Nordrhein-WestfalenKI-Chatbot für die Finanzverwaltung

EIn KI-Chatbot soll die Arbeit der Finanzverwaltung NRW erleichtern.
(Bildquelle: zaywinhtal/123rf.com)
In Nordrhein-Westfalen macht die digitale Transformation der Finanzverwaltung weitere Fortschritte. Mit FinAssist.NRW startet die Finanzverwaltung den Praxistest einer selbst entwickelten KI-Lösung, die im eigenen Rechenzentrum betrieben wird. Seit Juni 2026 testen die Finanzämter Solingen, Oberhausen-Nord und Gütersloh den Chatbot als ersten Ausbauschritt der neuen Plattform unter realen Bedingungen. In dieser Woche startet der Testlauf auch im Ministerium der Finanzen. Die gewonnenen Erfahrungen sollen unmittelbar in die Weiterentwicklung und die schrittweise Ausweitung des Praxistests einfließen, so das Finanzministerium.
Nach erfolgreicher Evaluation sollen im Laufe des Jahres weitere Finanzämter und Behörden in den Testlauf einbezogen werden. Parallel will die Finanzverwaltung die notwendige technische Infrastruktur weiter ausbauen.
Innovationen souverän in die Praxis bringen
Statt ausschließlich auf externe KI-Angebote mit begrenzter Kontrolle über Daten und Verarbeitungsprozesse zu setzen, entwickelt die Finanzverwaltung mit FinAssist.NRW eine eigene Lösung für ihre besonderen Anforderungen. Der Fokus liegt auf der Verwendung frei verfügbarer Software und offener Standards. Diese werden gezielt an die Bedürfnisse der Finanzverwaltung angepasst, um ein modulares und souveränes System zu schaffen.
Weil KI-Tools für die öffentliche Verwaltung gleichzeitig sicher und praxistauglich sein müssten, setze die Finanzverwaltung NRW auf eine Multi-Vendor-Strategie und Technologieoffenheit, erläutert Finanzminister Marcus Optendrenk: „So konnten unsere mehr als 30.000 Beschäftigten bereits frühzeitig KI im Arbeitsalltag für unkritische Anwendungsfälle nutzen und ihre Kompetenzen im Prompting erweitern. Für die Verarbeitung von sensiblen Daten entwickeln wir passgenaue Werkzeuge selbst. So verbinden wir Technologieoffenheit mit Verantwortung und bringen Innovation schnell in die Praxis.“
Volle Datensouveränität
FinAssist.NRW unterstützt Beschäftigte künftig bei einer Vielzahl von Aufgaben im Arbeitsalltag. Die Anwendung kann interne Dokumente analysieren und zusammenfassen, Entwürfe für Texte erstellen, E-Mail-Verläufe strukturieren sowie Aufgabenlisten ableiten. Darüber hinaus verfügt die KI-Lösung über Funktionen zur Transkription gesprochener Sprache und zur automatisierten Texterkennung aus Dokumenten und handschriftlichen Notizen.
Ein entscheidender Vorteil der Lösung liegt in ihrer technischen Architektur. Wie auch der Verwaltungsassistent NRW.Genius (wir berichteten) wird FinAssist.NRW vollständig auf den Servern des eigenen Rechenzentrums der Finanzverwaltung betrieben. Dadurch können auch personenbezogene Daten, interne Informationen und Steuerdaten datenschutzkonform verarbeitet werden. Die Daten verlassen den geschützten Bereich der Finanzverwaltung nicht; ebenso wenig werden sie für das Training von KI-Modellen genutzt.
Brandenburg: KI-Assistent LLMoin landesweit ausgerollt
[18.09.2026] Brandenburg stattet seine Landesverwaltung flächendeckend mit dem KI-Assistenten LLMoin aus. Bis Ende September soll die Lösung allen Ministerien und einem Großteil der obersten Landesbehörden zur Verfügung stehen. mehr...
Freistaat Bayern: KI-Gipfel zu Sicherheit und Regulierung
[16.09.2026] Der bayerische Digitalminister Fabian Mehring will führende Unternehmen der KI-Branche zu einem Gipfeltreffen nach München einladen. Thema sollen die Risiken leistungsfähiger KI-Systeme und mögliche internationale Regeln für deren Einsatz sein. mehr...
AISI Deutschland: Wohin zieht das KI-Sicherheitsinstitut?
[07.09.2026] Der Startschuss für das KI-Sicherheitsinstitut AISI Deutschland ist gefallen. Zum Auftakt stützt sich AISI Deutschland auf BSI und Bundesnetzagentur. Wie und wo das tatsächliche Institut später ausgebaut wird, ist offen. Bayern und das Saarland werben bereits für München und Saarbrücken. mehr...
