BundEine Milliarde Euro für Verwaltungsdigitalisierung

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger berichtete im Bundestag darüber, welche Schwerpunkte sein Haus zur weiteren Digitalisierung von Staat und Verwaltung setzen will.
(Bildquelle: Woithe/BMDS)
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger hat im Bundestag die Schwerpunkte seines Ministeriums für die weitere Digitalisierung von Staat und Verwaltung vorgestellt. Der Haushaltsentwurf sieht für das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) Ausgaben von rund 1,44 Milliarden Euro vor. Hinzu kommen nach Angaben des Ministers etwa 3,75 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen. Rund eine Milliarde Euro soll in die Verwaltungsdigitalisierung, rund 2,6 Milliarden Euro in den Breitbandausbau fließen.
Bei der Digitalisierung der Verwaltung setzt Wildberger insbesondere auf die Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen. Die Reichweite der digitalen Wohnsitzan- und -ummeldung sei mittlerweile auf mehr als 60 Millionen Menschen gestiegen (wir berichteten). An zehn Pilotstandorten würden zudem Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung bei Unternehmensgründungen digital zusammengeführt (wir berichteten). Gemeinsam mit Ländern und Kommunen solle dieses Angebot auf weitere Standorte und Rechtsformen ausgeweitet werden. Auch Sozialleistungen sowie die Kfz-An- und -ummeldung sollen stärker gebündelt und durchgängig digital angeboten werden.
Digitalisieren und beschleunigen
Eine zentrale Rolle soll dabei der Deutschland-Stack spielen. „Bund, Länder und Kommunen brauchen eine gemeinsame technische Grundlage für eine erfolgreiche Digitalisierung in Deutschland“, sagte Wildberger. Der Stack soll einheitliche Standards für miteinander verbundene Systeme, eine souveräne und sichere Cloud-Infrastruktur sowie Anwendungen für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen zusammenführen.
Für Januar 2027 kündigte der Minister außerdem den Start einer digitalen Brieftasche, der EUDI-Wallet, an (wir berichteten). Damit sollen digitale Nachweise sicher auf dem Smartphone genutzt werden können.
Die geplante Deutschland-App wiederum soll den Zugang zu Verwaltungsleistungen vereinfachen. „Gute digitale Lösungen müssen überall nutzbar werden“, erklärte Wildberger. Davon verspricht sich der Minister sowohl bessere Leistungen für Bürgerinnen und Bürger als auch einen größeren Markt für Anbieter entsprechender Lösungen.
Neben der Digitalisierung will das BMDS die staatlichen Verfahren grundsätzlich beschleunigen. In geeigneten Genehmigungsverfahren soll künftig gelten, dass eine Genehmigung als erteilt gilt, wenn eine Behörde nicht innerhalb der vorgesehenen Frist entscheidet. Wildberger bezeichnete dies als Wechsel „vom Warten zur Lieferpflicht“. Mit einem geplanten Berichtsentlastungsgesetz sollen zudem Berichtspflichten stärker auf ihre Notwendigkeit überprüft werden. Europäische Vorgaben will die Bundesregierung nach Aussage des Ministers möglichst ohne zusätzliche nationale Anforderungen umsetzen.
Infrastruktur ausbauen
Ein weiterer Schwerpunkt des Haushalts liegt auf der digitalen Infrastruktur. Rund 2,6 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen sind laut Wildberger für den Breitbandausbau vorgesehen. Die Förderung solle dort ansetzen, wo ein eigenwirtschaftlicher Ausbau nicht möglich ist, private Investitionen aber nicht ersetzen. „Jeder Euro und jede gemeinsame Lösung müssen sich daran messen lassen, was sie verbessern: schnellere Verbindungen, schnellere Verfahren und leistungsfähigere Verwaltung“, sagte der Digitalminister.
Auch den Ausbau der Rechenzentrums- und KI-Infrastruktur will die Bundesregierung vorantreiben. Nach Angaben Wildbergers verfügt Deutschland derzeit über knapp drei Gigawatt Rechenzentrumskapazität, davon rund 500 Megawatt für Künstliche Intelligenz. Bis 2030 soll die gesamte Rechenzentrumskapazität mindestens verdoppelt und die KI-Rechenkapazität mindestens vervierfacht werden. Dabei sollen unter anderem Genehmigungen und Stromanschlüsse für baureife Projekte beschleunigt werden.
Die Staatsmodernisierung müsse sich letztlich daran messen lassen, ob Verbesserungen im Alltag ankommen, erklärte Wildberger: „Es geht nicht um mehr Staat. Es geht um einen Staat, der mehr kann.“
OSBA: Vorrang für Open Source
[13.10.2026] Die EU-Kommission hat Entwurf einer neuen Vergabeverordnung vorgestellt, womit die bisherigen EU-Richtlinien zur Vergabe öffentlicher Aufträge ersetzt werden sollen. Die Open Source Business Alliance sieht in dem Entwurf verpasste Chancen. mehr...
NKR-Jahresbericht 2026: Bürokratieabbau kommt kaum voran
[12.10.2026] Der Nationale Normenkontrollrat zieht in seinem Jahresbericht 2026 eine gemischte Bilanz zum Bürokratieabbau und zur Staatsmodernisierung. Zwar ist der jährliche Erfüllungsaufwand um 6,8 Milliarden Euro gesunken, gleichzeitig steigen jedoch die Bürokratiekosten. mehr...
