BundeswehrHeereskommunikation wird digital

[22.10.2026] Die Bundeswehr will ihre ersten Großverbände 2027 mit digitaler Kommunikationstechnik ausstatten. Die Einsatzprüfung läuft, bei der Fahrzeugumrüstung gibt es jedoch Rückstände. Verteidigungsminister Boris Pistorius hält am vorgesehenen Zeitplan fest.
Außenaufnahme: Wiese mit mehreren Männern in Uniform, auf dem Boden eine weiße Markierung.

Das verteidigungsministerium bezeichnet die Umrüstung auf D-LBO als eines der technologisch anspruchsvollsten Großprojekte in der Geschichte der Bundeswehr.

(Bildquelle: Bundeswehr/Ralf Keller)

Die Bundeswehr prüft auf dem Truppenübungsplatz Munster, ob das System zur Digitalisierung Landbasierter Operationen (D-LBO) unter realen taktischen Einsatzbedingungen verlässlich funktioniert. Wie sie in einer Mitteilung von vergangener Woche berichtet, lief die umfassende Einsatzprüfung zu diesem Zeitpunkt seit rund fünf Wochen. Geklärt werden soll auch, ob das System so stabil läuft, dass es in wenigen Monaten von den ersten Heeresverbänden genutzt werden kann. D-LBO umfasst abhörsicheren Funk, die vernetzte Kommunikation mit NATO-Partnern und Echtzeit-Lagebilder für den Gefechtsstand. Dafür müssen mehr als 10.000 Militärfahrzeuge modernisiert werden. Mit der Umrüstung durch die Industrie wurde 2025 begonnen, aufgrund der Komplexität des Vorhabens traten jedoch bald technische Herausforderungen auf.

Fortschritte und Rückstände bei der Umrüstung

Über die bisherigen Ergebnisse und die nächsten Schritte informierte Verteidigungsminister Boris Pistorius nach einem Treffen mit Vertretern der beteiligten Rüstungsunternehmen. Die Musterintegration der verschiedenen Fahrzeugtypen sei weitgehend abgeschlossen, auch bei der Serienintegration gehe es voran, erläuterte Pistorius nach dem Treffen. „Allerdings wurden noch nicht so viele Fahrzeuge von der Industrie umgerüstet, wie wir verabredet hatten“, so der Minister. Zur Koordinierung der Zusammenarbeit zwischen Truppe, Beschaffungsamt und Industrie wurde im Verteidigungsministerium ein Stabselement eingerichtet. Zudem wurde das Controlling im Beschaffungsamt nachgeschärft. Beide Maßnahmen hätten sich ausgezahlt, erklärte Pistorius. Die verbliebenen Herausforderungen bei der Einführung von D-LBO wolle er jedoch nicht kleinreden.

Einführung ab 2027 vorgesehen

Wegen der technischen Herausforderungen wurde laut Bundeswehr unter anderem die Reihenfolge bei der Umrüstung von Gefechts- und Unterstützungsfahrzeugen angepasst. Zudem ist vorübergehend ein Mischbetrieb aus bereits umgerüsteten und älteren Fahrzeugen vorgesehen, die mittels spezieller Funkgeräte D-LBO-kompatibel gemacht werden. Diese Übergangsphase ist notwendig, bis die Verbände mit ihren Tausenden Fahrzeugen umgerüstet sind. Ab dem 1. Januar 2027 soll die Panzergrenadierbrigade 37 als erster Großverband der Bundeswehr die digitale Technik nutzen. Ab dem 1. Juli 2027 soll die Panzerbrigade 45 „Litauen“ folgen. Bis Ende 2027 soll schließlich die gesamte 10. Panzerdivision auf Digitalbetrieb umgestellt sein. An diesem Zeitplan werde festgehalten, bekräftigte Pistorius. Die Industrie habe ihm erneut zugesichert, dass die bei der NATO als „Division 25“ geführte Division bis Ende 2027 mit der D-LBO-Technik ausgestattet werden könne



Stichwörter: Panorama, Bundeswehr


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama

Registermodernisierung: Website bündelt Informationen zu NOOTS

[20.10.2026] Mit einem neuen Internetportal steht eine zentrale Informationsplattform zum Nationalen Once-Only-Technical-System (NOOTS) zur Verfügung. Das Angebot richtet sich insbesondere an Behörden von Bund, Ländern und Kommunen und informiert über technische Anschlussmöglichkeiten, den Umsetzungsstand und Unterstützungsangebote bei der Registermodernisierung. mehr...

Kommune21 im Gespräch: Herausforderung Registermodernisierung

[08.10.2026] Die Registermodernisierung gehört zu den zentralen Vorhaben der Verwaltungsdigitalisierung. Im Live-Webinar „Kommune21 im Gespräch“ am 22. Oktober 2026 zeigen Fachleute des Landes Baden-Württemberg, von Komm.ONE und aus einem kommunalen Pilotprojekt, wo die Umsetzung derzeit steht, welche Erfahrungen bereits vorliegen und was Kommunen jetzt tun sollten. mehr...

In Deutschland kann man sich bald per Smartphone digital ausweisen.

