HessenDas Ende der Papierwirtschaft

Mit ihrer All-in-One-Lösung stellt die HZD alle Basis-Tools bereit, die für digitalisierte Antragsprozesse notwendig sind.
(Bildquelle: HZD)
Um die Vorgaben aus dem Onlinezugangsgesetz zu erfüllen, müssen komplexe Verwaltungsprozesse nicht nur digitalisiert, sondern auch medienbruchfrei miteinander verknüpft werden. Dazu zählen auch Antragsprozesse, die bisher mühsam per Hand bearbeitet wurden. Die Hessische Zentrale für Datenverarbeitung (HZD) hat mit der sogenannten digitalen Antragsstrecke nun eine übergreifende Plattform für digitale Verwaltungsabläufe und Serviceprozesse in den hessischen Ministerien und Landesämtern geschaffen. Die Lösung, die laut HZD bundesweit Maßstäbe setzt, soll künftig die Antragsbearbeitung vereinfachen und beschleunigen. 60 Antragsprozesse in Hessen laufen bisher auf der digitalen Strecke der HZD – die Lösung ist aber für eine noch viel größere Anzahl von Anträgen konzipiert.
Modulares System aus einer Hand
Die digitale Antragsstrecke der HZD ist eine modulare Platform-as-a-Service(PaaS)-Lösung, die es Behörden ermöglicht, sämtliche Antragsprozesse vollständig digital und medienbruchfrei abzubilden. Das dafür notwendige System basiert auf drei jeweils als PaaS betriebenen Komponenten, die zusammen genommen die digitale Antragsstrecke bilden:
- Die digitale Antragserfassung DANTE ist die Einstiegsplattform, auf der Anträge digital veröffentlicht und bearbeitet werden können.
- Die Software FISBOX für die digitale Sachbearbeitung ermöglicht papierloses, teilautomatisiertes Arbeiten.
- Die technische Digitalisierungsplattform (kurz: TDP) ist eine modulare Plattform, die alle notwendigen Tools und Schnittstellen bereitstellt – vom Dokumentenmanagement bis zur sicheren digitalen Zustellung von Bescheiden.
„Die hessischen Ministerien und Landesämter finden bei uns alle Bausteine und Lösungen, die sie zur durchgängigen Digitalisierung ihrer Antragsprozesse ganz im Sinne des Ende-zu-Ende-Prinzips brauchen“, betont Petra Fritz, Bereichsleiterin im Anwendungsmanagement für Digitalisierungsplattformen bei der HZD.
Plattform für Alle
Die HZD entwickelte für DANTE zunächst zwei parallele Systeme: HessenDANTE, eine Lösung speziell für die hessischen Behörden, und EfADANTE, das im Rahmen von Einer-für-Alle-Leistungen konzipiert wurde. Hier war eine derart schnelle Implementierung gefragt, dass beide Plattformen zunächst getrennt entwickelt und betrieben wurden, um flexibel reagieren zu können. Ziel ist, beide Lösungen zukünftig zu einer zentralen Plattform zusammenzuführen, die sowohl für Hessen als auch für andere Bundesländer genutzt werden kann.
Nachdem ein Antrag über DANTE eingegangen ist, übernimmt die FISBOX die Bearbeitung. Die Software und die dazugehörige Sachbearbeitungskomponente ermöglicht eine papierlose, optimal strukturierte Bearbeitung nach dem Baukastenprinzip. Indem sie wiederkehrende Verwaltungsaufgaben maschinell abwickelt, spart die FISBOX Zeit. Unterstützt wird die Sachbearbeitung von technischen Komponenten, die wiederum über die TDP bereitgestellt werden.
