E-JustizLänderarbeitsgruppe zu KI im Strafverfahren startet

[04.10.2024] Die Länderarbeitsgruppe „Künstliche Intelligenz im Strafverfahren“ ist erstmalig zusammengekommen. Vertreter fast aller Bundesländer sowie des Bundesministeriums der Justiz werden sich nun umfassend mit verschiedenen Aspekten des Einsatzes von KI in der Strafverfolgung befassen.
Blick in einen warm beleuchteten Raum mit Konferenztisch, an dem zahlreiche förmlich gekleidete Personen sitzen. Im Vordergrund ein Mann im Anzug, der freundlich in die Kamera sieht (Hessens Justizminister Christian Heinz).

„Die Ergebnisse der Länderarbeitsgruppe sollen in konkrete Handlungsempfehlungen münden und als Grundlage für zukünftige Gesetzgebungsinitiativen dienen“, sagt Hessens Justizminister Christian Heinz (vorne).

(Bildquelle: HMdJ)

Im Juni dieses Jahres hatten die Justizministerinnen und Justizminister der Länder im Rahmen der 95. Justizministerkonferenz (JuMiKo) einstimmig den Beschluss gefasst, eine Länderarbeitsgruppe zur Künstlichen Intelligenz im Strafverfahren auf den Weg zu bringen. Nun hat sich diese im Hessischen Ministerium der Justiz zu ihrer Auftaktsitzung getroffen. Das Expertengremium, an dem Vertreter fast aller Bundesländer sowie des Bundesministeriums der Justiz teilnehmen, wird sich mit den rechtlichen, ethischen und technischen Herausforderungen und Chancen des Einsatzes von KI in der Strafverfolgung befassen. „Künstliche Intelligenz bietet für eine effektivere Strafverfolgung enorme Chancen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass der Einsatz rechtsstaatlich abgesichert und ethisch vertretbar ist. Mit der neuen Länderarbeitsgruppe werden wir Leitplanken für einen verantwortungsvollen und rechtskonformen Einsatz von KI schaffen“, sagte Hessens Justizminister Christian Heinz.

Rechtsstaatliche Kontrolle KI-gestützter Entscheidungen

Ein zentraler Arbeitsschwerpunkt soll dabei die Untersuchung potenzieller Einsatzszenarien sein, ebenso soll die Analyse des bestehenden Rechtsrahmens und der regulatorischen Vorgaben eine wichtige Rolle spielen. Ein weiteres zentrales Thema wird die Bewertung der Auswirkungen von KI auf das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und auf ein faires Verfahren sein. Nicht zuletzt wird sich die Arbeitsgruppe mit den ethischen Aspekten und den Risiken von Diskriminierung durch KI befassen. Hier sollen Strategien entwickelt werden, um zu vermeiden, dass Entscheidungen auf voreingenommenen Daten basieren und um eine rechtsstaatliche Kontrolle von KI-gestützten Entscheidungen sicherzustellen. Die Ergebnisse der Länderarbeitsgruppe sollen dann in konkrete Handlungsempfehlungen münden und als Grundlage für zukünftige Gesetzgebungsinitiativen dienen. Dies erklärte der hessische Justizminister Christian Heinz.

Hessen als Vorreiter im Bereich der E-Justiz

Das hessische Justizministerium verwies darauf, dass es nunmehr schon das dritte Mal sei, dass das Land mit der Federführung einer Länderarbeitsgruppe im Themenfeld „Digitale Agenda für das Straf- und Strafprozessrecht“ beauftragt wurde. Dies gehe auf Hessens Vorreiterrolle im Bereich der Cybercrime-Bekämpfung durch den Strafrechtsausschuss der Justizministerkonferenz zurück. Die beiden vorangegangenen Arbeitsgruppen hatten sich mit einer Gesamtanalyse und Bestandsaufnahme des gesetzlichen Reformbedarfs im straf- und strafverfahrensrechtlichen Bereich infolge der Digitalisierung sowie den rechtlichen und tatsächlichen Fragestellungen im Zusammenhang mit der Vernetzung fahrzeuggebundener IT-Systeme untereinander und über das Internet befasst.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Künstliche Intelligenz

Sachsen: MAXi unterstützt Steuerverwaltung

[16.10.2026] Rund 5.250 Beschäftigte der sächsischen Steuerverwaltung können künftig den KI-Chatbot MAXi nutzen. Das ursprünglich in Hessen entwickelte System soll Routineaufgaben übernehmen, bei der Bearbeitung von Einsprüchen helfen und die Kommunikation mit Steuerpflichtigen erleichtern. mehr...

Bayern: KI-Sicherheit im Fokus

[06.10.2026] Der Freistaat Bayern will den Umgang mit Risiken leistungsfähiger KI-Systeme stärker institutionalisieren. Digitalminister Fabian Mehring kündigte nach einem KI-Gipfel einen KI-Sicherheitsdialog, einen jährlichen Sicherheitsbericht und ein KI-Ethikforum an. mehr...

dbb akademie: Weiterbildung zum KI-Beauftragten

[06.10.2026] Mit dem zunehmenden Einsatz Künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung wächst der Bedarf an Beschäftigten, die technische, rechtliche und organisatorische Fragen zusammenführen können. Die dbb akademie bietet dafür eine fünftägige Zertifizierung zum behördlichen KI-Beauftragten an. mehr...

