Hessen:
Digitalisierung der Juristenausbildung


[5.9.2022] In Hessen haben angehende Juristen ihre Klausuren erstmals elektronisch geschrieben. Eine Evaluation dieses Prüfungsdurchlaufs soll entscheiden, ob elektronische Examen künftig fester Bestandteil der hessischen Juristenausbildung werden.

Das erste elektronische Probeexamen – das so genannte E-Examen – für angehende Juristen wurde in Hessen erfolgreich zum Abschluss gebracht. Rechtsreferendare mit bevorstehender zweiter juristischer Staatsprüfung konnten vor Ort an der Hochschule RheinMain mehrere Klausuren elektronisch unter prüfungsähnlichen Bedingungen anfertigen. Die erforderlichen Notebooks wurden von einem externen IT-Dienstleister bereitgestellt. Alternativ konnten die Prüflinge die Aufsichtsarbeiten zur gleichen Zeit elektronisch von zu Hause aus an dem Dienst-Notebook über eine eigens eingerichtete Testumgebung anfertigen.
Der hessische Justizminister Roman Poseck verbucht das elektronische Probeexamen mit mehr als 100 Teilnehmern als Erfolg. Es sei von den Rechtsreferendaren gut angenommen worden und erste Rückmeldungen seien positiv. Die elektronische Anfertigung von Klausuren bedeute auch eine größere Praxisnähe, da die Arbeitswelt bei Justiz, Verwaltung und Anwaltschaft zunehmend von der Einführung des elektronischen Rechtsverkehrs und der elektronischen Akte geprägt sei, so Poseck. Das E-Examen könne ein weiterer wichtiger Baustein im Rahmen der Digitalisierung der hessischen Juristenausbildung werden.
Auch technisch sei die Durchführung einwandfrei verlaufen, heißt es aus dem Justizministerium. Begleitend zur derzeit stattfindenden Korrektur der Klausuren finde bereits eine umfassende Evaluierung inklusive Befragung der Geprüften statt. Die Ergebnisse sollen in die Entscheidung zur Einführung des E-Examens in den regulären Prüfungsbetrieb und die weitere Konzeptionierung einfließen. (sib)

https://justizministerium.hessen.de

Stichwörter: E-Justiz, Hessen, E-Examen



Druckversion    PDF     Link mailen



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich E-Justiz
IT.NRW: Einheitliches Portal mit Insolvenzdaten
[1.2.2023] Aufgrund gesetzlicher Änderungen mussten die Daten aus einem älteren Insolvenzportal der Länder in ein neueres Portal übertragen werden. IT.NRW hat die Integration nun erfolgreich abgeschlossen. Mehr als 600.000 Verfahren mit knapp 1,8 Millionen Veröffentlichungen wurden übertragen. mehr...
Berlin: IT-Arbeitsplanung für die Justiz 2023
[30.1.2023] In Berlin haben der Justizsenat und das Kammergericht eine IT-Vereinbarung verabschiedet, die den Weg zur weiteren Digitalisierung im Justizwesen bahnen soll. Wichtige Aspekte sind die Einführung der elektronischen Gerichtsakte und der Aufbau des Rechenzentrums Justiz. mehr...
Sachsen: Stand bei der E-Verfahrensakte
[27.1.2023] Bis Anfang 2026 müssen alle Gerichte und Staatsanwaltschaften ihre Akten digital führen. Justizministerin Katja Meier berichtete jetzt im Kabinett über den Stand der Dinge in Sachsen. Demnach geht es gut voran – für den weiteren Ausbau sind aber mehr Mittel und Personal nötig. mehr...
e-CODEX: Meilenstein für die E-Justiz in Europa
[26.1.2023] Das Projekt e-CODEX soll die EU-weite Kommunikation von Rechtsdiensten erleichtern. Nun hat Nordrhein-Westfalen, das auch die Projektleitung hatte, einen internationalen Workshop ausgerichtet. Die e-CODEX-Infrastruktur soll bald an die Europäische Agentur für IT-Großsysteme übergeben werden. mehr...
Hessen: E-Akte für Land- und Sozialgerichte
[19.1.2023] Der Weg für die zeitnahe Einführung der elektronischen Akte bei den Land- und Sozialgerichten in Hessen ist frei. Dazu haben das Justizministerium des Landes und der erweiterte Hauptpersonalrat eine entsprechende Rahmendienstvereinbarung geschlossen. mehr...
Suchen...

 Anzeige


Aktuelle Meldungen