ThüringenOnline-Wache bewährt sich

Statt zur Polizeidienststelle zu gehen, nutzen in Thüringen immer mehr Menschen die Online-Wache.
(Bildquelle: MIKL Thüringen)
Die Online-Wache der Thüringer Polizei hat sich zum wichtigen digitalen Zugang für Bürgerinnen und Bürger entwickelt. Im Jahr 2025 gingen laut einer Meldung des Ministeriums für Inneres, Kommunales und Landesentwicklung (MIKL) gut 20.800 Anzeigen und Mitteilungen über das Portal ein – das sind 1.500 mehr als im Vorjahr. Seit Juli 2021 ist die Online-Wache in Thüringen erreichbar. Sie ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern, bestimmte Straftaten, Hinweise oder Mitteilungen direkt über das Internet an die Polizei zu übermitteln. „Die Online-Wache erleichtert den Kontakt zur Polizei erheblich. Viele Anliegen können schnell und unkompliziert digital gemeldet werden – unabhängig von Öffnungszeiten oder dem Weg zur Dienststelle. Die hohen Zahlen zeigen, dass die Online-Wache einen echten Mehrwert für Bürgerinnen und Bürger bietet“, so das Fazit von Thüringens Innenminister Georg Maier.
Service mit echtem Mehrwert
Der überwiegende Teil der 2025 übermittelten Vorgänge betrifft Straftaten. 18.214 Strafanzeigen wurden über die Online-Wache registriert. Besonders häufig meldeten Bürgerinnen und Bürger Betrugsdelikte (7.174 Fälle), Diebstähle (3.255 Fälle) sowie Sachbeschädigungen (1.745 Fälle). Weitere Anzeigen betrafen Beleidigungen, Bedrohungen oder Nötigungen. Darüber hinaus gingen 262 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten ein, etwa wegen Lärmbelästigung oder Verkehrsverstößen. Zusätzlich wurden 1.643 sonstige Mitteilungen an die Polizei übermittelt. Alle über die Online-Wache eingehenden Anzeigen und Hinweise werden von den zuständigen Dienststellen der Thüringer Polizei geprüft und weiterbearbeitet.
Weiterer Ausbau geplant
Ein wichtiger Bestandteil der Online-Anzeige ist die Möglichkeit, Dateien wie Fotos oder Dokumente direkt hochzuladen. Diese Funktion erleichtert die Sachverhaltsaufklärung und hat sich in der Praxis bewährt: Etwa 70 Prozent der Meldungen enthalten Anhänge, im Durchschnitt drei Dateien pro Vorgang. Die digitale Anzeigeerstattung soll weiter ausgebaut werden. Für dieses Jahr ist geplant, ein neues Formular zur Meldung von Korruptions- und Amtsdelikten einzuführen sowie die digitale Stellung von Strafanträgen zu verbessern. Eine umfassende Evaluierung der Online-Wache ist für 2027 vorgesehen.
Die Online-Wache wurde ursprünglich bereits im Jahr 2018 gemeinsam vom Saarland und Rheinland-Pfalz entwickelt (wir berichteten), im Rahmen der OZG-Umsetzung hat eine Länderkooperation zwischen Sachsen und dem Saarland daraus eine EfA-Lösung geschaffen, die von zahlreichen Ländern übernommen wurde (wir berichteten).
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