Smart Country ConventionDigitalminister Mehring warb für mehr Tempo

[15.10.2026] Bayerns Digitalminister Fabian Mehring nutzte seinen Besuch auf der Smart Country Convention (SCCON) in Berlin, um für eine engere Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen bei der Verwaltungsdigitalisierung zu werben. Im Mittelpunkt standen die Nachnutzung digitaler Lösungen, Smart-City-Projekte und die digitale Souveränität der öffentlichen Verwaltung.

Auf dem Podium „16 Wege, ein Ziel: Wie digital sind Deutschlands Länder?“ diskutierte Fabian Mehring über Fortschritte und Herausforderungen der Verwaltungsdigitalisierung im föderalen System.

(Bildquelle: Messe Berlin GmbH)

Bei seinem Besuch auf der Smart Country Convention am 14. Oktober 2026 tauschte sich Bayerns Digitalminister Fabian Mehring mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Digitalwirtschaft über die Modernisierung des Staates aus. Wie das Staatsministerium mitteilt, standen neben einem Messerundgang und Gesprächen mit Digitalministerinnen und Digitalministern anderer Bundesländer Besuche bei bayerischen Technologieunternehmen sowie beim Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) und bei GovTech Deutschland auf dem Programm.

Mehring stellte dabei die bayerischen Ansätze zur Verwaltungsdigitalisierung vor. Mit den sogenannten BayernPackages bietet der Freistaat standardisierte digitale Verwaltungsleistungen an, die von Kommunen übernommen werden können. Ziel ist es, Doppelentwicklungen zu vermeiden und digitale Angebote schneller flächendeckend verfügbar zu machen.

Smart-City-Lösungen für kleinere Kommunen

Ein weiterer Schwerpunkt seines Messebesuchs war die Digitalisierung von Städten und Gemeinden. Mehring verwies auf die Ergebnisse bayerischer Förderprogramme wie „TwinBy – Digitale Zwillinge für Bayern“ und „Kommunal?Digital!“. Im Rahmen von TwinBy wurden 17 kommunale Projekte unterstützt, die digitale Abbilder ihrer Städte und Gemeinden unter anderem für den Hochwasserschutz, die Verkehrssteuerung und ein effizienteres Energiemanagement nutzen. Über den Wettbewerb „Kommunal?Digital!“ erhielten zehn Kommunen Fördermittel von insgesamt mehr als vier Millionen Euro für innovative Lösungen in den Bereichen Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und Bürgerbeteiligung. Mit der Plattform twin.bydata will Bayern die Übertragung erfolgreicher Projekte auf weitere Kommunen erleichtern. Im Smart City Index 2026 des Digitalverbands Bitkom belegten München und Nürnberg bundesweit die Plätze zwei und vier.

Digitale Souveränität als Schwerpunkt

Beim Austausch mit ZenDiS und GovTech Deutschland beschäftigte sich Mehring insbesondere mit der technologischen Unabhängigkeit der öffentlichen Verwaltung. Bayern erprobt dazu mit dem Projekt „SovereignIT“ den Einsatz souveräner Arbeitsplatzsoftware im eigenen Digitalministerium. Bis Ende März 2027 sollen 20 Prozent der Beschäftigten ihre tägliche Arbeit ausschließlich mit der neuen Software erledigen. Die Erfahrungen aus dem Projekt sollen als Grundlage für einen möglichen breiteren Einsatz in der Staatsverwaltung dienen.

„Ein moderner Staat muss selbst entscheiden können, mit welcher Technologie er arbeitet und wem er seine Daten anvertraut“, betonte Mehring. Digitale Souveränität bedeute dabei keine Abschottung, sondern die Schaffung echter Wahlmöglichkeiten.

Mehr Zusammenarbeit im Föderalismus gefordert

Auf dem Podium „16 Wege, ein Ziel: Wie digital sind Deutschlands Länder?“ diskutierte Mehring über Fortschritte und Herausforderungen der Verwaltungsdigitalisierung im föderalen System. Dabei ging es insbesondere um die gemeinsame Nutzung erfolgreicher Anwendungen und eine bessere Abstimmung zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Mehring sprach sich dafür aus, bewährte digitale Lösungen konsequenter nachzunutzen, anstatt vergleichbare Anwendungen in jedem Bundesland neu zu entwickeln.

„16 Bundesländer dürfen nicht 16 digitale Sackgassen bedeuten. Föderalismus muss zum Innovationsmotor werden, nicht zur Software-Bremse“, erklärte der Minister. Damit verband Mehring seinen Messebesuch mit der Forderung nach mehr gemeinsamen Standards, einer stärkeren Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg und einer Verwaltungsdigitalisierung, die sich stärker an der praktischen Nutzung durch Bürger und Kommunen orientiert.





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