BMI/BitkomSchnellerer IT-Einkauf für die öffentliche Hand

Unter anderem Start-ups und kleinen Unternehmen soll der Zugang zu öffentlichen Aufträgen durch die neue EVB-IT erleichtert werden.
(Bildquelle: wladimir1804/stock.adobe.com)
Die Rahmenbedingungen für den Einkauf von IT-Leistungen, die „Ergänzenden Vertragsbedingungen für die Beschaffung von IT-Leistungen“ – kurz: EVB-IT –, werden seit Jahren durch die öffentliche Hand in Abstimmung mit den durch den Bitkom vertretenen IT-Anbietern fortentwickelt. Nun haben sich das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) und der Bitkom auf einen neuen Rahmenvertrag zur Beschaffung von IT durch die öffentliche Verwaltung verständigt. Dies berichten der Bitkom wie auch das BMI. Bereits im Juni 2024 sei die Zustimmung des IT-Planungsrats zu den neuen EVB-IT erfolgt, diese können nun in Kraft treten. „Die EVB-IT-Rahmenvereinbarung ist ein deutschlandweit einheitliches Muster, das die Beschaffung von IT in der öffentlichen Verwaltung erheblich vereinfachen und beschleunigen wird. Zugleich werden davon insbesondere Start-ups sowie kleinere Unternehmen profitieren“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Der EVB-IT-Rahmenvertrag könne einen Beitrag dazu leisten, das Tempo bei der Digitalisierung der Verwaltung zu erhöhen, so Rohleder.
Abschied von Textformularen
Mit der Veröffentlichung der EVB-IT-Rahmenvereinbarung werden darüber hinaus neue Wege bei der Digitalisierung der öffentlichen IT-Beschaffung beschritten: Erstmalig wird ein EVB-IT-Vertragsmuster ausschließlich in digitaler Form in der Open-Source-basierten Anwendung EVB-IT digital bereitgestellt.
EVB-IT digital ist ein neues Legal-Tech-Vertragserstellungswerkzeug. Es wurde im Auftrag des BMI entwickelt und wird den öffentlichen Beschaffern kostenfrei zur Verfügung gestellt. Es handelt sich dabei um eine Anwendung zur geführten Erstellung von Verträgen auf Basis intelligenter, interaktiver Vorlagen. Die Anwendung besteht aus zwei Komponenten: Die so genannte Modellierungskomponente dient dem Entwickeln solcher Vorlagen, die darauf aufbauende Vertragserstellungskomponente hilft beim Ausfertigen der entsprechenden Verträge. „Das Ausfüllen von Textformularen bei der Erstellung von Ausschreibungsunterlagen findet damit ein Ende. Künftig können Ausschreibungsunterlagen schnell, flexibel und individualisiert erstellt werden. Wir kommen damit ein gutes Stück voran auf dem Weg hin zur medienbruchfreien Digitalisierung von öffentlichen Beschaffungsprozessen“, sagt Rohleder.
Einheitlicher Rahmenvertrag reduziert Prüfaufwand
Rahmenverträge spielen in der öffentlichen Beschaffung eine wichtige Rolle. Es handelt sich dabei um langfristige Vereinbarungen zwischen öffentlichen Auftraggebern und Lieferanten, in denen Bedingungen wie etwa Lieferkonditionen und Preismodalitäten geregelt werden. Rahmenverträge müssen transparent und wettbewerbsgerecht ausgeschrieben werden, um die Grundsätze der öffentlichen Auftragsvergabe zu erfüllen. In der Vergangenheit haben Behörden aus Bund, Ländern und Kommunen hierfür unterschiedlichste Rahmenvertragsmuster verwendet. Das führte bei Unternehmen, die sich an öffentlichen Ausschreibungen beteiligen möchten, immer wieder zu erheblichen Prüfaufwänden. Insbesondere Start-ups und kleine Unternehmen hätten aus diesem Grund bisher häufig auf eine Angebotsabgabe verzichtet, so der Bitkom.
• Informationen zur Anwendung EVB-IT digital (inkl. Download)
• Die Open-Source-Anwendung EVB-IT digital bei OpenCoDE
Niedersachsen: Polizei verteilt digitale Knöllchen
[02.11.2026] Die Polizei Niedersachsen führt mit dem elektronischen Datenermittlungsbeleg (eDEB) ein durchgängig digitales Verfahren zur Erfassung von Verkehrsordnungswidrigkeiten ein. Verstöße werden künftig direkt vor Ort elektronisch dokumentiert und medienbruchfrei an die kommunalen Bußgeldstellen übermittelt. mehr...
Kfz-Zulassung: Erprobung zeigt Modernisierungspotenzial
[26.10.2026] Ein Erprobungsprojekt des IT-Planungsrats zeigt, wie sich die Kfz-Zulassung bürgerfreundlicher und effizienter gestalten lässt. Im Fokus stehen ein besserer Zugang zu digitalen Angeboten, die Bündelung von Support-Anfragen und die Digitalisierung bislang nicht online abwickelbarer Sonderfälle. Die Ergebnisse sollen in die weitere Modernisierung der Kfz-Zulassung einfließen. mehr...
Bayern: Virtuelle Welten im Klassenzimmer
[22.10.2026] Mit dem Projekt XR\@school will Bayern den Einsatz immersiver Technologien im Schulunterricht erproben. Das Digitalministerium fördert das Modellvorhaben im Landkreis Schwandorf mit 225.000 Euro. Die Ergebnisse sollen später auch anderen Schulen im Freistaat zugutekommen. mehr...
