Baden-WürttembergMehr Cyber-Angriffe registriert

Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW): Bedrohungslage hat sich deutlich verschärft.
(Bildquelle: solarseven/123rf.com)
Die Cyber-Sicherheitslage in Baden-Württemberg ist nach Angaben der Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW) weiterhin angespannt. Wie aus dem jetzt veröffentlichten Jahresbericht 2025 hervorgeht, standen insbesondere Kommunen und Hochschulen im Fokus von Cybercrime-Gruppierungen. Bei Landkreisen, Städten und Gemeinden sowie Unternehmen in kommunaler Trägerschaft registrierte die CSBW fast 50 Prozent mehr Fälle als im Vorjahr. Eine generelle Meldepflicht für Kommunen und Unternehmen besteht dabei nicht.
Unter anderem erfasste die Behörde erfolgreiche Ransomware-Angriffe auf zwei Kommunen und drei Schulen. Teilweise seien die betroffenen Einrichtungen durch eine Vollverschlüsselung stark in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen. Bei Hochschulen, Universitäten und vergleichbaren Einrichtungen nahm die Zahl der als minderschwer eingestuften Fälle laut CSBW um mehr als 160 Prozent zu.
Auch bei einzelnen Angriffsarten meldet die Cybersicherheitsagentur erhebliche Zuwächse. So seien 2025 rund 1.230 Prozent mehr gefälschte Internet-Shops, 320 Prozent mehr Phishing-Angriffe und 230 Prozent mehr Passwort-Kompromittierungen registriert worden. Die steigenden Fallzahlen seien allerdings nicht ausschließlich auf eine verschärfte Bedrohungslage zurückzuführen. Nach Angaben der CSBW haben auch verbesserte Erkennungs- und Auswertungsmöglichkeiten dazu beigetragen, mehr Angriffe und Schwachstellen zu identifizieren.
Unterstützungsangebote stark nachgefragt
Gleichzeitig wächst laut CSBW die Nachfrage nach Unterstützungsangeboten. Landesverwaltung, Kommunen und Unternehmen nutzen demnach zunehmend Schulungen, den Warn- und Informationsdienst sowie IT-Notfallübungen. „Die Nutzung der CSBW-Angebote wächst kontinuierlich“, sagt CSBW-Vizepräsident Björn Schemberger.
Für die weitere Entwicklung sieht die CSBW vor allem den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) durch Cyber-Kriminelle als Herausforderung. KI-generierte Phishing-Nachrichten würden häufiger und qualitativ besser. Für 2026 erwartet die Behörde deshalb wichtige Weichenstellungen und will ihre Sensibilisierungs- und Präventionsangebote weiter ausbauen.
CSBW-Präsidentin Nicole Matthöfer fordert zudem, Cyber-Sicherheit nicht allein als technische Aufgabe zu betrachten. Neben der Sicherheit von Systemen und Netzen müssten auch die politischen, wirtschaftlichen und strategischen Dimensionen von Cyber-Angriffen berücksichtigt werden.
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