Baukasten für den digitalen Antragsprozess
Die TDP ist eine Platform-as-a-Service-Lösung und stellt eine Vielzahl technischer Bausteine zur Verfügung. „Die TDP hat eine zentrale Drehscheibenfunktion, indem sie diverse Komponenten und die nötigen Schnittstellen zu Systemen bereitstellt – in der HZD, aber auch von anderen Bundesländern“, erklärt José Gaspar, der den Betrieb der Plattform verantwortet. Insgesamt 12 Komponenten und Schnittstellen werden aktuell über die TDP bereitgestellt, um den Antragsprozess zu unterstützen. Darunter sind etwa ein Rückkanal für die rechtssichere Zustellung von Bescheiden, ein Virenscanner, der eingereichte Dokumente prüft, der AmtsMailer zur rechtssicheren Übermittlung von Behörden-Informationen und verschiedene Schnittstellen. Mögliche Erweiterungen sind bereits geplant. So sollen in Zukunft KI-gestützte Assistenten die Sachbearbeitung unterstützen, etwa durch Plausibilitätsprüfungen.
Viele Module sind cloud-ready
Mit der All-in-One-Lösung stehen alle Basis-Tools bereit, die für digitalisierte Antragsprozesse gebraucht werden. Darüber hinaus betreut die HZD die Einführung dieser Tools – von der Business- und Anforderungsanalyse über die Projektleitung und die Umsetzung bis hin zum Betrieb und dem Änderungsmanagement und nicht zuletzt um die Sicherheitsanforderungen einer modernen IT-Infrastruktur zu erfüllen. „Dafür haben wir hochgradig qualifiziertes Personal und starke Entwicklungsteams im Rücken. Einen vergleichbaren Service wie die digitale Antragsstrecke gibt es momentan noch in keinem anderen Bundesland“, so Petra Fritz. Dabei sieht die HZD auch Potenzial für den überregionalen Einsatz ihrer Lösungen. In Zukunft sollen die Bausteine der TDP über die Deutsche Verwaltungscloud als Platform as a Service angeboten werden.
Ausschreibung: Neue Anlaufstelle für Datenräume
[06.10.2026] Das BMDS hat eine zentrale Anlaufstelle für Datenräume ausgeschrieben. Der geplante Data Spaces Hub Germany soll Unternehmen und Verwaltung beim Einstieg unterstützen, Akteure vernetzen und öffentlichen Stellen bei der Einbindung von Verwaltungsdaten helfen. mehr...
Delos Cloud: Partnerschaft mit adesso
[25.09.2026] adesso nimmt die Delos Cloud in sein Portfolio für den Public Sector auf. Behörden und Kommunen sollen damit Microsoft-Technologien unter besonderen Anforderungen an Datenschutz, IT-Sicherheit und digitale Souveränität nutzen können. mehr...
Open Source: Abhängigkeit wird zum Betriebsrisiko
[22.09.2026] Der Erfolg von Digitalisierungsprojekten hängt auch davon ab, wie viel Kontrolle Behörden über die eingesetzten IT-Systeme behalten. Open-Source-Lösungen bieten einen Ansatz, um Abhängigkeiten zu reduzieren – insbesondere dann, wenn offene Plattformen mit Standards, interoperablen Schnittstellen und Low Code verbunden werden. mehr...
Rechenzentrumsstrategie: RZ-Ausbau ist auf Kurs
[21.09.2026] Sechs Monate nach dem Beschluss der Nationalen Rechenzentrumsstrategie zieht die Bundesregierung eine erste Bilanz: 25 der insgesamt 28 Maßnahmen sind angelaufen, vier davon bereits abgeschlossen. Bis 2030 sollen sich die Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland mindestens verdoppeln. mehr...
OSBA: Open-Source-Quote für IT-Ausgaben
[18.09.2026] Mindestens 20 Prozent der Software-Ausgaben des Bundes sollen nach dem Willen der Open Source Business Alliance künftig in Open-Source-Lösungen fließen. Der Verband schlägt vor, den IT-Zustimmungsvorbehalt des Bundesdigitalministeriums für eine entsprechende Steuerung der Beschaffung einzusetzen. mehr...
IT-Planungsrat: Projekt Infrastructure as Code
[16.09.2026] Der IT-Planungsrat hat ein Projekt zu Infrastructure as Code abgeschlossen. Die Ergebnisse zeigen: Automatisierte Cloud-Infrastrukturen erfordern neben technischen Lösungen auch neue Prozesse, Rollen und Kompetenzen in der Verwaltung. mehr...
