BrandenburgKlimadaten auf einen Blick

[21.10.2026] Das Land Brandenburg hat einen neuen KlimaViewer gelauncht – zunächst als Prototyp. Das Angebot bündelt Klimadaten und Auswertungen auf interaktiven Karten. So werden räumliche Unterschiede intuitiv sichtbar – etwa bei Temperatur, Niederschlag, Wasserhaushalt und Wärmebelastung.
Wärmebelastungsindex im Klimaviewer des LGB

Screenshot aus dem neuen KlimaViewer mit dem Wärmebelastungsindex für Potsdam.

(Bildquelle: LGB)

Wo wird es besonders heiß? Wo drohen hohe Niederschlagsmengen oder Veränderungen beim Wasserhaushalt? Und welche Regionen Brandenburgs könnten durch den Klimawandel besonders belastet werden? Antworten auf solche Fragen lassen sich künftig einfacher finden. Dazu steht ab sofort im Geoportal des Landesbetriebs Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB) der sogenannte KlimaViewer zur Verfügung, zunächst als Prototyp. Auf dieser zentralen digitalen Plattform werden die Klimadaten und Auswertungen für ganz Brandenburg visualisiert. Die Anwendung basiert auf der Kartenviewer API der LGB und macht damit komplexe Klimainformationen räumlich sichtbar und leichter zugänglich. Zum Start bietet der KlimaViewer eine Auswahl bereits vorhandener Analysen und Datensätze, darunter der kürzlich im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa (MWEKE) berechnete Wärmebelastungsindex. Der Klimaviewer selbst wurde im Ministeriumsauftrag vom Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz (ThINK) erstellt.

Konkrete Karten statt abstrakter Tabellen

Eine verlässliche Datengrundlage ist eine wichtige Voraussetzung, um Klimaanpassungsmaßnahmen gezielt planen zu können. Doch Klimadaten sind häufig umfangreich und nicht immer leicht auszuwerten. Hier setzt der KlimaViewer an: Statt Informationen ausschließlich in Tabellen zu betrachten, lassen sich die Daten nun flächendeckend auf einer interaktiven Karte erkunden. Derzeit stehen Auswertungen unter anderem zu Temperatur, Niederschlag, Wasserhaushalt und urbanen Belastungen zur Verfügung.

Das Angebot soll nach Angaben des LGB in den kommenden Monaten weiter wachsen. So ist die Integration neuer Modellauswertungen auf Grundlage des 6. Sachstandsberichts des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) der Vereinten Nationen vorgesehen, der einen Überblick über den aktuellen Stand der Klimaforschung gibt. Parallel dazu sollen neue Funktionen und Auswertungsmöglichkeiten hinzukommen. Über Webdienste lassen sich die Daten auch in Fachanwendungen einbinden und für kommunale, betriebliche oder wissenschaftliche Fragestellungen nutzen.

Wärmeinseln erkennen – Anpassung planen

Ein besonderes Highlight des neuen KlimaViewers ist der Wärmebelastungsindex, der auch als Themenkarte im GEOPORTAL Brandenburg zu finden ist. Er zeigt für ganz Brandenburg, wo besonders hohe thermische Belastungen auftreten können. In die Berechnung fließen unter anderem Landoberflächentemperatur, Vegetationsdichte und -vitalität, Versiegelungsgrad sowie Gebäudevolumendichte ein. Durch die hohe Auflösung der Daten werden auch kleinräumige Unterschiede sichtbar: Stark versiegelte und dicht bebaute Stadtquartiere können als besonders belastete Hitzeinseln erkennbar werden, während klimatisch günstigere Bereiche als Klima-Oasen hervortreten. Damit liefert der Wärmebelastungsindex eine wichtige Grundlage für die Planung konkreter Anpassungsmaßnahmen. Kommunen und andere Akteure können beispielsweise besser erkennen, wo Begrünung, Verschattung oder Trinkbrunnen besonders sinnvoll sein könnten.





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