Immer mehr Bürger setzen für Interaktionen mit der Verwaltung auf die BundID.

BundID: KI beantwortet Routinefragen

[02.10.2026] Das Bundesdigitalministerium hat den Support für die BundID 2025 neu aufgestellt. Seit einem Jahr beantwortet dort die KI-Lösung EMMA AI Routinefragen und übergibt komplexere Fälle an den Servicedesk von Bechtle. Das soll Beschäftigte entlasten und Wartezeiten verkürzen. mehr...

bericht

Schleswig-Holstein: Schrödter fordert offene KI

[29.09.2026] Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter spricht sich gegen einen generellen Entwicklungsstopp für Künstliche Intelligenz aus. Auf der 7. KI-Landeskonferenz Schleswig-Holstein in Neumünster plädiert er stattdessen für offene KI-Modelle, digitale Souveränität und einen schnelleren Transfer von KI in die praktische Anwendung. mehr...

Logo Ko-Pionier-Preis

Ko-Pionier-Preis 2026: LGLN macht Nachnutzung möglich

[29.09.2026] Beim Ko-Pionier-Preis 2026 wird die KI-gestützte Gebäudeerkennung des LGLN gleich mehrfach ausgezeichnet: Die niedersächsische Landesbehörde erhielt den govdigital-Sonderpreis für besonderes Engagement zur Nachnutzung, den ersten Preis in der Kategorie „Digitalisierung der Verwaltung“ und den Publikumspreis. mehr...

Rheinland-Pfalz: eManuel unterstützt Justiz

[28.09.2026] Die rheinland-pfälzische Justiz weitet den Einsatz ihres KI-Assistenten eManuel aus. Neben Beschäftigten an Gerichten können inzwischen auch mehr als 600 Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare die Anwendung nutzen. mehr...

bericht

SAS-Studie: Behörden vertrauen KI weniger als die freie Wirtschaft

[28.09.2026] Die öffentliche Verwaltung tut sich mit dem Vertrauen in Künstliche Intelligenz schwerer als andere Branchen. Eine internationale Studie von SAS und IDC sieht Behörden beim Einsatz vertrauenswürdiger KI auf dem letzten Platz. Als größte Hürde gilt der Datenschutz. mehr...

bericht

eGovernment-Wettbewerb: NRW.Genius auf Rang zwei

[25.09.2026] Der KI-Assistent NRW.Genius wurde beim eGovernment-Wettbewerb 2026 ausgezeichnet. Die Lösung soll künftig von einem generativen KI-Assistenten zu einem KI-Baukasten für die Verwaltungs-IT werden. mehr...

Bundesagentur für Arbeit: Klara beantwortet Fragen

[25.09.2026] Die Bundesagentur für Arbeit setzt bei der Automatisierung ihres Kundenservice auf eine KI-Lösung von Aristech. Der Voicebot Klara soll die Service-Center entlasten und die Erreichbarkeit verbessern. Perspektivisch ist auch die automatisierte Bearbeitung von E-Mails vorgesehen. mehr...

bericht

Nordrhein-Westfalen: Investitionsoffensive für KI-Robotik

[21.09.2026] Nordrhein-Westfalen will eine landesweite Forschungs- und Transferinfrastruktur für KI-basierte Robotik aufbauen. Für das Projekt KIRO.NRW sollen bis zu 100 Millionen Euro zur Verfügung stehen. mehr...

Blick von unten auf eine große Baustelle mit mehreren orangefarbenen Baukränen und eingerüsteten Gebäuden. Die Kräne ragen vor blauem Himmel in die Höhe, während die Sonne zwischen den Rohbauten hindurchscheint.

BMDS: KI-Lösung für schnellere Genehmigungen

[21.09.2026] Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hat gemeinsam mit Capgemini und europäischen Technologiepartnern eine modulare KI-Lösung für Planungs- und Genehmigungsverfahren entwickelt. Die Lösung ist auf Nachnutzung ausgelegt und wird als Open Source bereitgestellt. mehr...

Capgemini-Studie: Lücke zwischen KI-Ambitionen und Umsetzung

[21.09.2026] Öffentliche Organisationen setzen zunehmend auf Künstliche Intelligenz. Doch nur 28 Prozent schaffen es, KI-Projekte erfolgreich vom Piloten in den Regelbetrieb zu überführen. Eine neue Capgemini-Studie zeigt: Entscheidend für den Erfolg sind weniger die KI-Modelle als Datenqualität, Governance und organisatorische Reife. mehr...

Brandenburg: KI-Assistent LLMoin landesweit ausgerollt

[18.09.2026] Brandenburg stattet seine Landesverwaltung flächendeckend mit dem KI-Assistenten LLMoin aus. Bis Ende September soll die Lösung allen Ministerien und einem Großteil der obersten Landesbehörden zur Verfügung stehen. mehr...

Freistaat Bayern: KI-Gipfel zu Sicherheit und Regulierung

[16.09.2026] Der bayerische Digitalminister Fabian Mehring will führende Unternehmen der KI-Branche zu einem Gipfeltreffen nach München einladen. Thema sollen die Risiken leistungsfähiger KI-Systeme und mögliche internationale Regeln für deren Einsatz sein. mehr...