Schleswig-Holstein: Schrödter offen für Cyber-Sicherheitsgremium
[12.10.2026] Digitalisierungsminister Dirk Schrödter unterstützt die Prüfung eines nationalen Cyber Incident Review Boards, das schwerwiegende Cyber-Angriffe systematisch untersuchen und daraus Handlungsempfehlungen ableiten soll. In einer Landtagsrede verwies er auf die wachsende Bedrohung digitaler Infrastrukturen und stellte die bereits ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen Schleswig-Holsteins vor. mehr...
Schleswig-Holstein: Neuer Datenschutzbeauftragter
[12.10.2026] Der Schleswig-Holsteinische Landtag hat Jens Ambrock einstimmig zum neuen Landesbeauftragten für Datenschutz gewählt. Er tritt die Nachfolge von Marit Hansen an, deren zweite Amtszeit im Januar 2027 endet. Ambrock bringt langjährige Erfahrung im Datenschutzrecht und in der behördlichen Datenschutzaufsicht mit. mehr...
Deutschland-App: Zentrale Projektdetails bleiben offen
[09.10.2026] Die Modernisierungsagenda föderal sieht unter anderem die Umsetzung einer KI-unterstützten Deutschland-App vor, die einen zentralen, komfortablen Zugang zu digitalen Verwaltungsverfahren bieten soll. Mit dem aktuellen Umsetzungsstand, der Vergabe und Auftragsvolumina befasste sich jetzt der Bundestag. mehr...
BMDS: Zwischenbilanz zur Staatsmodernisierung
[08.10.2026] Ein Jahr nach dem Beschluss ihrer Modernisierungsagenda zieht die Bundesregierung Bilanz. Sie meldet Fortschritte bei digitalen Verfahren und mehr als zehn Milliarden Euro weniger jährlichen Erfüllungsaufwand. Fünf von 23 zentralen Projekten sind abgeschlossen. mehr...
EUDI-Wallet: Anhörung im Bundestag
[08.10.2026] Die geplante EUDI-Wallet stößt bei Sachverständigen grundsätzlich auf Zustimmung, zugleich sehen sie Nachbesserungsbedarf beim Digitale Identitätengesetz. Vor allem die Einbindung der Kommunen, die Verarbeitung digitaler Nachweise sowie Datenschutz und Sicherheit gelten noch als offene Punkte. mehr...
Hessen: Positive Halbzeitbilanz
[05.10.2026] Hessen zieht eine positive Halbzeitbilanz seines Pilotprojekts mit dem Bundesdigitalministerium zur flächendeckenden Einführung digitaler Verwaltungsleistungen. Bei der An- und Ummeldung sind bereits mehr als 90 Prozent der Kommunen angeschlossen. mehr...
Saarland: Fünf Leistungen schneller in die Fläche
[05.10.2026] Fünf weitere Verwaltungsleistungen sollen im Saarland innerhalb von neun Monaten flächendeckend digital verfügbar sein. Der Ministerrat hat grünes Licht für die Teilnahme des Saarlandes am Bundesprogramm „Flächendeckung digitale Verwaltungsleistungen“ gegeben. mehr...
Bayern/Hessen: Digital-Roundtable geplant
[01.10.2026] Bayern und Hessen wollen die Zusammenarbeit der Länder bei Innovation und Wachstum stärken. Für die Veranstaltung Bits & Pretzels 2027 ist ein Roundtable der Digitalministerinnen und Digitalminister geplant. mehr...
Deutscher Städtetag: i-Kfz-Bund greift zu kurz
[28.09.2026] Der Deutsche Städtetag hält die geplante Zentralisierung der Kfz-Zulassung beim Bund für unzureichend. Der Bund wolle vor allem bereits digitalisierte Standardverfahren übernehmen, während aufwendige Fälle bei den Kommunen blieben. Eine spürbare Entlastung sei so kaum zu erwarten. mehr...
Thüringen / Schleswig-Holstein: Digital-Kooperation wird vertieft
[23.09.2026] Thüringen und Schleswig-Holstein wollen bei der Digitalisierung ihrer Landesverwaltungen enger zusammenarbeiten. Im Mittelpunkt stehen Dateninfrastrukturen, Registermodernisierung, Open Source, souveräne KI-Lösungen und länderübergreifende Netzwerke. mehr...
IT-Planungsrat: Weichen für Deutschland-Stack gestellt
[21.09.2026] Bund und Länder haben zentrale Zuständigkeiten für den Deutschland-Stack festgelegt. Der Bund übernimmt mit Unterstützung der FITKO die Verantwortung für fünf Basiskomponenten der föderalen Digitalinfrastruktur. mehr...
Hessen: Land fördert Low Code für Kommunen
[17.09.2026] Der Main-Kinzig-Kreis will die Open-Source-Plattform Limbas für den Einsatz in Kommunalverwaltungen weiterentwickeln. Das Land Hessen unterstützt das Projekt OSLOCO-Hessen mit rund 1,3 Millionen Euro. Verwaltungen sollen damit eigene Anwendungen ohne spezielle Programmierkenntnisse erstellen können. mehr...
Sachsen-Anhalt: Erste Bilanz der Digitalstrategie
[16.09.2026] Sachsen-Anhalt will die Digitalisierung von Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft bis 2030 systematisch vorantreiben. Die Strategie „Sachsen-Anhalt Digital 2030“ setzt dabei auf digitale Verwaltungsangebote, vernetzte Smart Regions, digitale Souveränität und nachnutzbare Lösungen. mehr...









