BMDSBundesverwaltung stellt Cyber-Schutz neu auf

Die digitale Wehrhaftigkeit des Staates soll mit dem nun beschlossenen Programm CyberGovSecure gestärkt werden.
(Bildquelle: Bundesregierung/Tobias Koch)
Die Bundesregierung will die Cyber-Sicherheit der Bundesverwaltung neu organisieren. Das Bundeskabinett hat am gestrigen Mittwoch (22. Juli 2026) das Programm CyberGovSecure beschlossen. Unter Federführung des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) sollen Zuständigkeiten gebündelt und Schutzmaßnahmen gegen Spionage, Ransomware-Angriffe und koordinierte Überlastungsangriffe schneller umgesetzt werden. Die strategische Steuerung soll ein neuer Lenkungskreis auf Staatssekretärsebene unter Leitung des BMDS übernehmen, für die operative Koordination wird Claudia Plattner als Chief Information Security Officer des Bundes gemeinsam mit den Informationssicherheitsbeauftragten der Ressorts zuständig sein.
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger begründete die Neuordnung mit der angespannten Bedrohungslage und bislang zu stark verteilten Zuständigkeiten. „Das bisherige Nebeneinander im digitalen Schutz unseres Staates können wir uns nicht mehr leisten“, erklärte er. Mit CyberGovSecure solle eine klarere und durchsetzungsstärkere Führung entstehen.
Systeme härten, Schwachstellen erkennen
Das Programm konzentriert sich zunächst auf drei Handlungsfelder: sichere Konfiguration und Systemhärtung, Schwachstellenmanagement sowie Protokollierung und Detektion. Grundlage sind nach Angaben des BMDS Bedarfe für dringliche Maßnahmen, welche die Bundesbehörden bereits angemeldet haben. Gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) will das Ministerium außerdem einheitliche Sicherheitsvorgaben für Endgeräte und standardisierte Strukturen für das Mobile Device Management schaffen. Diese sollen insbesondere ultramobile digitale Arbeitsplätze absichern. Für die Umsetzung hat das BMDS zusätzliche Personal- und Sachmittel für den Bundeshaushalt 2027 angemeldet. Welche Mittel konkret vorgesehen sind, teilte das Ministerium in seiner Meldung nicht mit.
Zusammenspiel mit dem Cyberdome
Das Programm CyberGovSecure soll den Schutz der Bundesverwaltung von innen stärken und zugleich mit dem geplanten Cyberdome verzahnt werden. Dieses Programm befindet sich nach Angaben des BMDS noch in der Konzeption und ist breiter angelegt: Vorgesehen ist eine gesamtstaatliche Infrastruktur zur Früherkennung und Abwehr von Cyber-Angriffen auf Staat, Wirtschaft und Verwaltung. Während CyberGovSecure vor allem Governance, Zuständigkeiten und Schutzmaßnahmen innerhalb der Bundesverwaltung ordnen soll, richtet sich der Cyberdome auf übergreifende Analyse- und Abwehrfähigkeiten. Beide Programme sollen künftig das organisatorische und technische Fundament der Cyber-Sicherheitsarchitektur des Bundes bilden.
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