Interview: Fundament des mobilen Arbeitsplatzes
[18.08.2026] Materna Virtual Solution bietet mit SecurePIM einen mobilen Arbeitsplatz, der den hohen Sicherheitsanforderungen von Behörden entspricht. Nun kooperiert das Unternehmen mit Wire, einem Anbieter souveräner Kommunikationslösungen. move – moderne verwaltung sprach mit Daniel Zimmermann von Materna Virtual Solution und Oliver Brown von Wire über die Vorteile der Zusammenarbeit für die Kunden der beiden Unternehmen. mehr...
Registermodernisierung: Identitätsdatenabruf im Regelbetrieb
[30.07.2026] Das Bundesverwaltungsamt und die Bundesagentur für Arbeit haben in einem Pilotprojekt einen wichtigen Meilenstein im Großprojekt Registermodernisierung erreicht: Die Arbeitsagentur nutzt den Anschluss an das Verfahren zum Identitätsdatenabruf als erste registerführende Stelle im Regelbetrieb. mehr...
BVA: Produkte der Dienstekonsolidierung übernommen
[21.07.2026] Im Programm Dienstekonsolidierung – als Teil der 2015 beschlossenen IT-Konsolidierung des Bundes – wurden für grundlegende Verwaltungsaufgaben ressortübergreifend einheitliche IT-Lösungen entwickelt. Nun ging die Verantwortung für die Weiterführung von 16 Maßnahmen des Programms an das Bundesverwaltungsamt über. mehr...
Registermodernisierung: Once Only erreicht die Praxis
[02.07.2026] Erste Verwaltungsverfahren aus den Bereichen Bauantrag und Gewerbeanmeldung greifen im Echtbetrieb auf das NOOTS zu. In Bayern und Nordrhein-Westfalen fließen somit Informationen, die bereits in öffentlichen Registern vorliegen, direkt in Verwaltungsprozesse ein. mehr...
BAMF: Fachverfahren ziehen nach Bonn
[02.07.2026] Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mit Sitz in Nürnberg betreibt seine fast 100 IT-Fachverfahren ab sofort im hochmodernen Rechenzentrum des ITZBund in Bonn. Gestartet wurde das IT-Großprojekt bereits 2017. mehr...
Materna Virtual Solution: WorkSPACE für indigo
[29.06.2026] Mit WorkSPACE für indigo ermöglicht das Unternehmen Materna Virtual Solution jetzt ein hochsicheres und ultramobiles Arbeiten. Mitarbeitende von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben seien somit in der Lage, schnell und einfach VS-NfD-eingestufte Informationen mobil auf ihrem iPad oder iPhone zu verarbeiten. mehr...
Berlin: Landesweites Datenmanagement beschlossen
[18.06.2026] Der Berliner Senat hat Handlungsempfehlungen für den Aufbau eines Data Hubs als zentralem Knotenpunkt für die Datenarbeit beschlossen. Die Open-Source-basierte Plattform soll Daten aus verschiedenen Quellen bündeln und den Übergang in einen landesweiten Betrieb vorbereiten. mehr...
Sachsen-Anhalt: Gemeinsame Datenumgebung für BIM
[09.06.2026] Sachsen-Anhalt führt bei der Landesstraßenbaubehörde eine gemeinsame digitale Datenumgebung für Straßen- und Brückenbauprojekte ein. Die Plattform soll BIM-Prozesse bündeln, aktuelle Projektdaten bereitstellen und Abstimmungen im Bauablauf nachvollziehbarer machen. mehr...
Registermodernisierung: Pilotprojekte für den NOOTS-Anschluss
[29.05.2026] Die NOOTS-Umsetzung vollzieht den nächsten Schritt: Der IT-Planungsrat stellt 35 Millionen Euro für 16 Pilotvorhaben der Länder bereit. Sie sollen Register und Online-Dienste an das System anbinden und Erkenntnisse für die Umsetzung des Once-Only-Prinzips liefern. mehr...











