angriffe auf die Verwaltung (Deep Link)
https://konbriefing.com

Stichwörter: IT-Sicherheit, KonBriefing Research, Cyber-Sicherheit

Bildquelle: KonBriefing Research

Druckversion    PDF     Link mailen



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich IT-Sicherheit
LSI: Bayern-CERT wird „Trusted Introducer“
[5.9.2022] Das am Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) betriebene Bayern-CERT gehört nun zum Netzwerk „Trusted Introducer“. Die Mitgliedschaft in dem europäischen Netzwerk erlaubt den Austausch mit anderen professionellen IT-Sicherheitsexperten über Cyber-Gefahren. mehr...
ITZBund/Materna Virtual Solution: Bundesbehörde setzt auf SecurePIM
[1.9.2022] ITZBund und Materna Virtual Solution statten eine Bundesbehörde flächendeckend mit der containerbasierten Systemlösung SecurePIM aus. Insgesamt 7.500 Lizenzen für iOS-Dienstgeräte sollen ausgerollt werden, damit die Mitarbeiter künftig sicher mobil arbeiten können. mehr...
IT-Sicherheitsgesetz 2.0: Schutz kritischer Infrastrukturen Bericht
[17.8.2022] Am 1. Mai 2023 tritt die Novelle zum IT-Sicherheitsgesetz 2.0 in Kraft. Mit Ablauf der Übergangsfrist müssen die Betreiber Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) neue Auflagen erfüllen. Mit einem Cyber Defense Center (CDC) lassen die sich effektiv umsetzen. mehr...
Cyber Defence Center helfen KRITIS-Betreibern dabei, gesetzliche Vorgaben zu erfüllen.
Datenschutz: Blockchain sichert Datenintegrität Bericht
[15.8.2022] Digitale Dokumente sind leicht manipulierbar, können gefälscht und verändert werden. Ihre Authentifizierung wird für viele Prozesse im Rahmen der Digitalisierung jedoch immer wichtiger. Hier kann die Blockchain-Technologie Abhilfe schaffen. mehr...
Mit der Blockchain kann die Integrität aller Arten von Dateien sichergestellt werden.
ECOS Technology: VS-NfD-konforme Videokonferenzen
[14.7.2022] Der IT-Security-Spezialist ECOS Technology hat eine vielseitige und besonders sichere Videokonferenz-Lösung entwickelt, die nun auch vom BSI zugelassen wurde. Ein Boot-Stick erlaubt den Einsatz bis zum Geheimhaltungsgrad VS-NfD. Auch der Betrieb On-Premises ist möglich. mehr...
Mithilfe eines Boot-Sticks kann das BSI-zertifizierte Videoconferencing-Tool von ECOS Technology bis zum Geheimhaltungsgrad VS-NfD genutzt werden.
Suchen...
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich IT-Sicherheit:
procilon GROUP
04425 Taucha bei Leipzig
procilon GROUP
Aktuelle Meldungen