Rheinland-Pfalz: Ehrenamtskarte per App beantragen

[07.10.2026] Rheinland-Pfalz hat eine App gestartet, mit der Ehrenamtliche die Ehrenamtskarte vollständig digital beantragen und Vergünstigungen finden können. Das Land übernimmt eine in Nordrhein-Westfalen entwickelte Lösung. Organisationen und Kommunen bearbeiten Anträge digital. mehr...

Ki-Bild eines hellblauen Vorhängeschlosses auf dunkelblauem Grund

Bundesdruckerei/ZenDiS: Geschützter Zugriff auf openDesk

[02.10.2026] Das Technologieunternehmen des Bundes Bundesdruckerei-Gruppe will mit dem Zentrum für Digitale Souveränität openDesk für sicherheitssensible Einsätze weiterentwickeln. Ein erster Anwendungsfall verbindet die Suite mit einer VS-NfD-Lösung des IT-Sicherheitsspezialisten genua. mehr...

bericht

eGovernment-Wettbewerb: BMI gewinnt mit LISSA

[30.09.2026] Mit LISSA entwickelt das ITZBund eine standardisierte und automatisierte Lieferkette für sichere Software. Beim eGovernment-Wettbewerb 2026 erreichte LISSA den ersten Platz in der Kategorie „Souveränität, Sicherheit und Stabilität digitaler Infrastrukturen“. mehr...

bericht

eGovernment-Wettbewerb: BW-Empfangsclient auf dem zweiten Platz

[24.09.2026] Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg hat mit dem BW-Empfangsclient einen zweiten Platz beim eGovernment-Wettbewerb 2026 erreicht. Die Infrastrukturkomponente soll Behörden einen einfachen Zugang zu digitalen Verwaltungsleistungen ermöglichen – auch wenn ihre Fachverfahren noch nicht durchgängig digital angebunden sind. mehr...

EU-System DIWASS: Deutschland bindet Abfallverfahren an

[24.09.2026] Die Länderarbeitsgemeinschaft „Gemeinsame Abfall DV-Systeme“ bindet die deutschen Verfahren für grenzüberschreitende Abfalltransporte an das europäische Digital Waste Shipment System an. Technologiepartner bei der Umsetzung ist die Firma cit. mehr...

Mehrere Auszeichnungen des eGovernment-Preises in Form gläserner Rechtecke, mittig die Auszeichnung des 3. Preises.

eGovernment-Wettbewerb: Auszeichnung für Digitales Jobcenter

[23.09.2026] Digitale Verwaltungsangebote kämpfen mitunter mit geringen Nutzungszahlen. Dass gezielte Verbesserungen Abhilfe schaffen, zeigt ein gemeinsames Projekt von Bundesarbeitsministerium und Bundesagentur für Arbeit. Anträge des Jobcenters wurden untersucht und überarbeitet – und steigerten die Nutzungsquote. mehr...

Berlin: Zentrale Plattform für Baustellenkoordinierung

[23.09.2026] Berlin will die Koordinierung von Baustellen in einer zentralen digitalen Plattform bündeln. Planung, Antragstellung, Genehmigung, Koordinierung und Kontrolle sollen künftig auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammenlaufen. mehr...

Normenkontrollrat: Seit 20 Jahren für bessere Rechtsetzung

[16.09.2026] Der Nationale Normenkontrollrat besteht seit 20 Jahren. Das ursprünglich zur Kontrolle von Bürokratiekosten eingesetzte Gremium beschäftigt sich heute auch mit Verwaltungsdigitalisierung und Staatsmodernisierung. Zum Jubiläum fordert der Rat eine frühere Beteiligung an Gesetzgebungsverfahren und stärkere Praxistests. mehr...

Graues Büro mit leichtenden Leitsystem-Displays

digitalSIGNAGE: Digitale Bürgerkommunikation für Rathaus & Co.

[28.08.2026] Digitale Informations- und Anzeigesysteme können das Personal in Kommunen entlasten: Sie erleichtern die Orientierung, organisieren den Besucheraufruf und informieren. Der ISO/IEC 27001 zertifizierte Anbieter digitalSIGNAGE deckt dafür ein breites Produktspektrum ab. mehr...

Berliner Rathaus, daneben der Fernsehturm

Berlin: Wer macht was?

[11.08.2026] Der im Juni beschlossene Zuständigkeitskatalog soll die Aufgabenverteilung innerhalb der Berliner Verwaltung klar regeln und das notorische „Behörden-Ping-Pong“ beenden. Nun ist das Kernstück der Berliner Verwaltungsreform auch online einsehbar. mehr...

Hände auf Laptop-Tastatur, darüber schwebt ein Briefumschlag-Icon

Saarland: Digitaler Rückkanal für BAföG-Anträge

[07.08.2026] Im Saarland kann schon seit längerem staatliche Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) digital beantragt werden. Dabei kommt das bundesweite BAföG-Portal zum Einsatz. Nun können Antragstellende ihre BAföG-Bescheide auch digital empfangen. mehr...

Säulengrafik aus dem Bitkom-DESI 2026

Bitkom-DESI-Index: Platz 17 im EU-Digitalranking

[06.08.2026] Im Bitkom-DESI-Index 2026, der Fortschritte der Digitalisierung in den EU-Ländern misst, belegt Deutschland Platz 17 im Gesamtranking, vorne liegen Dänemark, Finnland und die Niederlande. Unter den fünf bevölkerungsreichsten Flächenstaaten liegt die Bundesrepublik dagegen auf Rang 2. mehr...