BerlinKomplexe Lagen schnell erfassen

Eine Kooperationsrahmenvereinbarung zwischen DLR und dem Land Berlin baut die Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheitsforschung aus.
V. l.: Prof. Dr. Karsten Homrighausen, Landesbrandschutzdirektor der Berliner Feuerwehr; Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, DLR-Vorstandsvorsitzende; Iris Spranger, Senatorin für Inneres und Sport des Landes Berlin; Dr. Barbara Slowik Meisel, Polizeipräsidentin in Berlin
(Bildquelle: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))
Eine Kooperationsrahmenvereinbarung zwischen DLR und dem Land Berlin baut die Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheitsforschung aus.
V. l.: Prof. Dr. Karsten Homrighausen, Landesbrandschutzdirektor der Berliner Feuerwehr; Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, DLR-Vorstandsvorsitzende; Iris Spranger, Senatorin für Inneres und Sport des Landes Berlin; Dr. Barbara Slowik Meisel, Polizeipräsidentin in Berlin
(Bildquelle: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Land Berlin wollen ihre Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheitsforschung und des Wissensaustauschs langfristig auszubauen. Eine entsprechende Kooperationsrahmenvereinbarung wurde kürzlich unterzeichnet. Im Rahmen der Partnerschaft sollen innovative Technologien gemeinsam mit den Berliner Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben praxisnah entwickelt, erprobt und in den operativen Einsatz überführt werden. Erste Schwerpunkte der Zusammenarbeit liegen laut DLR im Bereich luftgestützte Echtzeitlagebilder sowie die behördenübergreifende Nutzung von unbemannten Flugsystemen (UAS) als Einsatzunterstützungsmittel.
„Die Anforderungen an die Sicherheitsbehörden werden immer komplexer. Mit unserer Expertise in der Entwicklung luftgestützter Sensorsysteme und intelligenter Auswerteverfahren möchten wir dazu beitragen, öffentliche Stakeholder und Sicherheitsbehörden künftig noch besser bei der Bewältigung anspruchsvoller Einsatzlagen zu unterstützen. Die enge Zusammenarbeit und der Wissensaustausch mit den Anwenderinnen und Anwendern ist dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor,“ erklärt die DLR-Vorstandsvorsitzende, Anke Kaysser-Pyzalla.
Luftbilder nahezu in Echtzeit
Die Kooperation verbindet die technologische Expertise des DLR mit den praktischen Anforderungen der Berliner Sicherheitsbehörden. Im Mittelpunkt soll zunächst die Weiterentwicklung und Erprobung luftgestützter Echtzeit-Lagebilder stehen, dies erfolgt auf Basis des vom DLR entwickelten Modular Aerial Camera Systems (MACS). Die Technologie ermöglicht hochauflösende Luftbildaufnahmen und deren nahezu verzögerungsfreie Bereitstellung für Einsatzleitungen.
Die Systeme und Verfahren wurden bereits in Forschungsprojekten und bei operativen Einsätzen genutzt, unter anderem im Jahr 2024 während der Fußball-Europameisterschaft der Männer in Zusammenarbeit mit der Berliner Feuerwehr. Die gewonnenen Erfahrungen sollen nun in die strategische Zusammenarbeit einfließen.
Unbemannte Systeme als Einsatzhilfe
Ein weiterer Schwerpunkt ist die behördenübergreifende Nutzung unbemannter Flugsysteme als Einsatzunterstützungsmittel. Dabei geht es sowohl um technologische als auch um operative Fragen. Mögliche Einsatzszenarien sind Großveranstaltungen, Ersterkundungen aus der Luft, Objektschutz, Katastrophenlagen und niedrigschwellige Schadensereignisse. Durch moderne Fernerkundung, Echtzeitdaten und neue Auswerteverfahren soll die Lageführung der Berliner Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben verbessert werden. Zugleich sollen Forschungsergebnisse schneller in einsatzfähige Anwendungen überführt werden.
Transfer in die Praxis
Die Zusammenarbeit erfolgt insbesondere in einem Innovationslabor des DLR-Instituts, dem Innovation Lab OPTSAL (kurz für: Optical Technologies for Situational Awareness Lab). Dort werden Technologien gemeinsam mit Anwenderinnen und Anwendern sowie Industriepartnern weiterentwickelt und für den Transfer in Produkte und operative Anwendungen vorbereitet. Im Rahmen der Vereinbarung wollen das DLR und die Senatsverwaltung für Inneres und Sport eng mit der Berliner Polizei und der Berliner Feuerwehr zusammenarbeiten, um neue Technologien bedarfsorientiert zu entwickeln, zu testen und weiterzuentwickeln. Perspektivisch soll die Kooperation auf weitere Forschungsfelder und Anwendungsbereiche ausgeweitet werden.
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