Baden-WürttembergSchneller Roll-out statt vieler Einzellösungen

Staatssekretär Dr. Markus Richter und Chief Digital Officer Ronja Kemmer bei der Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung in Berlin.
(Bildquelle: Innenministerium BW)
Seit Anfang 2026 verfolgen Bund und einzelne Länder einen gemeinsamen Umsetzungsansatz, um bereits vorhandene Online-Dienste in den Kommunen verfügbar zu machen. Hessen und Bayern waren die ersten Pilotländer dieses Ansatzes. Danach kamen Niedersachsen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland hinzu. Nun beteiligt sich auch Baden-Württemberg an dem Programm des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS), das inzwischen einen Namen bekommen hat: „Flächendeckung digitale Verwaltungsleistungen“. Fünf weitere Verwaltungsleistungen sollen in dessen Rahmen innerhalb von neun Monaten bei allen zuständigen Behörden in Baden-Württemberg digital verfügbar gemacht werden. Die Chief Digital Officer der Landesregierung, Ronja Kemmer, unterzeichnete gestern (14. Oktober 2026) die entsprechende Verwaltungsvereinbarung mit dem Bund. „Ein Online-Dienst bietet erst dann echten Fortschritt, wenn er in jedem Rathaus im Land funktioniert. Mit diesem Programm bringen wir fünf wichtige Leistungen innerhalb eines klaren Zeitrahmens zu allen zuständigen Behörden im Land und übernehmen die Kosten für den Roll-out. Genau diese Verbindlichkeit brauchen wir: ein klares Ziel, eine klare Verantwortung und eine klare Frist“, erklärte Kemmer. Land, Kommunale Landesverbände und der kommunale IT-Dienstleister Komm.ONE werden das Projekt gemeinsam umsetzen.
Häufige Lebenslagen im Fokus
Das Vorhaben sei ein echter Fortschritt für die kommunale Familie in Baden-Württemberg, erklärten die Kommunalen Landesverbände: „So wird aus dem Anspruch einer flächendeckend digitalen Verwaltung ein konkreter Umsetzungsschritt, der in den Kommunen Wirkung entfalten kann.“ Die fünf Online-Dienste, die nun im Rahmen des Programms „Flächendeckung digitale Verwaltungsleistungen“ ausgerollt werden sollen, sind
- Wohnsitzanmeldung und Ummeldung,
- Anmeldung der Eheschließung,
- Antrag auf einen Aufenthaltstitel,
- Verpflichtungserklärung sowie
- Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung.
Diese Leistungen wurden gezielt ausgewählt: Sie betreffen häufige Lebenslagen, entlasten besonders gefragte Behörden wie Ausländer- und Sozialämter und erreichen nahezu jede Gemeinde und jeden Landkreis im Land. Das Innenministerium erklärte, das Projekt begleiten und im weiteren Verlauf beratend und unterstützend zur Seite stehen zu wollen. Die zentralen Ansprechpersonen können direkt per E-Mail kontaktiert werden (service-bw@im.bwl.de).
Anbindung aus einer Hand
Komm.ONE übernimmt als Generalunternehmer des Landes die Verantwortung für den gesamten Anbindungsprozess. Eine spezielle Roll-out-Einheit soll die Behörden bei allen Schritten des Anschlusses begleiten. Der Bund soll dazu die erforderlichen Informationen zentral bereitstellen und die Nachnutzung der Online-Dienste durch standardisierte Verträge erleichtern. „Die flächendeckende Bereitstellung von durchgehenden digitalen Verwaltungsleistungen ist eine zentrale Voraussetzung für unsere Gesellschaft. Wir freuen uns darauf, die Digitalisierung in den Kommunen in den kommenden neun Monaten einen wichtigen Schritt voranzubringen und sind uns der damit verbundenen Verantwortung sehr bewusst“, sagte William Schmitt, Vorstandsvorsitzender von Komm.ONE.
Das Programm „Flächendeckung digitale Verwaltungsleistungen“ baut auf der E-Government-Vereinbarung auf, die Land und Kommunen im März 2026 geschlossen haben. Sowohl neue als auch die 600 bereits auf service-bw verfügbaren Online-Dienste sollen schneller und verbindlich flächendeckend bereitgestellt werden. Das Bundesprogramm unterstützt dieses Vorhaben.
Thüringen: Gemeinsame Standards vereinbart
[14.10.2026] Thüringen und die kommunalen Spitzenverbände haben ihre Zusammenarbeit bei der Verwaltungsdigitalisierung neu vereinbart. Gemeinsame Standards und eine stärkere Nutzung der Verwaltungscloud sollen die IT-Systeme von Land und Kommunen besser verbinden. mehr...
OSBA: Vorrang für Open Source
[13.10.2026] Die EU-Kommission hat einen Entwurf für eine neue Vergabeverordnung vorgestellt, womit die bisherigen EU-Richtlinien zur Vergabe öffentlicher Aufträge ersetzt werden sollen. Die Open Source Business Alliance sieht in dem Entwurf verpasste Chancen. mehr...
