NExT/DigitalServiceNachhaltige Verwaltungsmodernisierung

[04.03.2026] Eine gemeinsame Veröffentlichung von NExT und dem DigitalService des Bundes zeigt Wege zu einer wirksamen Verwaltungsdigitalisierung. Dabei wird deutlich: Nachhaltige Effekte und eine echte Digitalrendite entstehen vor allem durch die gezielte Modernisierung der Verwaltungsstrukturen.
Ein professionelles IT-Infrastruktur-Management sorgt für den nötigen Überblick bei der Verwaltungsmodernisierung.

Eine nachhaltige, wirksame Modernisierung der Verwaltung darf sich nicht auf technologische Ergänzungen beschränken.

(Bildquelle: khaligo/123rf.com)

Die deutsche Verwaltung steht unter massivem Druck: Kosten steigen und gleichzeitig sind aufgrund des demografischen Wandels zunehmend Stellen unbesetzt und Aufgaben unerledigt. Um funktionsfähig zu bleiben, setzt die Verwaltung auf unterschiedliche Reformansätze, deren Wirksamkeit jedoch variiert. Nun haben NExT und der DigitalService des Bundes ein Policy Paper vorgelegt, das kritisch beleuchtet, welche Ansätze in der Modernisierung und Digitalisierung der Verwaltung tatsächlich Erfolg versprechen und welche eher irreführend sind. Erschienen ist die Publikation Für eine echte Digitalrendite: Nachhaltige Effizienz statt kurzfristiger Sparlogik in der Reihe GovImpact, einem gemeinsamen Projekt von NExT und DigitalService, das von der Stiftung Mercator gefördert wird. Wie der DigitalService berichtet, wurde das Papier bei einem Abendessen mit Parlamentarierinnen und Parlamentariern sowie Führungskräften aus Bund, Ländern und Kommunen und weiteren Expertinnen und Experten vorgestellt.

Budgetkürzungen vergrößern die technischen Schulden

Auf Basis von Workshops und Interviews mit Expertinnen und Experten sowie Praktikerinnen und Praktikern identifiziert das Paper drei typische Strategien, die aktuell verfolgt werden, um Kosten zu sparen und Renditen zu erzielen: die Ressourcenkürzungen vor der Wertschöpfungskette, technologische Ergänzungen am Ende der Wertschöpfungskette sowie Verbesserung innerhalb der Wertschöpfungskette. Letztere umfasst die Modernisierung von Bestandssystemen, die Anpassung von Zuständigkeiten, Standards und internen Abläufen ebenso wie die Optimierung der Nutzererfahrung. Das Paper warnt ausdrücklich davor, dass reine Budgetkürzungen oder das oberflächliche Hinzufügen von KI-Tools langfristig eher technische Schulden vergrößern, anstatt Probleme zu lösen. Stattdessen sollen Investitionen in die grundlegende Modernisierung ineffizienter IT-Systeme und die Verbesserung von Prozessen, sowie nutzerzentrierte Anwendungen nachhaltige Renditen für Verwaltung und Gesellschaft erzeugen.

Den Maschinenraum aufräumen

„Digitalisierung ist kein Kostenfaktor. Sie ist eine Investition, die sich nicht nur selbst finanziert, sondern das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Fürsorge und Handlungsfähigkeit des Staates stärken kann. Ein handlungsfähiger Staat entsteht dabei nicht durch verordneten Personalabbau und schillernde Technologien, sondern indem wir den Maschinenraum der Verwaltung im Sinne der Bürgerinnen und Bürger aufräumen und modernisieren“, erläutert Joshua Pacheco vom DigitalService.

Um diesen Ansatz umzusetzen, brauche es strategische Anpassungen, so der DigitalService. Darunter fallen eine systematische Wirkungsmessung, moderne Anreize im Personalrecht sowie eine ebenenübergreifende Kosten-Nutzen-Betrachtung im Haushaltsrecht.

