E-Government-Wettbewerb 2024Digitale Vorreiter ausgezeichnet

Preisträgerinnen und Preisträger des 23. E-Government-Wettbewerbs.
(Bildquelle: Konstantin Gastmann)
Die Gewinner des diesjährigen E-Government-Wettbewerbs stehen fest. In einer feierlichen Preisverleihung im Rahmen des 29. Ministerialkongresses in Berlin prämierten BearingPoint und Cisco die vielversprechendsten Projekte in fünf Kategorien. In die Finalrunde geschafft hatten es laut BearingPoint 19 Behörden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ausgezeichnet wurden digitale Lösungen, die in Bereichen wie KI, moderne Infrastruktur, neu gedachte Ende-zu-Ende-Prozesse, Organisations- und Veränderungsmanagement sowie Nachhaltigkeit Maßstäbe setzen. „Die ausgezeichneten Projekte zeigen, dass die Digitalisierung bei den derzeitig größten gesellschaftlichen Herausforderungen angekommen ist. Dazu gehören Migration, Integration, Fachkräftemangel, ökologischer Wandel und Digitale Transformation der Gesellschaft. Diese wegweisenden Projekte bieten wertvolle Orientierung, und wir ermutigen Behörden, vergleichbare Vorhaben anzugehen“, sagte Jon Abele, Leiter Public Services und Mitglied der Geschäftsführung bei BearingPoint.
Effektive digitale Abläufe
In der ersten Kategorie – Digitalisierungsschub durch KI und moderne Infrastruktur – belegte die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund) beziehungsweise deren Stabsstelle Digitalstrategie und Digitale Transformation den ersten Platz mit ihrem Projekt KIRA (kurz für: Künstliche Intelligenz für Risikoorientierte Arbeitgeberprüfungen). KIRA kategorisiert KI-gestützt Prüfungen durch die DRV bei Arbeitgebern hinsichtlich Meldepflichten und geleisteten Gesamtsozialversicherungsbeiträgen. Dies bietet die Grundlage für Teilautomatisierung, Entscheidungsunterstützung und für die organisatorische Ausrichtung auf gleichartige Fälle. Dadurch sorgt KIRA für erhebliche Effizienzgewinne, zudem nutzt die DRV die Erfahrungen für ein Organisationslernen im Umgang mit KI. KIRA lag außerdem auch beim Publikumsvoting an der Spitze.
In der zweiten Kategorie – Verwaltungsprozesse von Anfang bis Ende (E2E) neu gedacht – ging der erste Preis in die Schweiz. Mit dem Projekt CURIAplus schaffen die Parlamentsdienste des eidgenössischen Parlaments die Basis für moderne, digitale parlamentarische Abläufe im Schweizer Bundeshaus. Mit seinem modularen Ansatz, der spezialisierte Fachanwendungen und CMS-Seiten integriert, setze das Projekt Maßstäbe bei der Komplexitätsreduktion, so die Begründung der Jury. Eine hohe Benutzerfreundlichkeit und Zugänglichkeit wurde unter anderem durch die enge Zusammenarbeit mit Endnutzern erreicht.
Organisations- und Veränderungsmanagement
In der Kategorie 3 – Verwaltungstransformation durch Organisations- und Veränderungsmanagement – wurden zwei erste Plätze vergeben. Prämiert wurde das Wiener Bundesministerium für Finanzen für seine Digitale Kompetenzoffensive (DKO). In deren Rahmen arbeiten Bund, Länder und Gemeinden eng zusammen, um in der Verwaltung digitale Kompetenzen zu stärken. Um Hürden in der Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern zu überwinden, gibt es einen bundesweiten Dialogprozess sowie Digitaldolmetscher bei den Gemeinden. Die DKO gehört zur nationalen Umsetzung der Digitalen Dekade der EU und kann mit ihrem ganzheitlichen Ansatz auch Wegweiser für andere europäische Staaten sein.
Außerdem ausgezeichnet wurde die in Berlin ansässige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben für das Projekt „Transformation der BImA durch eine umfassende Prozessdigitalisierung am Beispiel der elektronischen Aktenverarbeitung und der Schaffung einer modernen Arbeitsumgebung“. Damit verfolge die Behörde einen ganzheitlichen Modernisierungsansatz, der beispielgebend für viele weitere Verwaltungsaufgaben ist, so die Jury. Die E-Akte bildet einen Kern der Information für die Archivierung, aber auch für weitreichende zusätzliche Prozesse. Eine moderne Arbeitsumgebung ermöglicht diese Mehrfachnutzung der Datenbestände in den E-Akte. Damit werde die Leistungsfähigkeit der Verwaltung enorm gesteigert und die E-Akte bekommr eine neue Bedeutung.
Klimaschutz und Wärmewende
In der vierten Kategorie – Nachhaltigkeit durch Digitalisierung und in der IT – wurde der „Wärmeatlas Hessen“ ausgezeichnet, ein gemeinsames Vorhaben der LandesEnergieAgentur (LEA) und des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum. Der Wärmeatlas Hessen verknüpft Daten, macht diese sichtbar und hilft beim Verständnis für Umsetzungsmöglichkeiten und Maßnahmen vor Ort. Damit unterstützt er die Wärmewende wirksam und ist gleichzeitig ein herausragendes Beispiel für die Hebelwirkung digitaler Leistungen im kommunalen Bereich.
Einen weiteren ersten Platz in dieser Kategorie belegen die Stadt Hagen und das Unternehmen ENERVIE Service mit dem gemeinsamen Projekt „klimakommune.digital“. Dieses „verfolge die ganzheitliche und nachhaltige Umsetzung eines digitalen Vorhabens, um den Klimaschutz und die Energiewende in Hagen maßgeblich zu stärken und damit als Vorzeigeprojekt für andere Städte und Gemeinden zu dienen“, so die Jury. Zum Einsatz kommen etwa ein Multisensorsystem für eine Echtzeit-CO2-Bilanz und KI.
Service für Fachkräfte
In der fünften Kategorie – Besondere gesellschaftliche Relevanz – wurde das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) für seine „Digitalisierungsplattform für ausländische Fachkräfte“ ausgezeichnet. Diese leistet einen Beitrag zur Gewinnung internationaler Fachkräfte durch ein föderal und bundesländerübergreifendes Online-Angebot zur Zeugnisbewertung. Der Ende-zu-Ende-Prozess integriert Services wie BundID oder Zahlungslösungen und zeigt, wie digitale Lösungen gesellschaftlich relevante Herausforderungen durch Verfahrensbeschleunigung und föderale Kooperation meistern können.
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