Schleswig-Holstein/DänemarkZwei Digitalregionen rücken zusammen

Dänemark und Schleswig-Holstein verbindet neben der geografischen Nähe auch der Anspruch, Verwaltung digital, sicher und bürgernah weiterzuentwickeln.
(Bildquelle: juhumbert/adobe.stock.com)
Schleswig-Holstein und Dänemark wollen ihre Zusammenarbeit in digitalen Zukunftsthemen weiter ausbauen. Die schleswig-holsteinische Staatskanzlei und die Dänische Botschaft hatten in dieser Woche zum deutsch-dänischen GovTech Dialogue nach Flensburg eingeladen. Dort kamen deutsche und dänische Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Wirtschaft, Technologie und Innovationsökosystemen zusammen, um konkrete Ansätze für eine engere Zusammenarbeit in der öffentlichen Digitalisierung zu diskutieren. Wie die Staatskanzlei berichtet, knüpfte die Veranstaltung an bereits bestehende Gespräche und gegenseitige Besuche zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark. Dänemark gilt als Maßstab für eine fortschrittliche, nutzerzentrierte digitale Verwaltung, während Schleswig-Holstein große Erfahrungen bei den Themen digitale Souveränität, Open Source und offene Standards besitzt. „Da die Digitalisierung immer mehr zu einer Frage der Wettbewerbsfähigkeit und der Sicherheit wird, sollte sie nicht durch nationale Grenzen eingeschränkt werden“, betonte der dänische Generalkonsul Klaus Juel Werner. Ein fruchtbarer Austausch wie der zwischen Dänemark und Schleswig-Holstein leiste einen wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherung Europas.
Alle Ebenen beteiligen
Institutionen auf beiden Seiten der Grenze stehen vor vergleichbaren Herausforderungen – von der Modernisierung öffentlicher Dienste über sichere digitale Infrastruktur bis zur Umsetzung innovativer Lösungen im Verwaltungsalltag. Gerade deshalb können sie voneinander lernen und gemeinsame Projekte entwickeln. Die Organisatoren des GovTech Dialogue sind der Überzeugung, dass Zusammenarbeit nicht allein auf Regierungsebene entsteht. Das Event war daher bewusst im Schulterschluss mit dem Kompetenzzentrum für Verwaltungsdigitalisierung in Schleswig-Holstein, ITV.SH, und dem Kooperationsnetzwerk für die öffentliche Digitalisierung in Dänemark, OS2, organisiert. So waren auch Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Ebene Teil des Austauschs, genau wie Akteurinnen und Akteure der jeweiligen Gov-Tech-Wirtschaft.
Konkrete Umsetzungsideen
Wie digitale Zusammenarbeit bereits heute aussehen kann, zeigt das Projekt des Amts Föhr-Amrum mit dem dänischen IT-Unternehmen Netcompany, das während der Veranstaltung vorgestellt wurde. Mit der digitalen Tourismusabgabe wird dort ein bislang stark manueller Verwaltungsprozess in eine nutzerfreundliche, durchgängige digitale Lösung überführt. Das Vorhaben will auch standardisierbare Lösungen entwickeln, die auch für andere Kommunen in Schleswig-Holstein nutzbar sind.
Dieses und andere Beispiele und Diskussionen machten deutlich: Der Austausch liefert nicht nur Impulse, sondern auch konkrete Ideen für die weitere Zusammenarbeit. Schleswig-Holstein und Dänemark wollen ihren Dialog fortsetzen und entstandene Kontakte nutzen, um aus gemeinsamen Interessen konkrete Kooperationen zu machen. Nach Auffassung der Landesregierung Schleswig-Holsteins bieten sich in der nächsten Phase der Zusammenarbeit vor allem gemeinsame Projekte zur Verwaltungsdigitalisierung, Cybersicherheit und Open-Source-Technologie an.
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