Thüringen / Schleswig-HolsteinDigital-Kooperation wird vertieft

[23.09.2026] Thüringen und Schleswig-Holstein wollen bei der Digitalisierung ihrer Landesverwaltungen enger zusammenarbeiten. Im Mittelpunkt stehen Dateninfrastrukturen, Registermodernisierung, Open Source, souveräne KI-Lösungen und länderübergreifende Netzwerke.

Digitalminister Dirk Schrödter (l.) und Steffen Schütz: Schleswig-Holstein und Thüringen wollen Digitalisierungserfahrungen und Lösungen stärker austauschen.

(Bildquelle: Torsten Hoppen)

Die Digitalminister von Thüringen und Schleswig-Holstein, Steffen Schütz und Dirk Schrödter, haben beim Thüringer E-Government-Kongress in Erfurt eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die beiden Länder wollen Erfahrungen und Lösungen stärker austauschen und gemeinsame Entwicklungsprojekte vorantreiben. 

Ein Schwerpunkt liegt auf einer leistungsfähigen Dateninfrastruktur. Verwaltungsdaten sollen besser zusammengeführt und verarbeitet werden können, um unter anderem Planungs- und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Bei der Registermodernisierung wollen die Länder zudem das Once-Only-Prinzip vorantreiben. Daten, die einer Behörde bereits vorliegen, sollen sicher zwischen unterschiedlichen Verwaltungsebenen ausgetauscht und für weitere Verwaltungsleistungen genutzt werden können.

Open Source und souveräne KI

Ein weiteres Kooperationsfeld ist der Einsatz von Open-Source-Software und offenen Standards. Thüringen und Schleswig-Holstein wollen insbesondere ihre Erfahrungen mit Open-Source-Anwendungen am Verwaltungsarbeitsplatz und offenen Cloud-Technologien teilen und gemeinsame Entwicklungen voranbringen. Ziel ist es, Abhängigkeiten von einzelnen IT-Anbietern zu reduzieren und die Kontrolle über Daten und digitale Infrastrukturen zu stärken.

Auch bei Künstlicher Intelligenz wollen die Länder enger kooperieren. Geplant ist, souveräne KI-Anwendungen für Routineaufgaben, Verwaltungsprozesse und die Auswertung von Informationen praktisch zu erproben und die gewonnenen Erfahrungen auszutauschen. Eine Grundlage dafür soll ein Reallabor in Thüringen bilden, in dem digital souveräne IT-Anwendungen unter Praxisbedingungen getestet werden.

Gemeinsame Communitystrukturen

Darüber hinaus wollen beide Länder gemeinsame Community- und Netzwerkstrukturen für Verwaltung, IT-Fachleute, Wirtschaft und Wissenschaft aufbauen. Sie sollen den länderübergreifenden Wissens- und Erfahrungsaustausch zu digitaler Souveränität, Open Source und Dateninfrastrukturen stärken.





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