KI an HochschulenDrei Bundesländer bündeln Kräfte
Mit dem Anfang Oktober 2026 gestarteten Projekt „COSAI – Collaboration on Sovereign and efficient AI-Infrastructure“ wollen Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern die technologische Souveränität ihrer Hochschulen stärken. Ziel ist eine gemeinsame Infrastruktur, über die Forschung und Lehre künftig standortübergreifend auf KI-Dienste und leistungsfähige Rechenressourcen zugreifen können. Die drei Wissenschaftsministerien fördern das auf drei Jahre angelegte Vorhaben mit insgesamt knapp drei Millionen Euro.
Gemeinsame technische Architektur
Im Mittelpunkt steht der Aufbau einer gemeinsamen technischen Architektur mit einheitlichen Schnittstellen. Dadurch sollen Hochschulen KI-Modelle und Rechenkapazitäten verschiedener Standorte nutzen können, ohne selbst über leistungsfähige KI-Hardware verfügen zu müssen. Anfragen werden dabei abhängig von den benötigten Modellfähigkeiten, der Auslastung, der Verfügbarkeit und den Anforderungen an den Datenschutz an geeignete Rechenzentren weitergeleitet. Ein zentrales Element ist ein gemeinsames „Bring Your Own Model“-Portal (BYOM). Darüber sollen Hochschulen eigene KI-Modelle auf der gemeinsamen Infrastruktur bereitstellen und betreiben können. Auf diese Weise entsteht eine Art Marktplatz für KI-Dienste und Rechenleistung.
Das Projekt baut auf bereits vorhandenen Angeboten der drei Länder auf. Nordrhein-Westfalen beteiligt sich mit der RWTH Aachen sowie der Universität zu Köln und der Universität Münster. Das Land investiert rund eine Million Euro in COSAI und bringt unter anderem seine bestehenden Angebote KI.nrw, OpenSource-KI.nrw und KI.nrw ein. Ergänzend fördert Nordrhein-Westfalen mit zehn Millionen Euro den Aufbau des KI.nrw an der RWTH Aachen und der Universität zu Köln.
Eigene leistungsfähige KI-Infrastruktur
Aus Bayern sind das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) und das Regionale Rechenzentrum Erlangen (RRZE) beteiligt. Sie betreiben bereits die im Frühjahr 2026 gestartete BayernKI-Infrastruktur. Baden-Württemberg bringt das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Universität Tübingen in die Kooperation ein. „Wer unabhängiger zum Beispiel von kommerziellen Cloud-Anbietern werden will, braucht eine eigene leistungsfähige KI-Infrastruktur“, erklärte Nordrhein-Westfalens Wissenschaftsministerin Ina Brandes. Auch Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Petra Olschowski betonte die Bedeutung digitaler Souveränität für die Selbstbestimmung der Wissenschaft und den eigenständigen Umgang mit Daten.
Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume verwies insbesondere auf den Nutzen für kleinere Hochschulen: Forschende und Lehrende sollen künftig auch ohne eigene leistungsfähige Hardware einfach und sicher auf KI-Modelle und Rechenleistung zugreifen können. Mit COSAI setzen die drei Länder zugleich eine Empfehlung des Wissenschaftsrats um. Dieser hatte im Juli 2026 die Bedeutung leistungsfähiger, souveräner und hochschulübergreifender KI-Infrastrukturen hervorgehoben. Die Kooperation soll nun bestehende landesweite Lösungen zu einem gemeinsamen länderübergreifenden Angebot weiterentwickeln.
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