Baden-WürttembergGesundheits-Cloud verstetigt

[09.03.2026] Baden-Württemberg betreibt den Aufbau einer landesweiten, cloud-basierten Datenplattform für den Gesundheitsbereich. Diese soll die Implementierung von digitalen Health-Fachanwendungen und langfristig den Austausch von Gesundheitsdaten ermöglichen. Nach der Konzept- und Pilotphase steht nun der Roll-out bevor.
Bühne mit Blumenbukett, im Vordergrund sind die dreidimensionalen, gelben Majuskeln "MEDI:CUS" aufgestellt

Das Projekt zur Einrichtung der neuen Plattform MEDI:CUS kann an den Start gehen und sukzessive auf- und ausgebaut werden.

(Bildquelle: BIOPRO BW/ Jan Potente)

Mit der Gesundheits-Cloud MEDI:CUS baut das Land Baden-Württemberg eine sichere, landesweite Datenplattform für den Gesundheitsbereich auf (wir berichteten). Die datenschutzkonforme Verknüpfung von Daten und eine verbesserte Kommunikation zwischen medizinischem Personal sowie zwischen Personal und Patienten soll es ermöglichen, die Qualität von Diagnosen zu verbessern und Therapien individueller auf den Patienten abzustimmen. Wie das Innenministerium berichtet, hat der Ministerrat die Weichen für einen dauerhaften Weiterbetrieb von der Cloud-Plattform gestellt. Damit hat das ressortübergreifende Projekt ein wichtiges Zwischenziel erreicht: MEDI:CUS kann nun in eine Regelorganisation übergeben werden.

Roll-out steht bevor

Diesem Schritt ging eine Konzeptionsphase im Jahr 2024 voraus. Nach den erfolgreichen ersten technischen Anbindungstests im Herbst 2025 ging die Gesundheits-Cloud in die Pilotierungsphase, nun soll sie in den kommenden Monaten in 17 klinischen Einrichtungen unterschiedlicher Größe und Trägerschaft in Baden-Württemberg ausgerollt werden. „Die Infrastruktur kann nun mit ersten Fachanwendungen und in unterschiedlichen Konstellationen auf Herz und Nieren geprüft werden. Das Besondere an MEDI:CUS ist, dass die teilnehmenden Einrichtungen durch die konsequent cloud-basierte und gleichzeitig anbieterunabhängige Infrastruktur von einer Vielzahl von Aufwänden entlastet werden“, so Digitalisierungsminister Thomas Strobl. Dabei erfülle die Plattform höchste Sicherheitsstandards.

Alle Stakeholder beteiligen

Zur Überführung in eine selbstständige Regelorganisation beschloss das Kabinett die Gründung eines Vereins, in dem das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration das Land vertreten soll. Alle am Projekt beteiligten Ministerien bekräftigten ihr langfristiges Engagement für die MEDI:CUS-Plattform. Darüber hinaus sollen sich die nutzenden Einrichtungen in diesem Verein engagieren und die strategische und inhaltliche Weiterentwicklung von MEDI:CUS vorantreiben. Die operative Weiterentwicklung und der Betrieb von MEDI:CUS sollen in einer kleinen GmbH organisiert werden, die durch den Verein gegründet werden soll. Damit wird der erfolgreiche Projektansatz einer verantwortlichen Beteiligung aller Stakeholder fort. Die operative Arbeit und der Betrieb sollen aber weitgehend autark erfolgen, um die Dynamik der Digitalisierung auch zukünftig mitgehen zu können.





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