Ann Cathrin Riedel, Geschäftsführerin von NExT, betont die Dringlichkeit der Verwaltungstransformation: „Die Digitalisierung der Verwaltung soll kein Personal ersetzen, sie muss es angesichts von einer Million unbesetzter Stellen bis 2030 schlichtweg.“ Damit diese gelinge, müssten veraltete Anreize im Personal- und Haushaltsrecht aufgebrochen werden. „Effizienzgewinne müssen belohnt und durch eine moderne, ebenenübergreifende Erfolgsmessung als echte Rendite für unseren Staat sichtbar werden“, so Riedel.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Porträt von Finanzminister Heiko Geue

Mecklenburg-Vorpommern: Schub für die Registermodernisierung

[17.04.2026] Mecklenburg-Vorpommern hat bis zu 150 Millionen Euro für Registermodernisierung und Maßnahmen für mehr IT-Sicherheit freigegeben. Land und Kommunen betonen die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit bei der Verwaltungsdigitalisierung. mehr...

Niedersachsenross (steigendes weißes Pferd) aus sich überlappenden Glasplatten als Wanddekoration im Niedersächsischen Landtag.

BMDS/Niedersachsen: Fokusleistungen in die Fläche

[15.04.2026] Mit einem neuen Ansatz will das BMDS digitale Verwaltungsleistungen in die Fläche bringen. Kernstück ist die Beauftragung eines Generalunternehmers, der die Ende-zu-Ende-Verantwortung für den Roll-out in den Kommunen übernimmt. Nach Bayern und Hessen hat nun Niedersachsen eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. mehr...

Estnische Flagge an einem Mast, weht von links nach rechts, im Hintergrund damatisch bewölkter Himmel mit Sonne

Thüringen/Estland: Von den Besten lernen

[10.04.2026] Estland setzt mit seiner digitalen Transformation globale Maßstäbe. Die Botschafterin des baltischen Staates machte nun ihren Antrittsbesuch beim Thüringer Ministerpräsidenten und der Landes-CIO. Thüringen und Estland wollen die digitale Verwaltung enger verzahnen. mehr...

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter lächelnd auf ein Geländer eines modernen Stahl-Glas-Baues gelehnt

Sachsen: Zukunftspaket für Wirtschaft und Arbeit

[08.04.2026] Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter hat das Zukunftspaket I für Wirtschaft und Arbeit vorgestellt. Zu den vorgesehenen Maßnahmen gehören unter anderem ein umfassendes Normenscreening und die Schaffung strafferer Strukturen in der Verwaltung. Auch die 24-Stunden-Gründung soll vorangetrieben werden. mehr...

Cover des Berichts IT-Planungsrat 2025/2026

IT-Planungsrat/FITKO: Jahresbericht veröffentlicht

[02.04.2026] Der IT-Planungsrat und die Föderale IT-Kooperation (FITKO) haben ihren gemeinsamen Jahresbericht 2025/2026 veröffentlicht. Er zeigt auf, wie die Verwaltungsdigitalisierung 2025 in konkrete Vorhaben übersetzt wurde. mehr...

Nordrhein-Westfalen: Immer mehr Beschäftigte der Landesverwaltung sagen Aktenordnern ade.

Unternehmensgründung: Konzept für automatisierte Verfahren

[27.03.2026] Nordrhein-Westfalen, Berlin und Bayern haben ein Konzept für vollautomatisierte Verwaltungsverfahren im Bereich Unternehmensgründung vorgelegt. Das Konzept stammt aus dem Projekt „Gründen in 24 Stunden“. mehr...

Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter am Rednerpult im Landtag.

Schleswig-Holstein: Digitalisierungsbeschleunigungsgesetz im Landtag

[25.03.2026] Mit dem Digitalisierungsbeschleunigungsgesetz will Schleswig-Holstein den gesetzlichen Rahmen für eine umfassende, konsequente Verwaltungsdigitalisierung schaffen. Der Entwurf dazu wurde nun in den Landtag eingebracht. mehr...

