Schleswig-HolsteinEinheitliche Technik für große Schadenslagen

[03.08.2026] Schleswig-Holstein beschafft eine neue Software für die Bevölkerungsschutzbehörden von Land und Kommunen. Sie soll den Austausch von Lageinformationen nahezu in Echtzeit ermöglichen und vor allem bei großflächigen Schadenslagen eine bessere Koordination unterstützen.
Blick auf eine überschwemmte Fläche, im Vordergrund ein Schild mit der Aufschrift "Hochwasser".

Im Krisenfall muss die Kommunikation der zuständigen Behörden reibungslos funktionieren. Schleswig-Holstein stärkt die Hard- und Softwareausstattung.

(Bildquelle: mpix-foto/stock.adobe.com)

Die Bevölkerungsschutzbehörden in Schleswig-Holstein werden künftig mit einer gemeinsamen Software arbeiten. Dieses sogenannte Führungsunterstützungssystem soll die Einsatzstäbe bei der Bewältigung von Krisen und Katastrophen unterstützen. Die einheitliche Software soll einen schnelleren Informationsaustausch und eine bessere Zusammenarbeit der Einsatzstäbe im Rahmen von Großschadenslagen und Katastrophen ermöglichen. Das Land hat nach einer europaweiten Ausschreibung den Auftrag für die landesweite Einführung an das Unternehmen Eurocommand aus Eckernförde vergeben. Das Auftragsvolumen beträgt nach Angaben des Ministeriums für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport rund sechs Millionen Euro.

Resiliente Krisenkommunikation

„Mit der Einführung einer einheitlichen Software schaffen wir eine wichtige Voraussetzung für einen noch leistungsfähigeren Bevölkerungsschutz in Schleswig-Holstein. Gerade wenn mehrere Kreise und Städte oder sogar das ganze Land von einer Schadenslage betroffen sind, ist es entscheidend, dass alle Beteiligten schnell auf dieselben Informationen zugreifen und ihre Maßnahmen eng miteinander abstimmen können,“ betonte Innenministerin Magdalena Finke.
Digitalisierungsminister Dirk Schrödter sprach über die bisherigen Schritte zu einer resilienten Krisen-Kommunikationsinfrastruktur. Diese umfassten bisher die Netzhärtung für den BOS-Digitalfunk und die erfolgreiche Inbetriebnahme der eigenen 5G Campuszellen. Die einheitliche Software für die Bevölkerungsschutzbehörden sei ein weiterer wichtigen Meilenstein. „Die Vergabe für die Realisierung dieser Lösung an ein heimisches Unternehmen ist zugleich ein starkes Zeichen für die Kompetenz am Digitalstandort Schleswig-Holstein,“ betonte Schrödter.

Software sicher beherrschen

Einige der 16 unteren Katastrophenschutzbehörden in Schleswig-Holstein arbeiten bereits heute mit dem künftig landesweit eingesetzten System. Andere Behörden nutzen bislang andere Programme oder arbeiten noch ohne digitale Unterstützung. Nach der landesweiten Einführung werden künftig alle Beteiligten dieselbe technische Grundlage nutzen. Parallel zur Einführung sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einsatzstäbe einheitlich geschult werden und regelmäßig mit dem System üben.
Die neue Lösung erleichtert aber nicht nur den Austausch von Informationen zwischen den Einsatzstäben. Auch der Einsatz von Personal und Material kann dadurch übersichtlicher geplant und gesteuert werden. So können verfügbare Kräfte schneller erkannt und dort eingesetzt werden, wo sie benötigt werden.

Weitere Schritte

Das einheitliche Führungsunterstützungssystem ist nach Angaben des Innenministeriums die erste Komponente der gemeinsamen Datenplattform für Katastrophen-, Brand- und Zivilschutz (DIKatS), die in Schleswig-Holstein bis 2030 fertiggestellt werden soll. Als nächstes soll in enger Abstimmung mit den Gemeinden, Städten und Kreisen sowie ihren Feuerwehren die Ausschreibung für ein Verwaltungsprogramm folgen, durch das Abläufe und Prozesse im Zusammenhang mit Personal und Material Bevölkerungsschutz deutlich vereinfacht und vereinheitlicht werden sollen.
Im Rahmen früherer Projekte war bereits die Katastrophenkommunikation bereits von der Hardwareseite gestärkt worden. So wurden die Netze für den BOS-Digitalfunk gehärtet und eigene 5G Campuszellen erfolgreich in Betrieb genommen.





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