Nordrhein-WestfalenNeues Rechenzentrum stärkt digitale Souveränität

[28.09.2026] Die Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen hat in Kaarst bei Düsseldorf ein neues Rechenzentrum eröffnet. Der weitgehend klimaneutral betriebene Standort bildet das digitale Rückgrat für mehr als 100 Finanzämter und über 30.000 Beschäftigte.

Neues Rechenzentrum der NRW-Finanzverwaltung: Sichere IT-Infrastruktur und resiliente Systeme.

(Bildquelle: Angelo Bischoff, RZF)

Das neue Rechenzentrum der Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen (RZF) ist am 25. September 2026 offiziell eröffnet worden. Rund 1.100 Beschäftigte stellen dort die digitale Infrastruktur für die Steuerverwaltung des Landes bereit. Über die Systeme werden unter anderem Steuerdaten verarbeitet und Steuerbescheide erstellt. Zugleich entwickelt das RZF Software und KI-Anwendungen für die Finanzverwaltung. 

NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk bezeichnet den Neubau als wichtigen Beitrag zur digitalen Souveränität des Landes. Der Standort verbinde sichere IT-Infrastruktur und resiliente Systeme mit den notwendigen Kapazitäten, um moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz in einer geschützten Umgebung einzusetzen.

Rechenzentrum setzt auf Erdwärme und Photovoltaik

Ein Schwerpunkt des Neubaus liegt auf einem möglichst nachhaltigen Betrieb. 50 Erdwärmesonden reichen rund 150 Meter tief in den Boden und übernehmen weitgehend CO₂-neutral die Heizung und Kühlung. Auf rund 1.100 Quadratmetern Dachfläche erzeugen Photovoltaikanlagen Strom. 

Zusätzlich wird die Abwärme des Rechenzentrums genutzt. Nach Angaben der Finanzverwaltung kann der Standort bis auf wenige Spitzenlasten klimaneutral betrieben werden. Das Gebäudeensemble umfasst insgesamt rund 37.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche und besteht aus dem eigentlichen Rechenzentrum, einem Verwaltungsgebäude und einer Druckerei.

KI-Assistent läuft im eigenen Rechenzentrum

Eine zentrale Rolle spielt der Schutz sensibler Steuer- und Personendaten. Das zeigt sich auch beim KI-Assistenten FinAssist.NRW, den die Finanzverwaltung selbst entwickelt hat und vollständig im eigenen Rechenzentrum betreibt. Die Anwendung unterstützt Beschäftigte unter anderem bei Dokumentenanalysen, Textentwürfen und automatisierter Texterkennung (wir berichteten).

Die Verarbeitung erfolgt innerhalb der geschützten Infrastruktur des RZF. Personenbezogene Daten und steuerliche Informationen sollen damit unter staatlicher Kontrolle bleiben. Nach Angaben des Finanzministeriums sollen Sicherheit und technischer Fortschritt beim Einsatz neuer Technologien von Beginn an gemeinsam berücksichtigt werden.

Inkubator für KI und Cloud

Der Standort in Kaarst dient laut NRW-Finanzverwaltung zugleich als Entwicklungszentrum. In einem eigenen KI- und Cloud-Inkubator arbeiten IT-Fachleute gemeinsam mit Beschäftigten anderer Bereiche der Finanzverwaltung an neuen Anwendungen und erproben diese für den praktischen Einsatz.

Mit dem Neubau will Nordrhein-Westfalen damit nicht nur die technische Basis seiner Steuerverwaltung modernisieren, sondern auch eigene Kompetenzen bei KI und Cloud-Technologien ausbauen. Das Rechenzentrum soll so zugleich die Resilienz, digitale Souveränität und Innovationsfähigkeit der Finanzverwaltung stärken.





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