Hessen:
Glasfaserpakt unterzeichnet


[18.5.2022] Hessens Landesregierung, BREKO, VKU Hessen und elf Telekommunikationsunternehmen haben einen Glasfaserpakt unterzeichnet. Dieser legt unter anderem die Ausbauzahlen fest: 530.000 Haushalte sollen in den kommenden zwölf Monaten einen Glasfaseranschluss erhalten.

Hessen: Digitalministerin Kristina Sinemus und Ministerpräsident Volker Bouffier präsentieren den Glasfaserpakt. Einen Glasfaserpakt haben die hessische Landesregierung, elf Telekommunikationsunternehmen (TKU) und der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) sowie der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), Landesgruppe Hessen unterzeichnet. Einer der Kernpunkte sind die Ausbauplanzahlen der Telekommunikationsunternehmen für Hessen: Demnach sollen in den kommenden zwölf Monaten für rund 18 Prozent der Haushalte Glasfaseranschlüsse bereitgestellt werden. Zusammen mit den bereits angebundenen Haushalten werden damit bis Mitte 2023 über 25 Prozent der Haushalte vom Glasfaserausbau profitieren – dreimal so viele wie bisher, wie es aus der hessischen Staatskanzlei heißt.
Darüber hinaus sollen sich die Paktpartner an Förderprojekten in Gebieten beteiligen, in denen der Markt bisher nicht aktiv geworden ist. Dies gelte vor allem dann, wenn diese mit den Ausbauprojekten der Telekommunikationsunternehmen sinnvoll in Zusammenhang gebracht werden können.
Es ist vorgesehen, dass sich die Vertragspartner regelmäßig austauschen und jährlich die Ausbauziele überprüfen. Somit stehen auch messbare Daten zur Verfügung, um die Ausbaufortschritte kontinuierlich zu evaluieren. Dabei können auch etwaige Optimierungspotenziale erkannt und umgesetzt werden.

Zusammenarbeit mit den kommunalen Spitzenverbänden

Neben den beiden Verbänden BREKO und VKU Hessen haben die folgenden elf TKU am Pakt mitgearbeitet und unterzeichnet: Deutsche GigaNetz, Deutsche Glasfaser, Telekom Deutschland, Vodafone, DB broadband, 1&1 Versatel, ENTEGA Medianet, Goetel, OREG Odenwald-Regional-Gesellschaft, TNG Stadtnetz und Yplay. Digitalministerin Kristina Sinemus betonte, dass auch eine gute Zusammenarbeit mit den kommunalen Spitzenverbänden notwendig sei, um gemeinsam schneller voranzukommen. Die Planungen für Hessen hingen zudem auch von den Beschlüssen des Bundes ab. Wenn der Bund seine Förderrichtlinie für den Ausbau der Netze ab Anfang 2023 definiere, könne das Land Hessen seine Planungen weiter konkretisieren. Bei guten Bedingungen sei es möglich, das angestrebte Ausbauziel sogar noch vor 2030 zu erreichen, erklärte die Digitalministerin.

Flächendeckender Glasfaserausbau unumgänglich

Die hessische Landesregierung hatte nach Angaben der Staatskanzlei bereits frühzeitig mit der Gigabitstrategie die Weichen gestellt. Derzeit verfügen 96,6 Prozent aller Haushalte über Breitbandanschlüsse mit mindestens 50 Mbit/s. Am flächendeckenden Glasfaserausbau führe jedoch kein Weg vorbei, um das Bundesland zukunftssicher aufzustellen, so Sinemus. Das Land forciert den weiteren Ausbau insbesondere mit Maßnahmen zum Bürokratieabbau, der Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, der Bereitstellung von kostenlosen Geobasisdaten für optimale Netzplanung sowie der Stärkung der Akzeptanz von modernen Verlegeverfahren. Darüber hinaus fördert das Land, wo kein wirtschaftlicher Ausbau möglich ist. Als aktuelle Beispiele aus dem Graue-Flecken-Programm nannte Sinemus die Kreise Main-Kinzig und Marburg-Biedenkopf, wo alleine das Land Hessen bis zu 140 Millionen Euro investiert. (sib)

https://www.hessen.de

Stichwörter: Breitband, Politik, Hessen, BREKO, VKU, Glasfaser

Bildquelle: Staatskanzlei/MinD

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Breitband
Bitkom: Glasfaser-Förderung mit Augenmaß
[27.5.2022] Für den Glasfaserausbau in den nächsten Jahren fordert der Bitkom weniger Bürokratie, eine Förderung mit Augenmaß und Planungssicherheit für private Investitionen. Angesichts knapper Ausbaukapazitäten warnt der Verband vor zu viel und zu wenig zielgerichteten Fördermaßnahmen. mehr...
Studie: Glasfaser als nachhaltige Technologie
[16.5.2022] Wie nachhaltig sind die verschiedenen Internet-Zugangstechnologien? Dies ließ der BREKO in einem Gutachten der Technischen Hochschule Mittelhessen untersuchen. Demnach haben FTTH-Glasfasernetze den geringsten Energieverbrauch – und bringen noch einige weitere Umweltvorteile. mehr...
Mecklenburg-Vorpommern: Bundesratsinitiative zur Gigabit-Strategie
[13.5.2022] Mecklenburg-Vorpommern stellt einen Antrag zur vorgesehenen Gigabit-Strategie des Bundes, wonach Ausbauvorhaben je nach Grad der Unterversorgung zu fördern sind. Mecklenburg-Vorpommern wendet ein, dass damit Länder „bestraft“ werden, die solche Gebiete bereits erschlossen haben. mehr...
Bund: Recht auf Internet und Telefon
[9.5.2022] Die Bundesregierung hat die Telekommunikations-Mindestversorgungsverordnung (TKMV) beschlossen. Der BREKO sieht die Verordnung kritisch: Der Verzicht auf Satelliten-Internet bei der TKMV-Umsetzung gefährde den zügigen Glasfaserausbau. mehr...
Dass die TK-Mindestversorgungsverordnung Satelliten-Internet nicht einbezieht, gefährdet laut BREKO die schnelle Realisierung eines flächendeckenden Glasfaserausbaus.
ANGA COM: Restart im Frühsommer Bericht
[4.5.2022] Netzbetreiber, Ausrüster und Inhalteanbieter zu allen Fragen der Breitband- und Mediendistribution treffen sich vom 10. bis 12. Mai 2022 auf der ANGA COM in Köln. mehr...
ANGA COM: Nach drei Jahren Pause jetzt wieder Messe in Köln.
Suchen...
procilon GROUP
04425 Taucha bei Leipzig
procilon GROUP
xSuite Group GmbH
22926 Ahrensburg
xSuite Group GmbH
MACH AG
23558 Lübeck
MACH AG
Aktuelle Meldungen