Sie befinden sich hier: Startseite > Themen > Politik > Gut aufgestellt

Bremen:
Gut aufgestellt


[10.1.2023] Bei der Digitalisierung ist Bremens Verwaltung im Bundesvergleich gut aufgestellt. Doch die Freie Hansestadt will noch mehr erreichen. Finanzstaatsrat Martin Hagen wünscht sich eine proaktive Verwaltung.

Bremen: Verwaltung punktet mit Online-Services. In großen Teilen der Bremer Verwaltung arbeiten die Beschäftigten bereits umfassend mit der elektronischen Akte, gestützt auf ein einheitliches Dokumenten-Management-System. Das teilt der Finanzsenator der Freien Hansestadt mit. In einigen Ämtern mit Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern führten die Mitarbeitenden intern die Akten bereits überwiegend elektronisch, zum Beispiel im Migrationsamt, in der Bußgeldstelle und bei den Abschleppmaßnahmen der Verkehrsüberwachung des Ordnungsamts. Weitere Ämter und Dienststellen führten die elektronische Akte gerade ein. Finanzstaatsrat Martin Hagen sagt dazu: „Bremen ist hier im Bundesvergleich sehr gut aufgestellt. Schon seit Anfang 2022 gilt für unsere Verwaltung grundsätzlich die Pflicht zur elektronischen Aktenführung. Das zahlt sich aus. Immer mehr Kolleginnen und Kollegen arbeiten mit der E-Akte, immer mehr Geschäftsgänge laufen ausschließlich digital.“ Die Pandemie habe gezeigt: Die Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie sei schlicht Voraussetzung für eine resiliente Verwaltung.
Derzeit bieten die Verwaltungen in Deutschland noch nicht alle Leistungen online an. Die Ziele des Onlinezugangsgesetzes (OZG) sind bundesweit nicht vollständig erreicht worden, heißt es in der Pressemeldung weiter. Hagen: „Bremen hat seinen Beitrag zur Erfüllung des OZG erbracht. Bremen ist im Verbund der Bundesländer für das Themenfeld Familie und Kind verantwortlich und hat die entsprechenden Online-Dienste fertiggestellt. Die technischen Lösungen können nun von anderen Bundesländern und Kommunen zur eigenen Nutzung übernommen werden.“ Die technischen Anpassungen dafür werden in diesem Jahr erfolgen.

Grundlegender Wandel im Selbstverständnis

In Bremen können derzeit laut Finanzsenat mehr als 100 Leistungen online beantragt werden, weitere gehen in den kommenden Wochen an den Start. Die Freie Hansestadt sei eines der ersten Bundesländer, welches die neuen Online-Baugenehmigungsverfahren einsetzen werde. Dennoch: Zahlreiche Verwaltungsleistungen erfordern weiterhin einen Antrag auf Papier oder das persönliche Erscheinen. Hagen kommentiert: „Wir arbeiten weiter daran, die Verwaltung digital erreichbarer zu machen. Ich will aber noch mehr. Ich möchte, dass Verwaltung Leistungen aktiv anbietet. Denn Verwaltung hat bereits jetzt die Daten vorliegen, die verraten, dass jemand ein Recht auf diese oder jene Leistung hat. Es braucht einen grundlegenden Wandel, fast schon eine Revolution im Selbstverständnis von Verwaltung. Ich möchte einen Staat, der sich von sich aus um die Bürgerinnen und Bürger sorgt und nicht erst auf Antrag aktiv wird. Dass das funktioniert, hat Bremen mit ELFE (wir berichteten) bereits gezeigt.“ (ba)

https://www.finanzen.bremen.de

Stichwörter: Politik, Bremen, E-Akte, Dokumenten-Management, ELFE, Bürgerservice

Bildquelle: sergeyphoto7/123rf.com

Druckversion    PDF     Link mailen



Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik
Schleswig-Holstein: Gesetzentwurf zurückgezogen
[3.2.2023] Nachdem unter anderem der Databund eine eindeutige Stellungnahme zum Entwurf zur Änderung des E-Government-Gesetzes abgegeben hatte, hat die schleswig-holsteinische Landesregierung diesen nun zurückgezogen. mehr...
Schleswig-Holstein: Landesregierung wird Entwurf zur Änderung des E-Government-Gesetzes überarbeiten.
OZG: Entwurf für Änderungsgesetz vorgelegt
[1.2.2023] 
Das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) hat den Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Onlinezugangsgesetzes (OZG-ÄndG) vorgelegt. Zu den darin vorgeschlagenen Maßnahmen zählt etwa, landeseigene Entwicklungen für Bürgerkonto und Postfach durch vom Bund bereitgestellte Basisdienste zu ersetzen. mehr...
Schleswig-Holstein: Digitalisierungscheck und Green IT
[31.1.2023] Ein Digitalisierungscheck soll künftig in Schleswig-Holstein dafür sorgen, dass Gesetze und Verordnungen von Anfang an digitalkompatibel ausgearbeitet werden. Digitalisierung und Klimaschutz in Einklang bringen soll außerdem eine Green-IT-Strategie. mehr...
Materna: Digitales Bundesgesetzblatt umgesetzt
[30.1.2023] Die amtliche Verkündung von Gesetzen auf Bundesebene erfolgte bis Ende 2022 auf Papier. Eine Grundgesetzänderung erlaubt jetzt die amtliche Verkündung auf digitalem Weg. Umgesetzt wurde die neue Verkündungsplattform von Materna, die fachliche Konzeption erarbeitete das Bundesjustizministerium. mehr...
Sachsen: Neue Digitalstrategie für den Freistaat
[25.1.2023] Sachsen hat seine neue Digitalstrategie verabschiedet. Der Freistaat verfolgt damit einen umfassenden strategischen Ansatz, der nicht nur Staatsregierung und Verwaltung, sondern auch Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft als handelnde Akteure in der Verantwortung sieht. mehr...
Auswärtige Kabinettssitzung in Chemnitz. Im Mittelpunkt der Sitzung standen die Beschlussfassung der Digitalstrategie für den Freistaat Sachsen und weitere Digitalthemen.
Suchen...

 Anzeige


Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Politik:
Aktuelle Meldungen