Lutz Goebel

NKR: Realitätscheck zur Modernisierungsagenda

[25.03.2026] Sechs Monate nach Verabschiedung der Modernisierungsagenda Bund zieht der Nationale Normenkontrollrat (NKR) eine Zwischenbilanz. Aus Sicht des Expertengremiums fehlt es vor allem an klarer Steuerung, Transparenz über den Umsetzungsstand und einer stärkeren Zusammenarbeit über Ressortgrenzen hinweg. mehr...

Illustration in Blau- un Orangetönen: Figur mit Rollkoffer auf einer Straße, Wegweiser "Work and Stay", BA und BfAA

BMI/NKR: Modernisierung der Erwerbsmigration

[24.03.2026] Deutschland braucht internationale Fachkräfte – und ein Einwanderungsverfahren, das transparent, schnell und verlässlich funktioniert. Der Bund plant eine Work-and-Stay-Agentur als zentrale digitale Plattform für die Fachkräfteeinwanderung. Der Normenkontrollrat mahnt weitergehende Reformen an. mehr...

Martina Klement, Wirtschaftsministerin Brandenburgs

Berlin: Klement geht, Hundt kommt

[23.03.2026] Martina Klement, bisher CDO in Berlin, wechselt überraschend als neue Wirtschaftsministerin nach Brandenburg. Ihr Nachfolger wird der Dresdner Unternehmer und ausgewiesene Digitalexperte Matthias Hundt. mehr...

Rechenzentrum von innen, Blick in eine Gasse mit blau beleuchteten Server-Racks.

Bund: Rechenzentrumsstrategie beschlossen

[20.03.2026] Die Bundesregierung hat die Rechenzentrumsstrategie beschlossen. Innerhalb eines Jahres sollen 28 Maßnahmen in drei zentralen Handlungsfeldern gestartet und soweit wie möglich abgeschlossen werden. mehr...

Am Rande der Sitzung fand der diesjährige Kaminabend auf dem Einsatzgruppenversorger "Frankfurt am Main" der Deutschen Marine statt.

IT-Planungsrat: Deutschland-Stack kommt

[19.03.2026] Der IT-Planungsrat hat sich auf seiner aktuellen Sitzung auf den Aufbau des Deutschland-Stacks als verbindlichen Plattformkern unter Federführung des Bundes, ein gemeinsames Portfolio mit klaren Prioritäten und eine neue föderale Steuerung verständigt. mehr...

Illustration aus der Digitalstrategie

Schleswig-Holstein: Digitalstrategie 2026 vorgestellt

[18.03.2026] Schleswig-Holstein hat seine neue Digitalstrategie beschlossen. Erstmalig waren zentrale Partner aus Kommunen und Zivilgesellschaft systematisch in den Strategieprozess eingebunden, um einen breiten gesellschaftlichen Ansatz zu ermöglichen. mehr...

Vier Männer in dunklen Anzügen sitzen nebeneinander an einem Holztisch, vor sich Dokumente.

Baden-Württemberg: Gemeinsam schneller digital

[17.03.2026] In Baden-Württemberg haben Land und Kommunen eine neue – die inzwischen dritte – E-Government-Vereinbarung unterzeichnet. Das Land will den Roll-out von Verwaltungsleistungen in den Kommunen mit weiteren zehn Millionen Euro finanzieren. mehr...

Thüringen: Land unterstützt Kommunen intensiv

[16.03.2026] Ein neuer Prüfbericht des Thüringer Rechnungshofs sieht beträchtliche Defizite bei der OZG-Umsetzung und der Digitalisierung der kommunalen Verwaltung. In einer Stellungnahme erläutert das Digitalministerium, wie das Land Kommunen unterstützt. mehr...