BerlinZentrale Plattform für Baustellenkoordinierung

[23.09.2026] Berlin will die Koordinierung von Baustellen in einer zentralen digitalen Plattform bündeln. Planung, Antragstellung, Genehmigung, Koordinierung und Kontrolle sollen künftig auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammenlaufen.

Berlin: BVG-Busse kontrollieren Baustellen.

(Bildquelle: DepositPhotos)

Der Berliner Senat hat ein Gesamtkonzept für die verkehrliche Baustellenkoordinierung beschlossen. Zentraler Baustein ist der Aufbau einer gesamtstädtischen Koordinierungsplattform. Sie soll bislang getrennte Verfahren und Informationen zusammenführen und dafür sorgen, dass sich überschneidende Bauvorhaben früher erkannt und besser aufeinander abgestimmt werden können.

Gemeinsame Datenbasis

Vorgesehen sind eine gemeinsame Datenbasis für geplante und genehmigte Maßnahmen, eine Kartenansicht sowie Schnittstellen zum Baustellenatlas und weiteren Systemen. Geplante Vorhaben sollen frühzeitig erfasst und automatisch auf mögliche Kollisionen geprüft werden. Hinzu kommen automatische Benachrichtigungen sowie Dokumentations- und Auswertungsfunktionen.

Die Plattform entsteht im Rahmen der Modernisierung des Verkehrsinformationssystems Straße (VISS). Eine erste Demoversion soll im Sommer 2027 vorliegen, der Echtbetrieb ist für das zweite Halbjahr 2028 geplant. Ergänzend sollen Bezirksämter, Bauherren, Versorgungsunternehmen und weitere Beteiligte ihre Vorhaben regelmäßig frühzeitig und über Bezirksgrenzen hinweg abstimmen.

Digitale Kontrolle ergänzt die Plattform

Neben der zentralen Plattform setzt Berlin auf neue Kontrollverfahren. Seit Juni 2026 erfassen mit Smartphones ausgestattete BVG-Busse während ihrer regulären Fahrten Baustellen, Beschilderungen und Verkehrseinrichtungen. Die Daten werden automatisiert mit den genehmigten Sachständen abgeglichen. So sollen Abweichungen schneller erkannt und auffällige Baustellen gezielt kontrolliert werden.

Dass bei der Kontrolle Handlungsbedarf besteht, zeigt ein weiteres Pilotprojekt von Polizei, Bezirksämtern und Senatsverwaltung. Bei 48 überprüften Arbeitsstellen wurden in rund 80 Prozent der Fälle Mängel festgestellt. Auch bestehende Vorgaben sollen stärker in die digitalen Prozesse integriert werden. Technische Prüfroutinen sollen beispielsweise das geltende Aufgrabeverbot berücksichtigen. Bereits heute werden rund 97 Prozent der Sondernutzungsanträge digital gestellt. Mit dem Gesamtkonzept will Berlin damit nicht nur einzelne Verfahren digitalisieren, sondern Planung, Genehmigung und Kontrolle von Baustellen stärker in einem durchgängigen digitalen Prozess zusammenführen.





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