SachsenMAXi unterstützt Steuerverwaltung

[16.10.2026] Rund 5.250 Beschäftigte der sächsischen Steuerverwaltung können künftig den KI-Chatbot MAXi nutzen. Das ursprünglich in Hessen entwickelte System soll Routineaufgaben übernehmen, bei der Bearbeitung von Einsprüchen helfen und die Kommunikation mit Steuerpflichtigen erleichtern.

Die sächsische Steuerverwaltung setzt seit Mitte Oktober 2026 flächendeckend den KI-Assistenten MAXi ein. Nach einer erfolgreichen Pilotphase im September wurde das System nun für rund 5.250 Beschäftigte freigeschaltet. Der Chatbot soll insbesondere zeitaufwendige Routineaufgaben erleichtern und damit mehr Freiräume für die Bearbeitung komplexer steuerlicher Sachverhalte schaffen. Entwickelt wurde MAXi von der hessischen Steuerverwaltung, die das System bereits seit Ende 2025 nutzt.

Bearbeitung von Einsprüchen

Ein wichtiger Einsatzbereich ist die Bearbeitung von Einsprüchen. Allein im vergangenen Jahr gingen bei der sächsischen Steuerverwaltung 167.459 Einsprüche von Steuerpflichtigen ein. MAXi kann die Beschäftigten dabei unterstützen, umfangreiche Schreiben zu erfassen und zusammenzufassen sowie Antwortentwürfe vorzubereiten. Darüber hinaus kann das System komplexe Verwaltungstexte verständlicher formulieren und Amtsschreiben in andere Sprachen übersetzen. Rechtlich maßgeblich bleibt dabei stets die deutsche Fassung.

Die fachliche Verantwortung verbleibt vollständig bei den Beschäftigten. „Mit MAXi geben wir unseren Beschäftigten ein Werkzeug an die Hand, das sie im Arbeitsalltag unterstützt – ohne die fachliche Verantwortung abzugeben“, erklärte Sachsens Finanzminister Christian Piwarz. Über steuerliche Sachverhalte entscheide auch künftig der Mensch.

Geschütztes System für sensible Steuerdaten

Besonderes Augenmerk liegt auf dem Datenschutz. MAXi wird in einer geschlossenen und geschützten IT-Umgebung betrieben, in der die vollständige Datenhoheit bei der Steuerverwaltung verbleibt. Dadurch können nach Angaben des Finanzministeriums auch sensible personenbezogene Daten verarbeitet werden. Für seine Antworten nutzt der Chatbot einen verwaltungsinternen Wissensbestand, der insbesondere Gesetzestexte und interne Verfügungen umfasst. Auf externe Informationsquellen im Internet greift das System nicht zurück.

Kooperation mit Hessen

Die Einführung in Sachsen basiert auf einer Kooperation mit Hessen. Dort wurde der KI-Assistent vom Geschäftsbereich TECLION entwickelt, der am Finanzamt Kassel angesiedelt ist. In Sachsen begannen die Vorbereitungen im April 2026. Nach der Pilotphase im September folgte nun der landesweite Einsatz. Die Erfahrungen aus den beteiligten Steuerverwaltungen sollen in die kontinuierliche Weiterentwicklung des Systems einfließen.

Mit der Übernahme der hessischen Lösung setzt Sachsen zugleich auf die länderübergreifende Nachnutzung einer bereits erprobten KI-Anwendung. Das Projekt zeigt, wie bestehende Entwicklungen innerhalb der öffentlichen Verwaltung gemeinsam genutzt und weiterentwickelt werden können.





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