NKR-Jahresbericht 2026: Bürokratieabbau kommt kaum voran
[12.10.2026] Der Nationale Normenkontrollrat zieht in seinem Jahresbericht 2026 eine gemischte Bilanz zum Bürokratieabbau und zur Staatsmodernisierung. Zwar ist der jährliche Erfüllungsaufwand um 6,8 Milliarden Euro gesunken, gleichzeitig steigen jedoch die Bürokratiekosten. mehr...
Schleswig-Holstein: Schrödter offen für Cyber-Sicherheitsgremium
[12.10.2026] Digitalisierungsminister Dirk Schrödter unterstützt die Prüfung eines nationalen Cyber Incident Review Boards, das schwerwiegende Cyber-Angriffe systematisch untersuchen und daraus Handlungsempfehlungen ableiten soll. In einer Landtagsrede verwies er auf die wachsende Bedrohung digitaler Infrastrukturen und stellte die bereits ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen Schleswig-Holsteins vor. mehr...
Schleswig-Holstein: Neuer Datenschutzbeauftragter
[12.10.2026] Der Schleswig-Holsteinische Landtag hat Jens Ambrock einstimmig zum neuen Landesbeauftragten für Datenschutz gewählt. Er tritt die Nachfolge von Marit Hansen an, deren zweite Amtszeit im Januar 2027 endet. Ambrock bringt langjährige Erfahrung im Datenschutzrecht und in der behördlichen Datenschutzaufsicht mit. mehr...
Deutschland-App: Zentrale Projektdetails bleiben offen
[09.10.2026] Die Modernisierungsagenda föderal sieht unter anderem die Umsetzung einer KI-unterstützten Deutschland-App vor, die einen zentralen, komfortablen Zugang zu digitalen Verwaltungsverfahren bieten soll. Mit dem aktuellen Umsetzungsstand, der Vergabe und Auftragsvolumina befasste sich jetzt der Bundestag. mehr...
BMDS: Zwischenbilanz zur Staatsmodernisierung
[08.10.2026] Ein Jahr nach dem Beschluss ihrer Modernisierungsagenda zieht die Bundesregierung Bilanz. Sie meldet Fortschritte bei digitalen Verfahren und mehr als zehn Milliarden Euro weniger jährlichen Erfüllungsaufwand. Fünf von 23 zentralen Projekten sind abgeschlossen. mehr...
EUDI-Wallet: Anhörung im Bundestag
[08.10.2026] Die geplante EUDI-Wallet stößt bei Sachverständigen grundsätzlich auf Zustimmung, zugleich sehen sie Nachbesserungsbedarf beim Digitale Identitätengesetz. Vor allem die Einbindung der Kommunen, die Verarbeitung digitaler Nachweise sowie Datenschutz und Sicherheit gelten noch als offene Punkte. mehr...
Hessen: Positive Halbzeitbilanz
[05.10.2026] Hessen zieht eine positive Halbzeitbilanz seines Pilotprojekts mit dem Bundesdigitalministerium zur flächendeckenden Einführung digitaler Verwaltungsleistungen. Bei der An- und Ummeldung sind bereits mehr als 90 Prozent der Kommunen angeschlossen. mehr...
Saarland: Fünf Leistungen schneller in die Fläche
[05.10.2026] Fünf weitere Verwaltungsleistungen sollen im Saarland innerhalb von neun Monaten flächendeckend digital verfügbar sein. Der Ministerrat hat grünes Licht für die Teilnahme des Saarlandes am Bundesprogramm „Flächendeckung digitale Verwaltungsleistungen“ gegeben. mehr...
Bayern/Hessen: Digital-Roundtable geplant
[01.10.2026] Bayern und Hessen wollen die Zusammenarbeit der Länder bei Innovation und Wachstum stärken. Für die Veranstaltung Bits & Pretzels 2027 ist ein Roundtable der Digitalministerinnen und Digitalminister geplant. mehr...
Deutscher Städtetag: i-Kfz-Bund greift zu kurz
[28.09.2026] Der Deutsche Städtetag hält die geplante Zentralisierung der Kfz-Zulassung beim Bund für unzureichend. Der Bund wolle vor allem bereits digitalisierte Standardverfahren übernehmen, während aufwendige Fälle bei den Kommunen blieben. Eine spürbare Entlastung sei so kaum zu erwarten. mehr...
Thüringen / Schleswig-Holstein: Digital-Kooperation wird vertieft
[23.09.2026] Thüringen und Schleswig-Holstein wollen bei der Digitalisierung ihrer Landesverwaltungen enger zusammenarbeiten. Im Mittelpunkt stehen Dateninfrastrukturen, Registermodernisierung, Open Source, souveräne KI-Lösungen und länderübergreifende Netzwerke. mehr...
IT-Planungsrat: Weichen für Deutschland-Stack gestellt
[21.09.2026] Bund und Länder haben zentrale Zuständigkeiten für den Deutschland-Stack festgelegt. Der Bund übernimmt mit Unterstützung der FITKO die Verantwortung für fünf Basiskomponenten der föderalen Digitalinfrastruktur. mehr...