Bundeswehr: Heereskommunikation wird digital
[22.10.2026] Die Bundeswehr will ihre ersten Großverbände 2027 mit digitaler Kommunikationstechnik ausstatten. Die Einsatzprüfung läuft, bei der Fahrzeugumrüstung gibt es jedoch Rückstände. Verteidigungsminister Boris Pistorius hält am vorgesehenen Zeitplan fest. mehr...
Registermodernisierung: Website bündelt Informationen zu NOOTS
[20.10.2026] Mit einem neuen Internetportal steht eine zentrale Informationsplattform zum Nationalen Once-Only-Technical-System (NOOTS) zur Verfügung. Das Angebot richtet sich insbesondere an Behörden von Bund, Ländern und Kommunen und informiert über technische Anschlussmöglichkeiten, den Umsetzungsstand und Unterstützungsangebote bei der Registermodernisierung. mehr...
Kommune21 im Gespräch: Herausforderung Registermodernisierung
[08.10.2026] Die Registermodernisierung gehört zu den zentralen Vorhaben der Verwaltungsdigitalisierung. Im Live-Webinar „Kommune21 im Gespräch“ am 22. Oktober 2026 zeigen Fachleute des Landes Baden-Württemberg, von Komm.ONE und aus einem kommunalen Pilotprojekt, wo die Umsetzung derzeit steht, welche Erfahrungen bereits vorliegen und was Kommunen jetzt tun sollten. mehr...
Rheinland-Pfalz: Ehrenamtskarte per App beantragen
[07.10.2026] Rheinland-Pfalz hat eine App gestartet, mit der Ehrenamtliche die Ehrenamtskarte vollständig digital beantragen und Vergünstigungen finden können. Das Land übernimmt eine in Nordrhein-Westfalen entwickelte Lösung. Organisationen und Kommunen bearbeiten Anträge digital. mehr...
Bundesdruckerei/ZenDiS: Geschützter Zugriff auf openDesk
[02.10.2026] Das Technologieunternehmen des Bundes Bundesdruckerei-Gruppe will mit dem Zentrum für Digitale Souveränität openDesk für sicherheitssensible Einsätze weiterentwickeln. Ein erster Anwendungsfall verbindet die Suite mit einer VS-NfD-Lösung des IT-Sicherheitsspezialisten genua. mehr...
eGovernment-Wettbewerb: BMI gewinnt mit LISSA
[30.09.2026] Mit LISSA entwickelt das ITZBund eine standardisierte und automatisierte Lieferkette für sichere Software. Beim eGovernment-Wettbewerb 2026 erreichte LISSA den ersten Platz in der Kategorie „Souveränität, Sicherheit und Stabilität digitaler Infrastrukturen“. mehr...
eGovernment-Wettbewerb: BW-Empfangsclient auf dem zweiten Platz
[24.09.2026] Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg hat mit dem BW-Empfangsclient einen zweiten Platz beim eGovernment-Wettbewerb 2026 erreicht. Die Infrastrukturkomponente soll Behörden einen einfachen Zugang zu digitalen Verwaltungsleistungen ermöglichen – auch wenn ihre Fachverfahren noch nicht durchgängig digital angebunden sind. mehr...
EU-System DIWASS: Deutschland bindet Abfallverfahren an
[24.09.2026] Die Länderarbeitsgemeinschaft „Gemeinsame Abfall DV-Systeme“ bindet die deutschen Verfahren für grenzüberschreitende Abfalltransporte an das europäische Digital Waste Shipment System an. Technologiepartner bei der Umsetzung ist die Firma cit. mehr...
eGovernment-Wettbewerb: Auszeichnung für Digitales Jobcenter
[23.09.2026] Digitale Verwaltungsangebote kämpfen mitunter mit geringen Nutzungszahlen. Dass gezielte Verbesserungen Abhilfe schaffen, zeigt ein gemeinsames Projekt von Bundesarbeitsministerium und Bundesagentur für Arbeit. Anträge des Jobcenters wurden untersucht und überarbeitet – und steigerten die Nutzungsquote. mehr...
Berlin: Zentrale Plattform für Baustellenkoordinierung
[23.09.2026] Berlin will die Koordinierung von Baustellen in einer zentralen digitalen Plattform bündeln. Planung, Antragstellung, Genehmigung, Koordinierung und Kontrolle sollen künftig auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammenlaufen. mehr...
Normenkontrollrat: Seit 20 Jahren für bessere Rechtsetzung
[16.09.2026] Der Nationale Normenkontrollrat besteht seit 20 Jahren. Das ursprünglich zur Kontrolle von Bürokratiekosten eingesetzte Gremium beschäftigt sich heute auch mit Verwaltungsdigitalisierung und Staatsmodernisierung. Zum Jubiläum fordert der Rat eine frühere Beteiligung an Gesetzgebungsverfahren und stärkere Praxistests. mehr...
digitalSIGNAGE: Digitale Bürgerkommunikation für Rathaus & Co.
[28.08.2026] Digitale Informations- und Anzeigesysteme können das Personal in Kommunen entlasten: Sie erleichtern die Orientierung, organisieren den Besucheraufruf und informieren. Der ISO/IEC 27001 zertifizierte Anbieter digitalSIGNAGE deckt dafür ein breites Produktspektrum ab. mehr...