BMI/BMDS: AISI Deutschland gegründet
[02.09.2026] BMDS und BMI richten ein gemeinsames KI-Sicherheitsinstitut ein. Zunächst sollen BSI und Bundesnetzagentur fortschrittliche KI-Modelle auf Fähigkeiten und Risiken untersuchen, später soll das Institut ausgebaut und international vernetzt werden. mehr...
Hessen: Leitplanken für den KI-Einsatz
[02.09.2026] KI soll in Hessens Landesverwaltung Arbeit abnehmen, Entscheidungen aber nicht übernehmen. Die neue KI-Strategie beschreibt, wie das Land Beschäftigte schulen, Werkzeuge bereitstellen und Zuständigkeiten regeln will. Die technische Basis soll eine Multi-Cloud-Strategie liefern. mehr...
Bundesrat: KI-Nutzung bei Bauleitplänen
[01.09.2026] Die Bauleitplanung bereitet die bauliche Nutzung von Grundstücken einer Gemeinde vor – eine komplexe Aufgabe, die unterschiedlichste Aspekte berücksichtigen muss. KI könnte wesentlich unterstützen, meint der Bundesrat, der deshalb fordert, KI auch bei der Begründung und dem Umweltbericht von Bauleitplänen einsetzen zu können. Die Bundesregierung lehnte dies ab. mehr...
BMDS: Abschlussbericht zum Agentic AI Hub
[25.08.2026] Der Agentic AI Hub hat in 19 Kommunen den Einsatz agentischer KI in 20 Pilotprojekten erprobt. Der Abschlussbericht zeigt deutliche Zeitersparnisse und soll nun den Weg für die Skalierung erfolgreicher Anwendungen ebnen. mehr...
EU AI Act: Stellungnahme von Aristech
[13.08.2026] Mit Artikel 50 des EU AI Acts gilt seit dem 2. August 2026 eine Transparenzpflicht für den Einsatz von KI-Systemen. Aristech-Geschäftsführerin Carolin Edler-Mende sieht bei Voice AI jedoch größere Herausforderungen bei Verantwortung, Risikobewertung und AI Literacy. mehr...
KI-Gesetz: Neue Rolle für Bundesnetzagentur
[07.08.2026] Seit Ende Juli koordiniert die Bundesnetzagentur die Umsetzung der europäischen KI-Verordnung in Deutschland. Sie überwacht unter anderem bestimmte Anwendungen im Personalmanagement, in Kritischen Infrastrukturen sowie im Bildungswesen und nimmt zudem Beschwerden entgegen. mehr...
KI: LLMoin auf MDD verfügbar
[29.07.2026] LLMoin ist ab sofort auf dem Marktplatz Deutschland Digital (MDD) verfügbar. Somit können Bund, Länder und Kommunen den KI-Textassistenten ohne eigene Ausschreibungen beziehen. mehr...
Deutschland/Frankreich: Kooperation bei KI-Sicherheit und digitaler Souveränität
[27.07.2026] Deutschland und Frankreich bauen ihre Zusammenarbeit bei KI-Sicherheit und digitaler Souveränität aus. Die Vereinbarungen sollen gemeinsame Bewertungen leistungsfähiger KI-Modelle ermöglichen und Europas Rolle bei der sicheren Nutzung von Künstlicher Intelligenz stärken. mehr...
Berlin: KI-Strategie für Finanzämter
[17.07.2026] Berlin will KI schrittweise in die Steuerverwaltung integrieren. Pilotprojekte sollen zeigen, wie sich Anträge schneller bearbeiten, Beschäftigte entlasten und der Service verbessern lassen. Schulungen und feste Ansprechpersonen begleiten die Einführung. mehr...
Bundesdruckerei: KI-Modellvergleich für die öffentliche Verwaltung
[15.07.2026] Die Bundesdruckerei veröffentlicht das fortlaufende Forschungsprojekt MÖVE. Auf einer interaktiven Website können Behörden KI-Sprachmodelle systematisch vergleichen. Der Bewertungsrahmen ist speziell auf den Public Sector abgestellt und prüft hinsichtlich Leistung, Sicherheit und Einhaltung europäischer Vorgaben. mehr...
Deutschland/Großbritannien: Zusammenarbeit für KI-Sicherheit
[10.07.2026] Mit immer leistungsfähigeren KI-Modellen entstehen neue Sicherheitsrisiken. Deutschland und Großbritannien wollen deshalb ihre Zusammenarbeit in der KI-Sicherheit ausbauen – auch über das britische AISI und das geplante deutsche KI-Sicherheitsinstitut. mehr...













